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[Egoismus als nur Wille ist lächlerlich.]
  • © Berlinische Galerie, Berlin / VG Wort, München
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • Title[Egoismus als nur Wille ist lächlerlich.]Abschrift eines Textes von Raoul Hausmann durch Hannah Höch
  • Date2.7.1916
  • CategoryManuskripte
  • ClassificationAbschrift
  • MaterialPapier, handgeschrieben mit Tinte
  • Dimensions22,5 x 14 cm (Blattmaß)
  • Amount1 Blatt (1 Seite)
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-Ar 14/98,26
  • CreditlineSchenkung aus Privatbesitz, 1998
  • On DisplayNo
Transcription / Description

"Egoismus als nur Wille ist lächerlich. Der dionysische Mensch besitzt wesentlich Demut. Aber noch ist der vorteilhafleste Vorteil des Dostoiewski nicht erkannt. Hier ist noch der Mensch desselben Dostoiewskij, der eine Minute zu spät kommt. Darum müssen alle Annie‘s und Diotimas sterben. Der Mensch steht noch vor der E̶r̶l̶ö̶s̶u̶n̶g̶ letzten Erlösung von der Gefangenschaft des Herzens, sein Mut macht noch vor sich selber halt. Bei Dostoiewski wird der Mensch wahnsinnig, bei Hölderlin einsam, bei Aage von Kohl ist sein Tod die Befreiung. (Strindbergs Idee, man müsstefür alles Gute und Böse irgendwie quittieren.) Wenn nun aber dieser Kampf zwischen Tod und Zukunft seine Minute errät, die Bereitschaft des Herzens erwischt; wenn diese Annies und Diotimas stärker sind als der Tod, dem sie nahe waren - wie müsste dann das s̲o̲ s̲t̲a̲r̲k̲ und s̲o̲ d̲e̲m̲ü̲t̲i̲g̲ eroberte Leben die Quittung ausstellen?
2. Juli 16."