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G : Zeitschrift für elementare Gestaltung / Hans Richter (Hrsg.). Berlin. - [o. Jg.]  September 1923, Nr. 2
    • Hans Richter (1888 - 1976)

  • TitleG : Zeitschrift für elementare Gestaltung / Hans Richter (Hrsg.). Berlin. - [o. Jg.] September 1923, Nr. 2
  • Date09.1923
  • CategoryDruckerzeugnis
  • ClassificationZeitschrift
  • MaterialPapier, gedruckt
  • Dimensions45,2 x 29,3 cm (Blattmaß)
  • Amount4 Seiten
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHE II 23.67
  • Other NumberBG-HHE II 23.67
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
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Die Zeitschrift G : Material zur elementaren Gestaltung, herausgegeben von Hans Richter, erschien von 1923 bis 1926. Inspiriert von Theo van Doesburg, unter der Mitarbeit von El Lissitzky, finanziell abgesichert durch Mies van der Rohe, repräsentierte G, die unregelmäßig erschien, jenen Zweig des Konstruktivismus, der entschlossen war, "zum Anfang, zum Einfachsten, zu dem Elementaren zurückzukehren und aus dem Elementaren das Neue aufzubauen". Mit dieser Ausrichtung ordnete sich G in die Reihe anderer avantgardistischer Zeitschriften in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ein, wie De Stijl, L'Esprit Nouveau, Westsch, MA und Merz, die alle auf der Überzeugung gründeten, daß eine enge Verbundenheit zwischen den progressiven Künstlern aller Nationalitäten bestehe. Angeregt in seiner Machart war G vor allem von der russischen Zeitschrift Westsch (= Gegenstand), die in Berlin von Ilja Ehrenburg und El Lissitzky herausgegeben wurde. Der Name G für Gestaltung stammt von El Lissitzky, der anfänglich Mitglied der G-Redaktion war. Das Quadrat hinter dem G (bei den ersten beiden Ausgaben) war als Ehrung für Theo van Doesburg gedacht, der den Anstoß für die Gründung von G gegeben hatte. Durch das wechselnde Redaktionsteam (Werner Graeff, El Lissitzky, Hans Richter, Mies van der Rohe, Friedrich Kiesler), das sich für kurze Zeit sogar zur Künstlergemeinschaft G zusammenschloß, bekamen die Hefte ihre besondere Prägung. Nach 1924 wurde die ursprüngliche Aufmachung geändert: Das Tageszeitungsformat wurde abgelöst vom Illustriertenformat. Zusammenfassungen der Artikel wurden ins Französische, Englische und Russische übersetzt. Der Farbe und Typographie im Layout kam eine größere Bedeutung zu. Dem nüchternen Ton Mies van der Rohes folgte später die beißende provozierende Schärfe in den Beiträgen der Dadaisten.
G ging über die traditionellen Kategorien der Gestaltung hinaus und sondierte Kunstformen wie Film, Photographie, Typographie, Stadtplanung, Design und Mode. Hilberseimer forderte Städte, die wie Maschinen funktionieren. Neue Themen kamen auf wie etwa Jazz und Sport. Die letzte Ausgabe von G behandelte den Film, der - so Richter - die "eigentliche Kunst des 20. Jahrhunderts" ist. G war die erste deutsche Zeitschrift, die sich der veränderten Vermittlungs- und Wahrnehmungsstruktur ästhetischer Informationen widmete. G versuchte, in ihren künstlerischen Äußerungen auf den immensen technischen Fortschritt der letzten Jahrzehnte zu reagieren. Ohne je ein semiotisches Modell gekannt zu haben, ging G von einer allgemeinen Zeichensprache aus, die, gleich ob es sich um Film, Skulptur oder Mode handelt, auf alle Bereiche der Kultur übertragbar ist.
Vgl.: Dietzel / Hügel; G : Material zur elementaren Gestaltung / Hans Richter (Hrsg.). Der Kern Verlag, [o. J.; Reprint].

Inhalt:
Mies van der Rohe: Bauen.
Pressebureau der Fiat: Fiat - Einfahrbahn über der Fabrik Fiat in Lingotto.
Alfred Behne: Über Städtebau.
Ludwig Hilberseimer: Bauhandwerk und Bauindustrie.
El Lissitzky: Rad - Propeller und das Folgende.
L. Hilberseimer: Das Hochhaus.
Theo van Doesburg: Pariser Neuheiten. Motiv: Nur.
Gr.: Ingenieurbauten.