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Amelangsche Kunsthandlung
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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AMELANGSCHE KUNSTHANDLUNG
SCHWARZ-WEIß-SALON AMELANG
AMELANG’SCHE BUCH- UND KUNSTHANDLUNG (EGGERS & BENECKE) G. M. B. H.

Adresse: BERLIN/CHARLOTTENBURG, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Kantstrasse 164
Inhaber: Georg Eggers, Henry Benecke (1902-1929); Henry Benecke (1929-1937); Hans Benecke (1937-1945)
Mitarbeiter: Carl Kappstein; Carl Nicolai
Bestand: 1902-1945
Charakteristik: Buch- und Kunsthandlung, Verlag
„Amelang’sche Kunsthandlung. Kantstrasse 164. Reproductionen. Graphische Originalarbeiten. Geschmackvolle Einrahmungen“ (Plakat von Georg Braumüller, um 1903); „Amelang’sche Buch- und Kunsthandlung. Charlottenburg 2, Kantstr. 164. Künstlerisch und literarisch wertvolle Luxusdrucke. Orginal-Graphik für Sammler“ (Anzeige in: Die Bücherstube. H. 1, 1922, Anzeigenseite)

Ausstellungen:
1902: Eröffnungsausstellung mit Werken von u. a. Otto H. Engel, Adolf Hölzel, Carl Kappstein, Adoph Menzel, Paul Meyerheim, Ernst Neumann, Heinrich Reifferscheid, Max Schlichting, Hans Seydel, Hermann Struck, Max Uth, Heinrich Zille
1903: Heinrich Zille; Ernst Neumann; Heinrich Wolf; Willy Horstmeyer; Plakat-Ausstellung; Deutsche Zeichnerinnen (dabei u. a. Dora Hitz, Käthe Kollwitz, Clara Siewert)
1908: Werdandi-Bund: Deutsche Heide (Skizzen, Pastelle, Ölbilder)
1923: Emil Orlik; Hermann Struck
1924: Anton Scheuritzel
1925: Egon Hofmann-Linz; Hanna von der Mühll von Thur; Graphik von Lovis Corinth, Philipp Frank, Sepp Frank, Willi Geiger, Emil Oppler
1926: Erich Wolfsfeld, Hermann Hesse

Verlag:
Hermann Prell: Fresken, Skulpturen und Tafelbilder des Meisters. Mit Text von Georg Galland [1904]
Hans Seydel: Mit Theodor Fontane durch die Mark Brandenburg. 10 Original-Radierungen

Bemerkung:
„Im Westen Berlins, Kantstraße 164, dicht an der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, wird anfangs November von der Amelangschen Kunsthandlung ein kleiner, vornehmer Kunstsalon eröffnet werden, der es sich zur Aufgabe macht, nur Originalzeichnungen, Aquarelle, Pastelle und graphische Originalarbeiten aller Techniken zur Ausstellung zu bringen. Die Geschäftsführung liegt in den Händen des Malers C. Kappstein.“ (Die Kunst für Alle. H. 4 v. 15. 11. 1902, S. 98)
Die „Amelang’sche Buch- und Kunsthandlung (Eggers & Benecke) G. m. b. H.“ wurde am 1. Oktober 1902 gegründet und war ein Ableger der 1806 gegründeten Verlagsbuchhandlung.
Inhaber waren Henry Benecke (1878-1937) und Georg Eggers (1877-1929), die ihren von dem Innenarchitekten Wilhelm Kimbel ausgestatteten Kunstsalon in einem Neubau in der Kantstrasse 164 in nächster Nachbarschaft zur „Berliner Secession“ eröffneten und mit einem Plakat von Georg Braumüller bewarben (Das frühe Plakat 1980. Nr. 390).
Begonnen wurde mit „einer Ausstellung von Arbeiten deutscher Künstler, die zunächst einmal sehr reichhaltig war und wohl noch kein Programm bedeutet. […] Da die Zahl der Sammler von dergleichen Schöpfungen täglich wächst, entspricht die Gründung des Salons einem gewissen Bedürfnis. Ob er zu einem tätigen Faktor im Berliner Kunstleben werden wird, hängt freilich von seiner Weiterentwicklung ab.“ (Hans Rosenhagen: Die Amelangsche Kunsthandlung.- in: Die Kunst für Alle. H. 8 v. 15. 1. 1903, S. 192)
Künstlerischer Leiter war der Maler Carl Kappstein (1869-1933), gefolgt von dem gelernten Buch- und Kunsthändler Carl Nicolai (1878-1963), der 1918 eine eigene Kunsthandlung ( -> NICOLAI) in Berlin gründete.
Angeschlossen war ein Kunstverlag: „Die Firma verlegt Werke folgender Künstler: Herm. Prell, Dresden und Hans Seidel [!], Berlin“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1906, S. 507). Dabei handelte es sich um den Maler Hermann Prell und den Maler und Graphiker Hans Seydel, von dem eine Mappe mit 10 Radierungen bei Amelang erschienen ist.
Über das Ausstellungsprogramm bis zum Herbst 1903 ist wenig bekannt. „Der Schwarz-Weiß-Salon, in dem monatlich wechselnde Ausstellungen von Originalzeichnungen und Grafiken, insbesondere moderner Künstler, gezeigt wurden, mußte nach einem Jahr im Herbst 1903 aufgegeben werden. Auch beste Empfehlungen bedeutender Kritiker und intensive Mitarbeit bekannter Künstler konnten nicht über den finanziellen Mißerfolg hinüberretten.“ (Hans Benecke 1995, S. 37)
In den Zwanzigerjahren wurde der Buchandlung wieder ein „Graphisches Kabinett“ angegliedert und vereinzelt Graphik-Ausstellungen veranstaltet.
Die Buchhandlung wurde im Februar 1944 durch Bomben zerstört. Nach dem Krieg wurde sie von Hans Benecke (1910-2000) in Berlin wieder eröffnet und später in ein Antiquariat umgewandelt. Seit 1972 ist die Firma in Hamburg ansässig.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Adressbuch für den Berliner Buchhandel; Jahrbuch der bildenden Kunst 1903, 1904; Dressler 1906, 1907, 1908, 1909, 1923; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Osborn, Max: Die Amelang’sche Buch- und Kunsthandlung zu Berlin (begr. 1806). Festschrift anläßlich der vor 25 Jahren erfolgten Niederlassung in Charlottenburg. Zugleich ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des Berliner Westens.- Berlin 1927.
Hundertfünfzig Jahre Amelang: Von der Kantstraße in Berlin zum Frankfurter Roßmarkt.- in:
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Frankfurter Ausgabe. 12, 1956, S. 1242-1243
Das frühe Plakat in Europa und den USA. Ein Bestandskatalog. Band 3: Deutschland. Bearbeitet von Helga Hollmann [u. a.].- Berlin 1980
Hans Benecke: Eine Buchhandlung in Berlin. Erinnerungen an eine schwere Zeit. Mit einem Vorwort von Volker Dahm.- Frankfurt am Main 1995
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