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Der Buchladen Kurfürstendamm
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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BUCHLADEN KURFÜRSTENDAMM (Axel Juncker)
DER BUCHLADEN KURFÜRSTENDAMM
BUCH-KUNST-KURFÜRSTENDAMM
DER BUCHLADEN KURFÜRSTENDAMM (AXEL JUNCKER) G. M. B. H.

Adresse: BERLIN, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Kurfürstendamm 210, Kurfürstendamm 29
Inhaber: Axel Juncker; um/nach 1920 Axel Juncker, Dr. Herbert Ephraim, Albert List, Peter List, Rahel Berdach; später eine G. m. b. H.
Mitarbeiter: Peter List, Dr. Herbert Ephraim, Rahel Berdach (Geschäftsführer der G. m. b. H.)
Bestand: Gründung 1912
Charakteristik: Sortimentsbuchhandlung, Spezialbuchhandlung für Kunstliteratur und bildende Kunst, Ausstellung für Graphik
„Buch-Kunst-Kurfürsterdamm 29. Inh. Axel Juncker. Ständige Kunstausstellung. Spezialität: Moderne Kunst, Gemälde, Graphik“ (Anzeige in: Der Sammler. Nr. 41 v. 10. 10. 1919, S. 12)

Ausstellungen:
1918: Eröffnungsausstellung im April (dabei u. a. Curt Hermann, Ernst Ludwig Kirchner, Bernhard Klein, César Klein, Oskar Moll, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff, Erich M. Simon, Georg Tappert); Odilon Redon, Félicien Rops, Fernand Khnopff; Erna Frank; J. M. Schröder, Franz Winninger; Josef Eberz; Georg Tappert, Bernhard Klein; Gert H. Wollheim
1919: Walter Gramatté; Peter List, Hilde Widmann

Verlag: Da der „Axel Juncker Verlag“ eine eigene Rechtsform mit eigener Adresse hatte, findet er hier keine Darstellung.

Bemerkung:
Der dänische Buchhändler und Verleger Axel Juncker (1870-1952) gründete 1897 die „Buchhandlung Axel Juncker“ in Berlin, die auf nordische Literatur spezialisiert war und die er 1903 an Karl Schnabel verkaufte. 1902 gründete Juncker den „Axel Juncker Verlag“ in Berlin, 1912 eröffnete er den „Buchladen am Kurfürstendamm“ (Kurfürstendamm 210), 1918 wurde am Kurfürstendamm 29 mit der „Buch-Kunst-Kurfürstendamm“ neben einer Spezialbuchhandlung für Kunstliteratur und bildende Kunst auch eine Kunsthandlung eingerichtet. „Ein neues Ausstellungshaus ist am Kurfürstendamm 29 von der Buchhandlung Axel Junker [!] eröffnet worden. Es waren in den vorderen Räumen eine Anzahl Originale von Illustrationen zu sehen, die in der Orplid-Bücherei zu finden sind […] In dem hinteren Saal waren Bilder junger Maler mit Geschmack und Haltung ausgestellt […] Allgemein ist zu sagen, dass ein anspruchsloses Unternehmen wie dieses willkommen zu heissen ist, und dass es, gut geleitet, der jungen Kunst mehr bedeuten kann als repräsentativ auftretende Jahresübersichten.“ (Kunst und Künstler. H. 9 v. Juni 1918, S. 355).
Die in der Rezension genannte Orplid-Bücherei war eine (teilweise illustrierte) Buchreihe des Axel Juncker Verlages, die zwischen 1912 und 1925 erschien und zahlreiche zeitgenössische Illustratoren beschäftigte. Einige von ihnen, wie beispielsweise Walter Gramatté, Peter List, Erich M. Simon und Hilde Widmann, waren in Ausstellungen der „Buch-Kunst-Kurfürstendamm“ vertreten. Kurz Szafranski, der Illustrator von Kurt Tucholsky’s „Rheinsberg“ war - gemeinsam mit Lucian Bernhard - für die Gestaltung der Buchhandlung verantwortlich (Jaumann 1916). Auch Eduard Plietzsch begrüsste das neue Unternehmen: „Es war daher ein glücklicher Gedanke, als die Axel Junckersche Buchhandlung am Kurfürstendamm ebenfalls einen Bilderladen einrichtete […] und auf diesem bequemen Wege gute Kunst vermittelt. Dem großen Publikum, das selten in moderne Ausstellungen geht, werden hier Schöpfungen von Künstlern aus dem Kreise der ‚Freien Secession“ dargeboten. (Die Kunst. H. 8 v. Mai 1918, Anzeigenseite I)
Für die Jahre 1918/1919 sind zahlreiche Ausstellungen überliefert, dabei unter anderem Erstpräsentationen der Künstler Gerd H. Wollheim und Walter Gramatté. Um 1920 begann sich Axel Juncker zurückzuziehen, nahm Dr. Herbert Ephraim und Albert List als Mitbesitzer auf und wandelte die Buch-und Kunsthandlung wenig später in eine G. m. b. H. um, bei der Peter List und Rahel Berdach als Geschäftsführer fungierten. Um 1924 übersiedelte Juncker in seinen Geburtsort Kopenhagen, wo er 1925 ein Antiquariat eröffnete. (Anzeige in: Adressbuch der Antiquare 1926 , S. 117)
„Der Buchladen Kurfürstendamm“ übersiedelte um 1927 nach Kurfürstendamm 33.

Nachweise:
Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Adressbuch für den Berliner Buchhandel

A[nton] Jaumann: Die Kunst am Kurfürstendamm.- in: Deutsche Kunst und Dekoration. H. 4 v. Januar 1916, S. 307-314; Abb. bis S. 325.