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Kunsthandlung Alfred Heller
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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ALFRED HELLER
KUNSTSALON ALFRED HELLER
KUNSTHANDLUNG ALFRED HELLER
KUNST-AUSSTELLUNG ALFRED HELLER

Adresse: BERLIN, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Bleibtreustrasse 12 (1920-1922); Kurfürstendamm 44 (1922-1934)
Inhaber: Alfred Heller
Bestand: 1920(-1934)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Kunsthandlung Alfred Heller. Neu Eröffnet! Fundgrube für Sammler. Berlin-Charlottenburg, Bleibtreustraße 12. Telefon: Steinplatz 6630“ (Anzeige in: Der Sammler. Nr. 1 v. 1. 1. 1921, S. 16); „Kunsthandlung Alfred Heller. Charlottenburg 2, Bleibtreustr. 12. Moderne Gemälde, Graphik.“ (Anzeige in: Der Sammler. Nr. 14 v. 2. 4. 1921, S. 14; Nr. 39 v. 24. 9. 1921, S. 206); „Kunsthandlung Alfred Heller. Charlottenburg, Bleibtreustr. 12. Moderne Gemälde, Aquarelle, Graphik. Feininger, Heckel, Holmer, Huth, Kaus, Kirchner, Otto Müller, Nolde, Pechstein, Schmidt-Rottluff, Schwichtenberg, Skrustin, Radziwill. Ständig wechselnde Ausstellung. Geöffnet: 10-6, sonntags 11-2. Eintritt frei!“ (Anzeige in: Grosse Berliner Kunstausstellung 1921 im Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof. Anzeigenseite I); „Kunst-Ausstellung Alfred Heller. Berlin W 15, Kurfürstendamm 44. Campendonk, Heckel, Kirchner, Kokoschka, Nolde, Radziwill, Schmidt-Rottluff, Plastik: Gustav Heinrich Wolff. Ständig wechselnde Ausstellung. Geöffnet: 10-6, sonntags 11-2“ (Anzeige in: Grosse Berliner Kunstausstellung 1922 im Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof. Anzeigenseite I); „Alfred Heller, Charlottenburg 2, Bleibtreustr. 12. Ständige Kunstausstellung (4 Räume). Gegr. 1920. Inhaber: Alfred Heller“ (Dresslers Kunsthandbuch. Erster Band.- Berlin 1923, S. 859); „Kunstsalon Alfred Heller. Berlin W 15 Kurfürstendamm 44 Bismarck 6630 (Einladungskarte 1927, Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien)

Ausstellungen:
1920: Eröffnungsausstellung mit Werken von u. a. Rudolf Belling, Hans Brass, Lovis Corinth,
Harry Deierling, Lyonel Feininger, Ernst Fritsch, Franz Heckendorff, Willy Jaeckel, Wilhelm Kohlhoff, Bruno Krauskopf, Moriz Melzer, Otto Mueller; 2. Ausstellung mit Werken von u. a. Hans Brass, Lovis Corinth, Lyonel Feininger, Franz Heckendorff, Oswald Herzog, Wilhelm Kohlhoff, Bruno Krauskopf, Moriz Melzer, Emil Nolde, Karl Opfermann, Kurt Tuch
1921: Lyonel Feininger, Werner Gothein, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Werke von u. a. Béla Czóbel, Erwin Freytag, Walter Gramatté, Otto Herbig, Willy Robert Huth, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Karl Schmidt-Rottluff, Martel Schwichtenberg; Werner Gothein (Gemälde, Graphik, Plastik) und Werke von u. a. Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Willy Robert Huth, Max Kaus, Anton Kerschbaumer, Karl Schmidt-Rottluff, Martel Schwichtenberg, Franz Winninger; Artur Degner, Franz Domscheit, Oskar Gawell, Alfred Partikel, Wolf Röhricht, Franz Winninger; Hans Brass, Engers (Gemälde), Rudolf Belling (Plastik), Lyonel Feininger, Erich Heckel, Franz Radziwill, Karl Schmidt-Rottluff (Aquarelle); Lyonel Feininger, Walter Gramatté, Erich Heckel, Otto Herbig, Holmer, Willy Robert Huth, Junker, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein, Franz Radziwill, Emy Roeder, Karl Schmidt-Rottluff, Martel Schwichtenberg, Skrustin; „Dresdner Sezession Gruppe 1919“ und Werke von Lyonel Feininger, Erich Heckel, Holmer, Willy Robert Huth, Max Kaus, Otto Mueller, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff , Martel Schwichtenberg; Franz Radziwill und Werke von Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Otto Herbig, Holmer, Willy Robert Huth, Max Kaus, Otto Mueller, Max Pechstein, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff, Martel Schwichtenberg; Aquarelle und Graphik von Ernst Barlach, Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Willy Robert Huth, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Otto Mueller, Emil Nolde, Franz Radziwill, Christian Rohlfs, Karl Schmidt-Rottluff, Martel Schwichtenberg, Plastik von Herbert Garbe und Emy Roeder;
1922: Neue Adresse Kurfürstendamm 44: Emil Nolde (Graphik und Aquarelle); Karl Schmidt-Rottluff (Neue Bilder), Anton Kerschbaumer; Lyonel Feininger; Franz Radziwill; Graphik von Heinrich Campendonk, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Modersohn, Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff, Plastik von Gustav Heinrich Wolff; „Aquarelle junger Künstler“; Oswald Herzog (Plastik); Künstlergruppe „Der Fels“ (Passau); Franz Radziwill
1923: Aquarelle von u. a. Baladine, Erwin Freytag, Emil Nolde, Franz Radziwill, Rothe; Lydia von Spallart; Alexej Jawlensky; „Handzeichnungen und graphische Blätter moderner Meister“ (dabei u. a. Erwin Freytag, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Franz Radziwill); Louis Lozowick; Franz Radziwill
1924: Kurt Heinrich Herwig; Max Brand
1925: Ernst Honigberger
1926: Peter Eng
1927: „Die Sieben“ (Willy Maillard, Hans Michaelson, Oscar Oehme, Peterpaul Pilarski, Paul Speer, Fritz Steinert, Else Wiegandt)

Bemerkung:
„In der Bleibtreustraße zu Charlottenburg ist eine neue Kunsthandlung von Alfred Heller eröffnet worden, die zunächst die bekannten Künstler der Berliner Secession wie Corinth, Heckendorf, Jaeckel, Kohlhoff, Krauskopf vorführt.“ (Der Cicerone. Nr. 19 v. 30. 9. 1920, S. 728) Die in einer Vier-Zimmer Wohnung etablierte Galerie eröffnete die „Erste Ausstellung Kunsthandlung Alfred Heller, Berlin. Gemälde, Graphik, Aquarelle, Plastik“ am 17. September 1920 (Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 52 v. 24. 9. 1920, S. 998) und präsentierte Einzelwerke von Rudolf Belling, Hans Brass, Lovis Corinth, Harry Deierling, Lyonel Feininger, Ernst Fritsch, Franz Heckendorff, Willy Jaeckel, Wilhelm Kohlhoff, Bruno Krauskopf, Moriz Melzer und Otto Mueller. Die „neue Kunsthandlung von Alfred Heller in Charlottenburg zeigt Verkaufsware aus dem Kreis der Berliner Secession. Daneben prächtige Holzschnitte von Feininger, zwei kleine Plastiken von Belling, Bilder und Zeichnungen von Brass.“ (Das Kunstblatt. H. 11 v. November 1920, S. 352)
In den ersten beiden Jahren wurden neben Einzelausstellungen von u. a. Hans Brass und Werner Gothein regelmässig Präsentationen der neueren Werke der Galeriekünstler in wechselnden Ausstellungen gezeigt. Neben den bereits etablierteren Künstlern wie Heinrich Campendonk, Lyonel Feininger, Erich Heckel, Max Kaus, Ernst Ludwig Kirchner, Moriz Melzer, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff wurden auch jüngere Künstler wie Hans Brass, Béla Czóbel, Artur Degner, Harry Deierling, Franz Domscheit, Erwin Freytag, Ernst Fritsch, Herbert Garbe, Oskar Gawell, Werner Gothein und Walter Gramatté ausgestellt.
Dazu kamen eine Reihe von Künstlern, die weder in den zeitgenössischen, noch den neueren Nachschlagewerken nachgewiesen werden können und von einigen der bei Heller Ausstellenden sind heute nicht einmal die Vornamen zu eruieren (beispielsweise Engers, Holmer, Junker, Rothe und Skrustin oder Skrustein).
Neben Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgraphik wurde auch Plastik (z. B. von Rudolf Belling, Herbert Garbe, Werner Gothein, Oswald Herzog, Emy Roeder und Gustav Heinrich Wolff) präsentiert.
Regelmässig in den Ausstellungen von Heller vertreten war das Künstlerehepaar Willy Robert Huth und Martel Schwichtenberg. Aus den Erinnerungen von Willy Robert Huth darf geschlossen werden, dass der Maler dem Kunsthändler zeitweise beratend zur Seite gestanden ist. Er beschreibt, wie er mit dem Malerkollegen Max Kaus die Emil Nolde gewidmete Ausstellung organisierte und die Hängung besorgte (W. R. Huth 1972/73, S. 17-18).
Ein weiteres Künstlerehepaar, die Bildhauer Herbert Garbe und Emy Roeder hatten ihre erste Berliner Galerieausstellung 1921 bei Heller.
Ein Maler, für den sich Alfred Heller besonders einsetzte, war Franz Radziwill, der nicht nur ständig im Galerieangebot vertreten war, und dem er als einzigen Künstler mehrere Einzelausstellungen widmete und den er in Berlin vertrat (Gerhard Wietek 1990).
Weniger Glück bei Heller hatte der zu dieser Zeit in Berlin lebende österreichische Künstler Rudolf Wacker, der sich im April 1921 bei dem Kunsthändler vorstellte und Zeichnungen und Lithographien zum Verkauf überliesss. Zwei Wochen später, wohl bei einer Nachfrage, ob etwas verkauft worden wäre, notierte Wacker in sein Tagebuch. „Unangenehmes Verhalten Hellers, sein Publikum wäre halt so sehr ‚links orientiert’. Blöder Affe.“ Ein Monat später holte er seine Werke wieder ab. (Rudolf Wacker 1990, S. 351, 359, 367)
Da der Kunstsalon Heller in der „entlegenen Privatwohnung wenig Beachtung fand“ (Curt Glaser: Ausstellungen.- in: Berliner Börsen-Courier. 26. 3. 1922), entschloss sich der Kunsthändler im März 1922 zum Umzug an den Kurfürstendamm. „Der Kunstsalon Alfred Heller hat am Kurfürstendamm 44 eine Erdgeschoßwohnung mit wenigen Mitteln zweckmäßig und ansprechend in einen Kunstsalon verwandelt.“ (Kunst und Künstler. H. 9 v. Juni 1922, S. 320). In vier Zimmern, „sehr schön, aber nicht sehr groß“ W. R. Huth 1972/73, S. 17), eröffnete Heller in „angenehm licht gehaltenen Räumen“ (Das Kunstblatt. H. 4 v. April 1922, S. 181) eine Ausstellung mit Werken von Emil Nolde, wo neben älteren Werken auch die Ergebnisse einer Spanienreise gezeigt wurden.
Auch in den neuen Räumen stand meist ein Künstler mit einer größeren Werkauswahl im Mittelpunkt (beispielsweise Alexej Jawlensky, Franz Radziwill und Karl Schmidt-Rottluff), daneben immer neuere Werke der Galeriekünstler.
Während zwischen 1920 und 1923 die wechselnden Ausstellungen regelmässig stattfanden, wurden zwischen 1924 und 1927 nur noch einige wenige Ausstellungen veranstaltet. Die bis dahin vertretenen Künstler scheinen nicht mehr auf, neue Namen im Galerieangebot waren Kurt Heinrich Herwig, Max Brand, Ernst Honigberger und Peter Eng.
Die letzte derzeit bekannte Ausstellung wurde am 3. März 1927 eröffnet: „Die Sieben. 1. Ausstellung“. Der mit einem Titelholzschnitt versehene illustrierte Katalog nennt die Mitglieder dieser Ausstellungsgemeinschaft: Willy Maillard, Hans Michaelson, Oscar Oehme, Peterpaul Pilarski, Paul Speer, Fritz Steinert und Else Wiegandt.
Spätere Aktivitäten von Alfred Heller, der im Berliner Adressbuch bis 1934 feststellbar ist, sind derzeit nicht belegbar. Im 1930 erschienenen Adressbuch „Maecenas“ wird lediglich der Handel mit Glas erwähnt.

Nachweise:
Dressler 1923; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

W. R. Huth: Erinnerungen an Max Pechstein.- in: Brücke-Archiv. Heft 6, 1972/73, S. 17-20
Gerhard Wietek: Franz Radziwill-Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft.- Oldenburg 1990
Rudolf Wacker. Tagebücher 1913-1939. Hrsg. v. Rudolf Sagmeister.- Vaduz 1990
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