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Bibliophile Bücherstube Clara Landau G. m. b. H.
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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LANDAU
BIBLIOPHILE BÜCHERSTUBE CLARA LANDAU G. M. B. H.

Adresse: BERLIN, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Kurfürstendamm 187, Schöneberger Ufer 31
Inhaber: G. M. B. H., Geschäftsführerin Clara Landau
Bestand: 1923-1930
Charakteristik: Kunstbuchhandlung
„Alte Drucke, illustrierte Bücher aller Jahrhunderte, Erstausgaben, seltene Luxusdrucke“ (Adressbuch des Deutschen Buchhandels)

Ausstellungen:
1928: Alfred Lomnitz
1929: Chantal Quenneville
1930: Junge Pariser Maler (dabei u. a. Dietz Edzard, Rodolphe Théophile Bosshard, Aron Dejez,
Roman Kramstyk, Adriaan Lubbers, René Paresce, Ismael Gonzales de la Serna, Marc Sterling)

Bemerkung:
Die „Bibliophile Bücherstube Clara Landau G. m. b. H.” wurde am 26. Februar 1923 am Kurfürstendamm 187 gegründet und übersiedelte um 1928 nach Schöneberger Ufer 31. Das Angebot (dabei u. a. illustrierte Bücher, Erstausgaben, Luxusdrucke) wurde in zahlreichen, etwa 25 Katalogen angeboten. Im Nachlass von Karl Schwarz (New York, Leo-Baeck-Institute) findet sich zu Clara Landau die Bemerkung: „Bibliophiles Antiquariat + moderne Malerei, Selbstmord Mai 1930“.
Ende 1928 begann Clara Landau, Ausstellungen zu veranstalten. Begonnen wurde mit einer Ausstellung von Aquarellen aus Frankreich von Alfred Lomnitz, 1929 stellte die französische Malerin Chantal Quenneville aus, und 1930 fand eine von der Pariser Galerie Zak organisierte Ausstellung von in Paris lebenden jungen Malern statt. „Bei Clara Landau junge Pariser Maler, zusammengestellt vom Salon Zak. Polen, Russen, Spanier, Amerikaner und ein paar Franzosen, ungefähr das, was sich in den Kunstläden des Montparnasse durchschnittlich zusammenfindet. Nichts Entscheidendes, aber vielleicht durchaus interessant und lehrreich, daß es hier in Berlin mal einen Begriff gibt von dem Pariser Durchschnitt, der zweifellos nicht über unserem Durchschnitt ist.“ (Paul Westheim in: Das Kunstblatt. H. 6 v. Juni 1930, S. 190)
Die angesprochene „Galerie Zak“ (Paris, Place Saint Germain des Prés 16 Rue de L’Abbaye) wurde von der Witwe des Malers Eugène Zak gegründet und pflegte den Austausch zwischen Frankreich und Deutschland. (Auch Eugène Zak hatte Ausstellungen in Deutschland, beispielsweise 1925 in der Galerie -> SALZ, Köln.)
Clara Landau starb, 35jährig, am 18. Mai 1930 durch Selbstmord. In einem Nachruf heisst es: „Ihre bibliophile Bücherstube war oft der Sammelpunkt ernster Bücherfreunde, denen jederzeit bibliophile Delikatessen vorgelegt werden konnten. Mit ihren Kenntnissen auf diesem Gebiet verband sie einen künstlerischen Geschmackssinn, so daß viele sich von ihr gern beraten ließen. In neuerer Zeit wurde ihre Bücherstube auch eine Pflegestätte für moderne Malerei und sie hatte auch hier immer etwas Neues zu bieten, so daß also auch in dieser Hinsicht ihr Unternehmen in der Reihe der privaten Ausstellungsveranstaltungen stets eine Bedeutung behalten hätte." (Der Sammler. Jg. 20, 1930, S. 335; Dank an Stefan Pucks, Bergfelde, für den Hinweis).
Ihr Nachfolger als Geschäftsführer wurde Dr. Kurt Hauptmann, die Geschäftsräume wurden im September 1930 von der Kunsthandlung -> KUNSTSTUBE G. M. B. H. übernommen.

Nachweise:
Archiv:
New York: Leo-Baeck-Institute (Nachlass Karl Schwarz)
Literatur:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Adressbuch für den Berliner Buchhandel