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Reiss & Krüger
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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REISS & KRÜGER
REISS & KRÜGER VERLAG FÜR GRAPHIK

Adresse: BERLIN, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Wichmannstrasse 10
Inhaber: Erich Reiss, Erich Krüger
Mitarbeiter: Paul Ferdinand Schmidt
Bestand: 1922-(1926)
Charakteristik: Graphik-Verlag, Graphik-Handlung
„Reiss & Krüger Graphik. Berlin W 62, Wichmannstrasse 10. Wir kaufen ständig: Kupferstiche, Radierungen, Handzeichnungen. Besonderes Interesse haben wir für: Aldegrever, Altdorfer, Beham, Callot, Cranach, Dürer, Goya, Hollar, Leyden, Ostade, Rembrandt, Waterloo. Corot, Daumier, Haden, Liebermann, Manet, Meid, Miller, Munch, Slevogt, Whistler, Zorn. Wir bitten um Angebote mit Preisforderungen, die stets sofort erledigt werden.“ (Anzeige in: Das Sammlerkabinett. H. 4/5, 1923/24, Anzeigenseite; Der Kunstwanderer. Juli 1923, S. 468; Der Kunstwanderer. September 1923, Umschlagseite 4)

Ausstellungen:
1924: „Unbekannte Handzeichnungen der deutschen Romantik“

Verlag:
Carl Blechen: Ruine; Kloster (Radierungen, je 50 Exemplare auf Bütten)
Willy Jaeckel: Eros; Liebespaar (Radierungen, je 30 Exemplare auf Bütten)
Felix Meseck: Birken; Landschaft mit Obstbäumen (Radierungen, je 30 Exemplare auf Bütten)
Max Slevogt: Mohammed (Lithographie, 65 Exemplare auf Bütten)

Bemerkung:
Die Gründung von „Reiss & Krüger“ erfolgte am 27. 12. 1922, Sitz des Graphikverlages und der Graphikhandlung war die Wichmannstrasse 10, wo auch der 1908 von Erich Reiss (1884-1951) gegründete Verlag beheimatet war. Mitinhaber war Erich Krüger, der auch Prokurist des Verlages Erich Reiss war. Die im Verlag Reiss & Krüger erschienenen Originalgraphiken von Willi Jaeckel, Felix Meseck und Max Slevogt stammten von Künstlern, die auch im Verlagsprogramm des Verlags von Erich Reiss vertreten waren.
Im Frühjahr 1924 wurde ein Ausstellungsraum „in dem schönen Repräsentationssaal des klassizistischen Hauses“ (Paul Ferdinand Schmidt 1955, S. 122) eingerichtet, der mit einer Ausstellung „Unbekannte Handzeichnungen der deutschen Romantik“ eröffnet wurde.
Der Versuch des Verlegers Erich Reiss, in den Graphikhandel und den Graphikverlag einzusteigen, währte nur relativ kurz. Erich Krüger, sein Verlagsprokurist und Mitinhaber von „Reiss & Krüger“, hatte Gelder veruntreut, was nicht nur den Verlag nachhaltig schädigte, sondern auch eine Auflösung des Graphikhandels bedeutete. Paul Ferdinand Schmidt, der schon Erfahrung als Kunsthändler hatte ( DER NEUE KUNSTSALON, München) trat 1924 bei Reiss & Krüger als Mitarbeiter ein und beschreibt den Mitinhaber: „Er, Krüger, war der übelste Typ des Jobbers, des wilden und rücksichtslosen Geschäftemachers […] der zum Schluß, das ist das sagenhafte Resultat dieser unseligen Spekulation , auf die sozusagen deutsche Goyimtüchtigkeit, mit den vorhandenen Barmitteln des Verlages das Weite suchte und Erich Reiss in kläglichen Umständen, von Mitteln entblößt und dem Bankrott anheimgegeben, zurückließ […] Reiss war diesem Schieber und Betrüger in keiner Weise gewachsen.“ (Paul Ferdinand Schmidt 1955, S. 121-122). Im Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1928 (Abteilung 2, S. 20) wird die Firma als „erloschen“ gemeldet.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels, Adressbuch für den Berliner Buchhandel; Handbuch des Kunstmarktes 1926

Paul Ferdinand Schmidt: Lebenslauf. Als Manuskript gedruckt [1955]
Hans Adolf Halbey: Der Erich Reiss Verlag 1908-1936. Versuch eines Porträts. Mit einer Übersicht über die Verlagsproduktion.- in: Archiv für Geschichte des Buchwesens. Frankfurt am Main. Band 21, 1980, Sp. 1127-1256