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Kunsthaus Hans Gutacker
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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GUTACKER
KUNSTHAUS HANS GUTACKER
KUNSTHANDLUNG HANS GUTACKER
KUNSTANTIQUARIAT HANS GUTACKER

Adresse: BONN, Preussen/Rheinprovinz (Nordrhein-Westfalen), Am Weiher 2 (1923); Coblenzer Strasse 14 (1926-1929); Thielstrasse 4 (ab 1929)
Inhaber: Hans Gutacker
Bestand: gegründet 1921
Charakteristik: Kunsthandlung, Kunstantiquariat, Kunstverlag, Antiquitätenhandlung
„Alte und moderne Künstlergraphik“ (Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1935, Nachtrag [Beilage] S. II; „Kunsthandlung, Kunstantiquariat, Kunstverlag, Antiquitätenhandlung, Ausstellung des Bonner Künstlerbundes“ (Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1928, S. 343); „Großes Lager alter Graphik, Städteansichten, Kupferstichkarten, 10000 Portraitstiche, Moderne Graphik, Gemälde, Antiquitäten. Verlag der 1792 gestochenen Janscha-Ziegler Rheinansichten (vormals Artaria & Co., Wien), Alte Ansichten von München etc. etc.“ (Anzeige in: Internationales Adressbuch der Antiquare 1935. S. 70)

Ausstellungen:
Ab 1921 Ausstellungen des „Bonner Künstler-Bund“
1922: Gottfried Trimborn

Verlag:
Willy Paupie: Blick auf Bonn von Osten, Farbradierung (um 1927)
Ernst Peche: Adolf Hitler, Radierung, 1932
Ernst Peche: Ansicht der königlichen Haupt- und Residenz Stadt Stuttgart. Kolorierter Kupferstich (nach einer 1812 entstandenen Arbeit von Wilhelm Nilson), um 1930

Bemerkung:
Der 1888 in Neuwied geborene Hans Philipp Gutacker war gelernter Kunsthändler, der in Wien bei -> ARTARIA arbeitete und sich dann in der Folge in Wien selbstständig machte (Schweiger 1995, S. 21). Im März 1921 übersiedelte er nach Bonn und gründete am 1. Oktober 1921 das „Kunsthaus Gutacker“. Gutacker gehörte zu den typischen „Mischbetrieben“, wie sie in kleineren Städten oft zu finden waren. Er vereinigte Kunsthandel, Kunstgewerbe, Antiquariat, Antiquitätenhandel und Kunstverlag (Schweiger 1994, S. 61).
Im „Handbuch des Kunstmarktes 1926“ ist Gutacker in fünf Kategorien eingetragen: Kunstgewerbehandlung, Kunstantiquariat, Kunstausstellungen, Kunsthandlung, Antiquitäten, Kunstverlag. Dazu kommen noch die Eintragungen als Sammler (Alte Graphik, alte Rheinansichten), und bei der Künstlervereinigung „Bonner Künstler-Bund“, wo er als Schatzmeister und Veranstalter von Ausstellungen der Vereinigung genannt wird.
Der 1919 gegründete „Bonner Künstler-Bund“ (Mitglieder u. a. Benvenuta von Engelbrecht, Theo Gansen, Emil Krupa-Krupinsky, Otto Küppers, Karl Nonn, Hermann Peters, Gottfried Trimborn, Peter Paul Müller-Werlau) veranstaltete seine Ausstellungen teilweise im städtischen Museum „Villa Obernier“ und vor der Gründung des „Kunsthaus Gutacker“ in der „Bilderstube Korff-Schmysing“ (Kunst für alle. H. 17/18 v. Juni 1920, Anzeigenseite I).
Einzelne Ausstellungen des „Bonner Künstler-Bund“ bei Gutacker sind derzeit nicht belegbar, lediglich die erste Personale des Mitgliedes Gottfried Trimborn im Juni 1922 ist mit einer Rezension belegt, allerdings wird der Ausstellungsort „Kunsthaus D. K. B.“ genannt, womit wohl das „Kunsthaus Gutacker“ gemeint ist (Der Sammler. Nr. 25 v. 24. 6. 1922, S. 395).
1929 ist Gutacker mit zwei Adressen in Bonn nachzuweisen (Coblenzer Strasse 14 und Thielstrasse 4), in der Folge betrieb Gutacker sein Geschäft in der Thielstrasse 4, wo er bis in die sechziger Jahre nachzuweisen ist (Kürschners Graphiker Handbuch 1967, S. 386). Der Nachfolgebetrieb „Kunsthaus & Kunstantiquariat Hans Gutacker“ ist an derselben Stelle bis zumindest 2000 belegbar.
Eine besondere Beziehung hatte Gutacker zu zwei Wiener Graphikern. Zu Ernst Peche, den er von seiner Zeit bei -> ARTARIA in Wien kannte und zu Ferdinand Eckhardt, worüber dessen Sohn 1983 schrieb: „Eines weiteren langjaehrigen Freundes muss ich noch gedenken, naemlich des Bonner Kunsthaendlers Hans Gutacker, der meinem Vater in Begeisterung fuer sein Werk und in Freundschaft zugetan war. Er war es, der sich am meisten fuer den Verkauf der Radierungen meines Vaters eingesetzt hatte und ihm daher vor allem auch in den kritischen Jahren vor und nach 1918 eine grosse wirtschaftliche Stuetze war […] und der am Anfang der Zwanzigerjahre meinen Vater zu verschiedenen Radierungen inspirierte.“ (Ferdinand Eckhardt 1983, S. [10-11])

Nachweise:
Quellen:
Wien: Wiener Stadt- und Landesarchiv (Meldearchiv)
Literatur:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Dressler 1923; Maecenas 1927; Maecenas 1930; Internationales Adressbuch der Antiquare 1928 (-1940); Adressbuch 1933

Kürschners Graphiker Handbuch. Deutschland, Österreich, Schweiz. Illustratoren, Gebrauchsgraphiker, Typographen. Hrsg. v. Charlotte Fergg-Frowein. Zweite erweiterte Auflage.- Berlin 1967
Ferdinand Eckhardt jun.: Ferdinand Eckhardt. Ein Wiener Graphiker (1876-1952). Radierungen - Monotypien - Musikornamente.- [Ottawa 1983]
Werner J. Schweiger: Rudolf Ibach. Mäzen, Förderer und Sammler der Moderne 1873-1940.-Wien [1994]
Werner J. Schweiger: Kunsthandel der Zwischenkriegszeit in Wien.- in: Galerie Würthle. Gegründet 1865.- Wien: Galerie Würthle 1995. S. 17-23