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Kunst-Salon Franz Hancke
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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HANCKE
KUNST-SALON FRANZ HANCKE

Adresse: BRESLAU, Schlesien (Wrocław/Polen), Tauentzienplatz 3
Inhaber: Franz Hancke
Bestand: 1907-1909
Charakteristik: Malerei, Plastik, Graphik, Kunstgewerbe
„Kunst-Salon Franz Hancke. Breslau. Tauentzienplatz 3“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 29 v. 24. 4. 1908, S. 216)

Ausstellungen:
1908: Adolph Menzel, Max Liebermann, Hans Leistikow; Ilse Conrat (Plastik); Herbstausstellung mit Werken von u. a. Julius Exter, Max Kuschel, Max Liebermann, Franz Skarbina, Wilhelm Trübner; Rudolf Schramm-Zittau; Vincent van Gogh; Edvard Munch

Bemerkung:
Franz Hancke (1872-1909) stammte aus Breslau und war von 1897-1907 Sekretär der Wiener Secession und Redakteur der Zeitschrift „Ver Sacrum“. Im November 1907 übersiedelte er in seine Heimatstadt und eröffnete Ende des Jahres seinen, von Hans Poelzig ausgestatteten, Kunstsalon (Der Kunstmarkt. Nr. 12 v. 27. 12. 1907, S. 91). Poelzig, seit 1903 Direktor der Königlichen Kunst- und Kunstgewerbeschule, war auch der Initiator des 1908 gegründeten „Künstlerbund Schlesien“, der seine erste Geschäftsstelle hier hatte.
Hanckes Angebot bestand aus Malerei, Plastik, Graphik und Kunstgewerbe zeitgenössischer Künstler (Die Kunst. H. 5 v. Februar 1908, Anzeigenseite V), Anzeigen in der Zeitschrift „Kunstmarkt“ belegen auch seine Angebote an älterer Kunst: Im April 1908 bot er ein Böcklin-Gemälde aus dem Jahr 1895 an (Nr. 29 v. 24. 4. 1908, S. 215), im Oktober 1908 ein Diptychon von Lucas Cranach (Nr. 4 v. 30. 10. 1908, S. 31).
Hanckes zehnjährige organisatorische Tätigkeit für die „Wiener Secession“ und deren international ausgerichtetem Ausstellungsprogramm brachten ihm als Kunsthändler die wichtigen Kontakte zu Künstlern (z. B. Julius Exter, Max Liebermann, Franz Skarbina), die auch schon in Wien ausgestellt hatten. Auch die Bildhauerin Ilse Conrat, die 1908 eine Ausstellung ihrer Plastik in Breslau hatte, war Hancke aus Wien bekannt. Edvard Munch (der 1904 eine grosse Präsentation in der Wiener Secession hatte), wurde im Juni 1908 kontaktiert mit der Bitte um eine Ausstellung in Breslau, die dann auch im November 1908 stattfand und neben 14 Gemälden auch Radierungen, Lithographien und Holzschnitte enthielt (Jan Kneher 1994, S. 270).
Franz Hancke starb am 26. März 1909 in Breslau. Hanckes Erben, die den Kunstsalon kurze Zeit weiterführten , schenkten 1909 dem Breslauer „Schlesischen Museum der Bildenden Künste“ zur Erinnerung an den Kunsthändler eine weibliche Bildnisstudie (1894) von Wilhelm Trübner. (Schlesisches Museum, Katalog 1926) .
Im Mai 1909 erschien eine Anzeige, in der die Vermietung des Lokals oder eine Übernahme der Kunsthandlung angeboten wurde: „Kunsthandlung in Breslau. Laden in vornehmster Gegend am Tauentzienplatz […] ist wegen Hinscheiden des Besitzers anderweitig zu vermieten. Eventl. kann das Geschäft übernommen werden. Anfragen beim Hauswirt Hugo Sternberg, Breslau, Salzstr. 34“ (Der Kunstmarkt. Nr. 33 v. 21. 5. 1909, S. 267).
Die Geschäftsräume wurden Ende 1909 von der Galerie -> ARNOLD übernommen, die hier eine Zweigstelle ihres Dresdner Stammhauses einrichtete (Die Kunst. H. 3 v. Dezember 1909, Anzeigenseite I).

Nachweise:
Archive:
Hamburg: Staats- und Universitätsbibliothek (Nachlass Gustav Schiefler ); Wien: Archiv der Secession; Archiv des Landes und der Stadt Wien
Literatur:
Dressler 1909

Schlesisches Museum der Bildenden Künste Breslau. Katalog der Gemälde und Skulpturen. 6. Auflage.- Breslau 1926
Kunst in Schlesien-Künstler aus Schlesien. Malerei, Graphik und Plastik im 20. Jahrhundert.-Würzburg 1985
Jan Kneher: Edvard Munch in seinen Ausstellungen zwischen 1892 und 1912.- Worms 1994
Edvard Munch - Gustav Schiefler. Briefwechsel. Band 1.1902-1914. Bearbeitet von Arne Eggum.- Hamburg 1987
Hans Poelzig in Breslau. Architektur und Kunst 1900-1916. Hrsg. v. Jerzy Ilkosz und Beate Störtkuhl.- Delmenhorst 2000