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Galerie Baumbach
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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BAUMBACH
GALERIE BAUMBACH
EMIL RICHTER MODERNE GALERIE UND BÜCHERSTUBE ERICH E. BAUMBACH

Adresse: DRESDEN, Freistaat Sachsen (Freistaat Sachsen), Prager Strasse 13
Inhaber: Erich E. Baumbach
Bestand: 1926-1928
Charakteristik: Buch- und Kunsthandlung
„Emil Richter Moderne Galerie und Bücherstube Erich E. Baumbach, Prager Str. 13. Wechselnde Ausstellungen moderner deutscher und ausländischer Künstler. Das moderne Buch. Zeitgenössische französische Literatur in Ursprache“ (Anzeige in: Grosse Aquarell-Ausstellung Dresden 1926. Anzeigenseite); „Emil Richters Moderne Galerie und Bücherstube Erich E. Baumbach. Wechselnde Ausstellungen moderner Kunst - Junge Franzosen - Plastik - Graphik - Das Schöne Buch. Dresden-Altstadt. Prager Straße 13 - Fernruf 28901“ (Anzeige in: Dresdener Kunstbuch 1927. Jahrbuch zur Förderung der Kunstpflege. Anzeigenseite); „Galerie Baumbach. Dresden-A 1, Prager Str. 13. Kunst- und Buchhandlung. Inh.: Erich E. Baumbach“ (Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1928, S. 189)

Ausstellungen:
1926: Paula Modersohn-Becker; Theodore Brenson (Graphik); József Egry (Gemälde, Pastelle, Handzeichnungen); Tsugouharu Foujita, José de Togores, Ernesto de Fiori, Renée Sintenis; Emile Boyer; Nikolaus [Miklós] Farkasházi; Carl Luis Heinrich-Salze [d. i. Katharina Heise], Hugo Peters; Gabriele Münter; Benco Obreschkoff [Obreskov], Gösta Bohm; Kees van Dongen, Maurice Utrillo, Moïse Kisling, Amedeo Modigliani, José de Togores, Pablo Picasso, Maurice de Vlaminck; Else Seifert (Photographien von Capri); Henri de Toulouse-Lautrec (200 Graphiken); Graphikausstellung (dabei u. a. Ernst Ludwig Kirchner, Alfred Kubin, Walter Lindgens, Constantin von Mitschke-Collande, Heinrich Nauen, Maurice de Vlaminck, Otto von Wätjen, Paul Wilhelm)
1927: „Kollektion moderner Franzosen“; Constantin von Mitschke-Collande; Massimo Campigli; Lajos Tihanyi; Thomas Rowlandson; Gert Wollheim; Luis Neu; Hans Unger; Richard Guhr
1928: Josef Hegenbarth

Bemerkung:
„Der neue Leiter der jetzt unter der Bezeichnung ‚Emil Richter, Moderne Galerie und Bücherstube’ bekannten Dresdner Kunsthandlung, Erich E. Baumbach, eröffnete am 11. April vor geladenen Gästen seine Räume mit einer Gedächtnisausstellung für Paula Modersohn-Becker […] Herr Baumbach [hielt] eine kurze Ansprache, in der er gewissermaßen sein Programm entwickelte, der modernen Kunst zu dienen, ohne sich in eine bestimmte Richtung festzulegen.“ (Der Kunstwanderer. Mai 1926, S. 388)
„Die Ausstellungsräume und Bücherstube von Emil Richter wurden mietweise abgegeben und am Ostersonntag 1926 als Galerie Baumbach neu eröffnet. Es zieht damit in eine alte, dem Dresdner durch manche gute Ausstellung liebgewordenen Kunststätte wieder reges Leben ein. Vorläufig scheinen die Franzosen eine besondere Bevorzugung zu genießen, denn von drei Ausstellungen wurden schon zwei Pariser Künstlern eingeräumt.“ (Dresdner Kalender 1927, S. 61)
Die Verwirrung über zwei Firmen unter derselben Anschrift Prager Straße 13 und die unterschiedlichen Bezeichnungen  EMIL RICHTER für die alteingesessene Kunsthandlung und die Bezeichnungen „Emil Richter, Moderne Galerie und Bücherstube“ oder „Galerie Baumbach“ für den Pächter von Buchhandlung und angeschlossenen Ausstellungsräumen war perfekt, was zu zahlreichen Klarstellungen führte: „Um einer irrtümlichen Auffassung vorzubeugen wird uns mitgeteilt, daß die Kunsthandlung Emil Richter unter ihrem bisherigen Inhaber Dr. R. H. Meier unverändert fortbesteht. Nur die bisher auch räumlich getrennt gewesene Bücherstube mit der sich anschließenden Ausstellungsabteilung ist unter der Benennung Emil Richters [!] Moderne Galerie und Bücherstube an Erich E. Baumbach verpachtet worden und wird selbständig geleitet.“ (Der Kunstwanderer. Juni 1926, S. 424; Kunst und Künstler. H. 8 v. Mai 1926, Anzeigenseite 2)
Trotz dieser Klarstellung blieb die Verwirrung bei den Rezensenten bestehen, und sie wiesen die stattfindenden Ausstellungen manchmal der Galerie Richter, manchmal der Galerie Baumbach zu, was eine korrekte Zuordnung sehr schwierig macht. (Auch die monographische Literatur über die Künstler, die zu dieser Zeit in der Prager Strasse 13 ausgestellt haben, bringt durch die Verwechslung der beiden Namen, keine Klarheit.)
Eröffnet wurde im April 1926 mit einer Ausstellung von 25 Gemälden und 70 Handzeichnungen von Paula Modersohn-Becker aus dem Besitz von Bernhard Hoetger und des Ehemannes Otto Modersohns (Der Cicerone. H. 10 v. Mai 1926, S. 331).
Während das Ausstellungsprogramm bis Ende des Jahres 1926 ziemlich dicht war und neben deutschen Künstlern u. a. auch französische, ungarische und schwedische Künstler präsentierte sowie eine der seltenen Fotoausstellungen in einer Kunsthandlung (Else Seifert, Photographien von Capri), sind für das Jahr 1927 nur einige wenige Personalausstellungen nachzuweisen.
Die im Januar 1928 gezeigte Graphikschau von Josef Hegenbarth dürfte die letzte Präsentation der Galerie Baumbach gewesen sein. Kurz darauf wurden „die bisher von der inzwischen aufgelösten Galerie Baumbach gemieteten Oberlichtsäle (Prager Straße 13) wieder übernommen. Ueber die zukünftige Verwendungsart der Ausstellungsräume liegt noch keine endgültige Entscheidung vor, jedoch hofft die Leitung der Firma Emil Richter wieder eine Reihe von Wechselausstellungen unter besonderer Berücksichtigung der einheimischen Kunst bringen zu können.“ (Der Kunstwanderer. Februar 1928, S. 263; Antiquitäten-Zeitung. H. 4 v. 16. 2. 1928, S. 54)
Im Juli 1928 wurden, anlässlich des 80. Bestandsjahres der Galerie Richter, die Oberlichtsäle wieder unter der alten Leitung mit einer Ausstellung deutscher und französischer Künstler eröffnet (Der Kunstwanderer. Juli 1928, S. 503).
Über die Biographie des Schriftstellers und Kunstkritikers Erich E. Baumbach, der knappe zwei Jahre als sehr engagierter Kunsthändler in Dresden wirkte, ist nichts bekannt. Er emigrierte nach 1933 nach Italien, wo er in Mailand lebte. Er publizierte in den bibliophilen „Edizioni Campografico“ Mitte der Dreissigerjahre eigene Dichtungen („Arbeiten 1936“ und „Das Ende. Ein surrealistischer Totentanz.“ Mit 12 Holzschnitten von Rolf Wagner) sowie zwei Künstlermonographien („Der Maler Roland Hettner. Eine Biographie des Beginnens“ und „Le sculpteur Lucio Fontana. Un essai analytique“).

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels

Dresdener Kunstbuch 1927. Jahrbuch zur Förderung der Kunstpflege
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