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v. Zahn & Jaensch
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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V. ZAHN & JAENSCH
V. ZAHN & JAENSCH NACHF.

Adresse: DRESDEN, Freistaat Sachsen (Freistaat Sachsen), Waisenhausstrasse 10
Inhaber: Robert von Zahn (1870-1921); Emil Jaensch (1880-1911); Arthur Wille (1911-1942)
Bestand: 1850-(1943)
Charakteristik: Buch- und Kunsthandlung, Antiquariat, Verlag
„Handel mit alten Kupferstichen, Handzeichnungen, Kunstpublikationen u. altjapanischen Kunstsachen.“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1906. S. 508); „v. Zahn & Jaensch. Buchhandlung und Antiquariat. Dresden A. Waisenhausstrasse 10. Größtes Dresdner Bücherlager, Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte alter und neuer Meister. Luxusdrucke etc. Verlangen Sie unsere Verlags-Prospekte.“ (Anzeige in: Die Bücherstube. H. 5/6, 1923, Umschlagseite 3); „v. Zahn & Jaensch. Antiquariat. Dresden-A. Waisenhausstraße 10. Illustrierte Werke, Graphik, Handzeichnungen, Porträts. Ankauf. Verkauf. Kataloge und Spezialofferten auf Wunsch“ (Anzeige in: Das Sammlerkabinett. H. 8, 1925, Anzeigenseite)

Ausstellungen:
1920: Richard Müller (Handzeichnungen, Aquarelle, Pastelle, Radierungen)
1923/1924: Ludwig Richter
1925: „Handzeichnungen und Aquarelle der Sammlung M.- Dresden“

Verlag:
Da der 1870 gegründete Verlag eine eigene Rechtsform hatte, findet er hier keine Darstellung.

Bemerkung:
Die Buch- und Kunsthandlung v. Zahn & Jaensch entwickelte sich aus der 1850 gegründeten Buchhandlung Gustav Schönfeld. Robert von Zahn (1840-1922) trat 1870 in die Vorläuferfirma ein, Emil Jaensch (1849-1941) kam 1880 dazu. 1883 wurde die Firma in „v. Zahn & Jaensch“ umbenannt. Seit 1898 war die Firma in der Waisenhausstrasse 10 beheimatet.
Emil Jaensch schied 1911 von der Firma und Arthur Wille wurde Mitinhaber, ehe er nach dem Ausscheiden von Robert von Zahn als Alleininhaber fungierte.
Das Angebot der Buch- und Kunsthandlung wurde in mehr als 350 Katalogen dargelegt, darüber hinaus gab es im 19. Jahrhundert zahlreiche Kunstauktionen. In den Zwanzigerjahren erschienen etwa 15 Antiquariatskataloge unter dem Titel „Dresdner Bücherfreund“.
Als eine der grössten Dresdner Buchhandlungen war v. Zahn & Jaensch auch beliebte Ausbildungsstätte für angehende Buchhändler. So begann beispielsweise der spätere Schriftsteller Heinrich Mann (1871-1950) hier 1889 seine Buchhandelslehre, die er jedoch nach einem Jahr wieder abbrach, um als Volontär in den Berliner Verlag S. Fischer einzutreten.
Die Kunsthandelsabteilung war spezialisiert auf Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte alter und neuer Meister, monographische Ausstellungen oder Einzelpräsentationen von Künstlern dürften eher selten veranstaltet worden sein.
1920 ist eine grosse Ausstellung mit mehr als einhundert Arbeiten (Handzeichnungen, Aquarelle, Pastelle und Radierungen) des in Dresden an der Akademie wirkenden Richard Müller in der Presse besprochen (Die Kunst für Alle. H. 17/18 v. Juni 1920, Anzeigenseite II), Im Dezember 1923- Januar 1924 fand, mit Unterstützung der Dresdner Sammler, eine grosse Ausstellung mit Graphik von Ludwig Richter (1803-1884) statt (v. Zahn & Jaensch veranstaltete 1886 eine Auktion mit der „von Ludwig Richter hinterlassener Sammlung eigener Arbeiten“) 1925 wurden, begleitet von einem umfangreichen Katalog mit Einführung von Hans W. Singer, „Handzeichnungen und Aquarelle der Sammlung M.- Dresden“ ausgestellt und die zwischen 1800 und 1900 entstandenen Arbeiten zum Verkauf angeboten (Anzeige in: Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler. H. 9, 1925, Anzeigenseite).

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Seelig 1903; Dressler 1906, 1907, 1908, 1909; Pantheon 1914; Dressler 1923; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Adressbuch der Antiquare 1926; Internationales Adressbuch der Antiquare 1928 (-1940); Maecenas 1930

Karl Grossmann: Die Buchhandlung v. Zahn & Jaensch.- in: Dresdner Kunstbuch 1928. Jahrbuch zur Förderung der Kunstpflege.- Dresden [1929], S. 67-69
Lektoriert Pucks