Results:  1

August Bagel
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
Transcription / Description
Related Objects
Additional Reproductions

BAGEL
AUGUST BAGEL
A. BAGEL
A. BAGEL AKTIENGESELLSCHAFT

Adresse: DÜSSELDORF, Preussen/Rheinprovinz (Nordrhein-Westfalen), Grafenberger Allee 98
Inhaber: August Bagel (1882-1916); Fritz Bagel (Mitbesitzer seit 1907); A. Bagel Aktiengesellschaft (seit 1921; Vorstand Fritz Bagel bis 1936)
Gründung 1826 in Wesel, seit 1878- heute in Düsseldorf
Charakteristik: Verlag, Druckerei
„Die Firma führte Arbeiten folgender Künstler aus: H. Otto, Erich Nikutowksi, Max Stern, Prof. Dr. Kröner, Ernst Hardt usw.“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1907. S. 571); „A. Bagel. Düsseldorf. Grafenberger Allee 98. Neuzeitliche Graphik. Radierungen, Lithographien, Holzschnitte von Clarenbach, Kaul, Otto, Schwarkopf, Uzarski, Weinzheimer u. a.“ (Anzeige in: 6 Jahre Kunsthaus Schaller 1913-1919.- Stuttgart 1919. Anzeigenseite); „Holzschnitte, Radierungen und Steinzeichnungen aus dem Kunstverlag A. Bagel Aktiengesellschaft in Düsseldorf. Einzelblätter und teilweise Sammelmappen liegen vor von den Künstlern Max Clarenbach, Ed. Dollerschell, Rich. Gessner, Aug. Kaul, Lore Lessing, Hellmuth Liesegang, Heinrich Otto, Hedwig Petermann, P. Prött, Rich. Schwarkopf, Wilh. Thielmann, M. Umbach, Adolf Uzarski, F. A. Weinzheimer, Otto Wohlgemuth, Arthur Zahn. Auf Wunsch stehen die Verzeichnisse ‚Graphik’ Nr. 1 und 2, soweit Vorräte vorhanden, kostenlos zur Verfügung. Der Katalog ‚Wandschmuck edelster Art’ wird gegen Zahlung von 6 Mark auf Postscheckkonto Essen 10292 frei versandt. Prospekte und Kataloge sind in jeder guten Kunsthandlung zu haben.“ (Anzeige in: Der Querschnitt. H. 4/5 v. September 1921, Anzeigenseite)

Verlag:
Originalgraphik 1919-1921
Mappenwerke:
Adolf Uzarski: Tuti Nameh. 13 Steinzeichnungen, 1919. 80 Exemplare
Richard Schwarzkopf: Passion. 6 Holzschnitte, 1919. 50 Exemplare
Erste Mappe Düsseldorfer Gesellschaft für zeitgenössische Kunst. 11 Radierungen von Dora Diel, Josef Eberz, Carl Ederer, Richard Gessner, August Kaul, Heinrich Nauen, Werner Peiner,
Adolf Schinnerer, Wilhelm Schmetz, Evarist Adam Weber, Friedrich August Weinzheimer. 1920. 50 Exemplare
Carl Maria Weber: Der ekstatische Fluss. Rheinklänge ohne Romantik. Mit Orginal-Steindrucken von Franz M. Jansen, Alexander Mohr, Oskar Raber, Wilhelm Schmetz. 1919. (Auch als Buch in 150 numerierten Exemplaren erschienen.)
B: Einzelgraphik (Radierungen, Holzschnitte, Lithographien):
Max Clarenbach, Eduard Dollerschell, Richard Gessner, August Kaul, Lore Lessing, Hellmuth Liesegang, Heinrich Otto, Hedwig Petermann, Paul Prött, Richard Schwarkopf, Wilhelm Thielmann, M. Umbach, Adolf Uzarski, Friedrich August Weinzheimer, Otto Wohlgemuth, Arthur Zahn

Bemerkung:
Die Firmenchronik setzt das Gründungsjahr mit 1801 fest, als Johann Bagel eine Buchbinderei in Wesel gründete, der dann nach und nach eine Buchhandlung, eine Druckerei und eine Papiererzeugung angeschlossen wurden.
Das Gründungsdatum von Verlag und Druckerei in Wesel wird mit 1. April 1826 angegeben, am 1. Juli 1878 erfolgte die Neugründung in Düsseldorf, seit 11. 1. 1882 war August Bagel (1838-1916) der Inhaber, am 1. April 1907 wurde Fritz Bagel (1872-1936) Mitbesitzer. 1921 wurde die Firma in die „A. Bagel Aktiengesellschaft“ umgewandelt, blieb aber in Familienbesitz. Der Vorsitzende war Fritz Bagel (Deutscher Wirtschaftsführer 1929, Sp. 80; Reichshandbuch 1931, S. 55), später gemeinsam mit seinem Sohn Carl August Bagel (1902-1941).
Die Geschichte der Druckerei und des Verlages wird hier nur insoferne dargestellt, als sie mit dem Druck von Originalgraphik in Zusammenhang steht.
Die Verbindung von August Bagel zur Kunst war vielfältig: Er druckte beispielsweise u. a. die Kataloge des „Kunstverein“ und der Düsseldorfer Museen, verlegte die „Geschichte des Künstlervereins ‚Malkasten’“ zum 50jährigen Bestehen (1898 und wieder zum 100jährigen Jubiläum 1948), er war seit 1890 Sekretär des „Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen“ (Kunsthandbuch Für Deutschland 1904, S. 626; sein Sohn Fritz Bagel sollte ihm in dieser Funktion nachfolgen. (Ilse Barleben 1951, S. 100), initiierte 1900 den „Verlag des Kunstverein“, dessen Publikationen er ebenso druckte wie Kataloge und Schriften („Bildhauer und Maler in den Ländern am Rhein“, 1913) des „Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein“.
Daneben war August Bagel Sammler (Pantheon 1914, S. 124) und verlegte gelegentlich auch Originalgraphik, wie man dem Eintrag in Dresslers Kunstjahrbuch 1907. S. 571 entnehmen kann. Hier heisst es: „Die Firma führte Arbeiten folgender Künstler aus: H. Otto, Erich Nikutowksi, Max Stern, Prof. Dr. Kröner, Ernst Hardt usw.“
Die Ausweitung des Verlagsgeschäftes mit zeitgenössischer Originalgraphik dürfte wohl in unmittelbarem Zusammenhang mit der 1919 erfolgten Gründung der Künstlergruppe „Das junge Rheinland“ stehen (Avantgarde gestern 1970; Am Anfang 1985; Illustrierte Bücher 1985).
Zahlreiche Künstler des „Rheinischen Expressionismus“ finden sich auch im Verlagsprogramm von A. Bagel. (Über diesen Zweig der Produktion wird in der Festschrift von 1951 leider nichts mitgeteilt).
1919 erschien unter dem ‚Titel „Neuzeitliche Graphik“ ein erster illustrierter Katalog, in dem Holzschnitte, Lithographien und Radierungen von Adolf Uzarski, Heinrich Otto und Richard Schwarzkopf angeboten wurden (Der Cicerone. H. 16 v. 21. 8. 1919, S. 533).
Richard Schwarzkopf, der bereits 1913 das Signet der Düsseldorfer Galerie  FLECHTHEIM entworfen hatte, war von 1919-1921 künstlerischer Leiter der graphischen Abteilung der Druckerei Bagel (Rudolf Schmitt 1987, S. 154), und in diesen drei Jahren sind auch alle derzeit nachweisbaren originalgraphischen Werke des Verlags erschienen.
Von Heinrich Otto, von dem Bagel bereits 1907 Werke in seinem Verlag hatte (Dresslers Kunstjahrbuch 1907. S. 571) hat Bagel 1919 „das gesamte graphische Werk übernommen“ (Der Cicerone. H. 16 v. 21. 8. 1919, S. 533). Die Verbindung zum Verlag dürfte Wilhelm Schäfer geschaffen haben. Der Herausgeber der Zeitschrift „Die Rheinlande“ (sie erschien zwischen 1900 und 1922 im Verlag Bagel) brachte bereits in den ersten Jahrgängen Abbildungen des Künstlers.
Nach diesem kurzen Intermezzo zwischen 1919 und 1921 zog sich Bagel nach seiner 1921 erfolgten Konstituierung als „A. Bagel Aktiengesellschaft“ wieder auf seine Kernkompetenz, den Verlag und die Buchdruckerei, zurück.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Dressler 1907

Kunsthandbuch für Deutschland. Verzeichnis der Behörden, Lehranstalten und Vereine für Kunst, Kunstgewerbe und Altertumskunde. Sechste neubearbeitete Auflage. Hrsg. von der Generalverwaltung Königliche Museen zu Berlin.- Berlin 1904
Deutscher Wirtschaftsführer. Lebensgänge deutscher Wirtschaftspersönlichkeiten […].- Hamburg 1929
Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft. Das Handbuch der Persönlichkeiten in Wort und Bild.- Berlin 1931
Ilse Barleben: Von der schwarzen und von der weißen Kunst. A. Bagel 1801-1951.- [Düsseldorf 1951]
Avantgarde Gestern. Das Junge Rheinland und seine Freunde 1919-1929. Zusammengestellt vom Kunstmuseum Düsseldorf.- Düsseldorf 1970
Am Anfang. Das Junge Rheinland. Zur Kunst und Zeitgeschichte einer Region 1918-1945.- Düsseldorf 1985
Illustrierte Bücher und Mappenwerke des Jungen Rheinlands.- Düsseldorf 1985
Rudolf Schmitt: Illustrierte Bücher und Mappenwerkes des Jungen Rheinland.- in: Imprimatur. Neue Folge Band XII, 1987. S. 147-164