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Galerie Julius Stern
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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STERN
GALERIE JULIUS STERN

Adresse: DÜSSELDORF, Preussen/Rheinprovinz (Nordrhein-Westfalen), Königsallee 23
Inhaber: Julius Stern (1913-1934), Max Stern (1934-1937)
Mitarbeiter: Max Stern (1928-1934)
Bestand: 1913-1937
Charakteristik: Kunsthandlung, Galerie, Auktionen
„Gemälde hohen Ranges empfiehlt Galerie Julius Stern Königsallee 23 Privatseite Ruf 4719“ (Anzeige in: Grosse Kunstausstellung Düsseldorf 1920, Anzeigenseite); „Gemälde! Sehenswerte Neuerwebungen von A. Achenbach [folgt Aufzählung von etwa 80 Künstlern bis] L. v. Zumbusch empfiehlt mit einer großen Auswahl Werke anderer Künstler“ (Anzeige in: Der Querschnitt. H. 1 v. Januar 1921, Anzeigenseite; H. 4/5 v. September 1921, Anzeigenseite); „Gemälde hohen Ranges empfiehlt Galerie Julius Stern Königsallee 23 Privatseite“ (Anzeige in: Katalog der Ausstellung von Kunstwerken aus Karlsruher Privatbesitz.- Karlsruhe 1922, Anzeigenseite; ähnlich in: Katalog der grossen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf 1922. 27. Mai bis 15. Oktober, Umschlagseite 4).

Ausstellungen:
1929: Hugo Mühlig-Gedächtnisausstellung; Heinrich von Zügel, Christian Rohlfs; Gerd Wollheim

Bemerkung:
Julius Stern (1867-1934) gründete die „Galerie Julius Stern“ 1913 in der Düsseldorfer Königsallee 23. Stern stammte aus München-Gladbach, wo er bereits vor 1900 eine bedeutende Sammlung neuerer Meister, zumeist der Düsseldorfer Schule zusammentrug, die 1904 bei J. M. Heberle in Köln versteigert wurde (Katalog 1904). Das bedeutete aber keineswegs das Ende seiner Sammeltätigkeit, denn bereits bei einer Ausstellung von Gemälden aus München-Gladbacher Privatbesitz im Jahre 1911 trat er wieder als Leihgeber hervor (Katalog der Ausstellung 1911).
Die Galerie Julius Stern war eine Kunsthandlung, die vor allem diejenigen Künstler pflegte, für die sich schon der Sammler Julius Stern eingesetzt hatte. Einer dieser Künstler, Julius von Gebhardt, schuf auch das Portrait „Bildnis Kunsthändler Julius Stern“ (Katalog der grossen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf 1922. 27. Mai bis 15. Oktober, Kat. Nr. 389).
Künstler der Düsseldorfer Schule standen im Mittelpunkt des Angebots, monografische oder thematische Einzelausstellungen sind derzeit nur sehr wenige nachzuweisen : Lediglich 1929 ist eine Gedächtnisausstellung für den im selben Jahr verstorbenen Hugo Mühlig belegbar. Im selben Jahr wurden der bevorstehende 80. Geburtstag von Heinrich von Zügel und der 80. Geburtstag von Christian Rohlfs mit Einzelausstellungen gefeiert. Der einzige jüngere Künstler, für den eine Ausstellungsbeteiligung bei Stern belegt ist, ist der 1894 geborene Gerd Wollheim, der mit einigen neuen Bildern in der Novemberausstellung 1929 vertreten war (Der Kunstwanderer. Dezember 1929, S. 148).
Einige Verkäufe und Geschenke an deutsche Museen mögen als Beispiele für das Galerieangebot der Galerie Stern stehen: Geschenke erfolgten an die Museen in Köln: Christian Kröner, Rehbock (Hans F. Secker 1927, Nr. 33) und Dresden Gotthard Kühl, Mädchenbildnis (Katalog 1923, S. 344). Verkäufe an das Kunstmuseum Düsseldorf: Johann Peter Hasenclever, Die Sentimentale und Jacob van Ruisdael, Waldstraße (Martina Sitt 1994, S. 84 und S. 85).
1928 trat der Sohn Max Stern (1904-1987) in das väterliche Geschäft ein. Er hatte Kunstgeschichte studiert und 1928 an der Universität Bonn über den Künstler Johann Peter Langer dissertiert (Druck Bonn 1930), dessen Biografie er auch für das Künstlerlexikon Thieme-Becker (Band 22, 1929, S. 336-338) verfasste.
1931 wurde unter dem Namen „Julius Stern Kunst-Auktionshaus Düsseldorf“ eine Versteigerungsabteilung eingerichtet. Die erste Auktion fand am 4. November 1931 im Hotel „Breidenbacher Hof“ (Hindenburgwall 34-36) statt, und der Kunsthändler erklärte seinen Entschluss zur Gründung des Auktionshauses im Vorwort des Kataloges mit der „wirtschaftliche(n) Krise, die heute in einem nie dagewesenen Umfange alten Besitz zerstört und auf den Markt wirft […]. Vielfach zwingt eine eiserne Notwendigkeit, die Besitzer, ihre Kunstwerke weit unter ihrem wahren Wert anzubieten, so daß heute erstrangige Bilder zu billigstem Preise erworben werden können […] nicht ohne Genugtuung zeige ich einem größeren Publikum die auf den folgenden Seiten aufgezählten [Werke], die zu einem erheblichen Teil in früheren Jahren durch meine Hand gegangen sind.“ (Gemälde 1931. Vorwort S. 5) Bis 1933 sind acht Auktionen nachweisbar, darunter zahlreiche unter dem Titel „Gemälde aus Rheinischem Museums- und Privatbesitz “.
Nach dem Tod von Julius Stern 1934 wurde die Galerie von Max Stern übernommen, die sie bis zur erzwungenen Schliessung 1937 führte. Am 13. November 1937 wurden 228 Gemälde unter dem Titel „Die Bestände der Galerie Stern - Düsseldorf“ vom Auktionshaus Lempertz versteigert (Auktion 392, 2006; Raub und Restitution 2008, S. 99-104). Max Stern emigrierte Ende 1937 über Paris nach London und 1941 weiter nach Canada, wo er bis zu seinem Tod als Kunsthändler arbeitete (Dominion Gallery, Montreal).

Nachweise:
Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Katalog ausgewählter und hervorragender Gemälde neuerer Meister, zumeist Düsseldorfer Schule, aus der Sammlung des Herrn Julius Stern in M.-Gladbach […].- Köln: J. M. Heberle (H. Lempertz’ Söhne) 29. und 30. März 1904
Katalog der Ausstellung von Gemälden aus M. Gladbacher Privatbesitz in der Kaiser Friedrich-Halle.- München-Gladbach [1911]
Katalog der Staatlichen Gemäldesammlung zu Dresden [ …] Kleine Ausgabe. Dresden 1923
Hans F. Secker: Die Galerie der Neuzeit im Museum Wallraf-Richartz. Hrsg. v. der Wallraf Richartz Gesellschaft in Köln.- Leipzig 1927
Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts aus Privatbesitz. Versteigerung Mittwoch, den 4. November 1931.- Düsseldorf: Julius Stern Kunst-Auktionshaus. (Auktions-Katalog 1)
Martina Sitt: Auch ein Bild braucht einen Anwalt. Walter Cohen - Leben zwischen Kunst und Recht. Mit einem Beitrag von Hans M. Schmidt.- München 1994
Auktion 392. Reclaiming the Galerie Stern, Düsseldorf.- Montreal, Concordia University 2006
Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute. Hrsg. v. Inka Bertz und Michael Dortmann.- Berlin 2008
{Stefan Koldehoff: Die Bilder sind unter uns. Das Geschäft mit der NS-Raubkunst.- Frankfurt am Main 2009}
Max Stern Library, Montreal