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Lohmann-Haus
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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LOHMANN-HAUS
LOHMANNHAUS

Adresse: ELBERFELD (Wuppertal), Preussen/Rheinprovinz (Nordrhein-Westfalen), Hofaue 53a; Zweigstelle in BERLIN, Geisbergstrasse 2 (ab 1923)
Inhaber: Max (Maximilian) Lohmann
Bestand: 1920(-1933)
Charakteristik: Kunsthandlung, Antiquitäten
„Gemälde. Bildwechsel monatlich. Graphisches Kabinett. Altkunst. Kommoden, Schreibtische, Glasschränke, Mittelalterliche Plastik. Kunst-Ausstellung des Museums-Vereins.“ (Anzeige in: Der Cicerone. H. 3 v. Februar 1921, Anzeigenseite); „Lohmannhaus Elberfeld. Gemälde. Graphik. Plastik. Ankauf. Verkauf“ (Anzeige in: Der Querschnitt. H. 2, Sommerheft 1922, Anzeigenseite); „Gemälde erster Meister [folgt Aufzählung von etwa 60 Künstlernamen, darunter zahlreiche Künstler des 19. Jahrhunderts, aber auch zeitgenössische, wie Julius Bretz, Carl Gunschmann, Julius Hess, Julius Paul Junghanns, Wilhelm Kohlhoff, Max Mayrshofer, Max Pechstein, Ernst Te Peerdt, Julius Seyler, Walter Waentig] Lohmann-Haus. Elberfeld. Hofaue 53a. Geöffnet von 9-1 und 3-7. Sonntags von 11-1 Uhr. Qualitätswerke vornehmlich Anfang 19. Jahrhundert zu kaufen gesucht“ (Anzeige in: Katalog der grossen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf 1922. 27. Mai bis 15. Oktober, Anzeigenseite XXIX); „Gesucht: Gemälde aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. [folgt Aufzählung von mehr als 100 Künstlernamen] Lohmann-Haus Elberfeld“ (Anzeige in: Antiquitäten-Zeitung. H. 20 v. 16. 10. 1928, S. 327)

Ausstellungen:
1920: Elberfelder Museumsverein (dabei u. a. Max Braumann, Karl Heuser, Adolf Rieger);
Gemälde aus Elberfelder Privatbesitz (dabei u. a. Werke von Lovis Corinth, Erich Heckel, Alexej Jawlensky, Oskar Kokoschka, Franz Marc, Christian Rohlfs, Maurice de Vlaminck); Elberfelder Museumsverein (dabei u. a. Gustav Marx von Söhnen, Walter Petersen, Friedrich Schütz, Wilhelm Schreuer, Max Volkhart); Elberfelder Museumsverein (dabei u. a. Otto Besenthal, Gertrud Ebert-Büttmann, Walter Gerber, Irma Hartje-Leudesdorff, Erich Hartmann, Julius Mermagen, Kurt Nantke, Walter Ophey, Richard Paling, Otto Friedrich Weber, Gustav Wiethüchter); Elberfelder Museumsverein (dabei u. a. Margarete Aldinger, F. C. Kürten, Ludwig Lindner, Carl Salomonn, Curtius Schulten); Elberfelder Museumsverein (dabei u. a. Otto Besenthal, Kurt Nantke, Richard Paling, Carl Salomonn, Otto Weber)
1921: Elberfelder Museumsverein (dabei u. a. Adam Antes, Max Beckmann, Bernhard Gobiet, Carl Gunschmann, Erich Heckel, Arnold Hensler, Werner Heuser, Paul Kühn, Ludwig Meidner, Carl Moritz Schreiner); Käthe Kollwitz; Ernst Moritz Engert; Japanische Handzeichnungen
1922: Zeichnungen und Aquarelle aus dem 19. Jahrhundert; Hugo Ernst Schnegg
1923: Dietz Edzard, Arthur Erdle
1925: Piet Apol
1926: Ernst Mueller-Blensdorf; Curtius Schulten
1927: Carl Moritz Schreiner
1928: Karl Schäfer-Ulm
1929: Graphik (dabei Max Beckmann); Paula Modersohn-Becker
1930: Ewald Vetter; Böhler; Otto Coester; Albrecht Kettler; Marta Hegemann
1932: Edmund Scharf
1933: Kölner Künstler (dabei Martha Hegemann)

ohne Jahr: [Lovis] Corinth; [Georg] Kolbe, [Fritz] Koch-Gotha, [Karl] Staudt (nach: Kerst 1932)

Bemerkung:
Der 1880 in Elberfeld geborene Max (Maximilian) Lohmann, Sohn eines Gastwirtes, begann seine Laufbahn im Verlagswesen, ehe er sich nach dem Ersten Weltkrieg als Kunsthändler etablierte. 1920 wird von den Kunstzeitschriften die Eröffnung eines neuen Kunstsalons gemeldet. „Vor einiger Zeit eröffnete Max Lohmann in Elberfeld einen Kunstsalon vornehmen Stils. Im vergangenen Sommer planvoll und geschickt erweitert, ist das Lohmannhaus nun zu einem bestimmenden Faktor im Kunstleben des Wuppertals geworden.“ (Der Cicerone. H. 22 v. 11. 11. 1920, S. 828).
Situiert war die Kunsthandlung „Lohmann-Haus“ im gleichnamigen, 1898 errichteten Lohmannhaus (heute Kolkmannhaus) im Zentrum der bergischen Textilindustrie, der Textilhandelsstrasse Hofaue.
Eröffnet wurden die neuen Räume mit einer Ausstellung von Gemälden aus Elberfelder Privatbesitz, wo neben altdeutschen und altholländischen Meistern und Werken des 19. Jahrhunderts auch die Moderne mit Werken von Erich Heckel, Alexej Jawlensky, Oskar Kokoschka und Franz Marc vertreten war.
Die Ausstellung war eine Veranstaltung des 1892 gegründeten Elberfelder Museumsvereins, der seine Veranstaltungen in dem 1902 eröffneten Städtischen Museum abhielt. Dessen Räumlichkeiten erwiesen sich aber in Laufe der Zeit als zu eng. Auf Anregung des Museumsdirektors Friedrich Fries übernahm das „Lohmannhaus“ die Geschäftsführung des Museumsvereins und damit die vom Verein veranstalteten Ausstellungen, Vorträge und die Präsentationen der lokalen, 1905 gegründeten Künstlervereinigung „Bergische Kunstgenossenschaft“. 1921 legte das Lohmann-Haus die Geschäftsführung wieder zurück, stellte aber bis 1933 seine Räume weiter für Ausstellungen des Museumsvereins zur Verfügung.
Max Lohmann, von dem Bildhauer Ernst Hahn portraitiert, widmete sich in der Folge dem Kunsthandel zwischen mittelalterlicher Plastik, Malerei des 19. Jahrhunderts und durch Einrichtung eines „Graphischen Kabinetts“ auch den zeitgenössischen Künstlern (Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 45/46 v. August 1921, S. 826).
1923 eröffnete Max Lohmann eine Zweigstelle in Berlin, Geisbergstrasse 2 (Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 24 v. 16. 3. 1923, S. 478). 1925 wurde damit begonnen, Angebotskataloge zu erstellen. Der erste enthielt „Graphik deutscher Künstler der Gegenwart“ (Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler. H. 3, 1925, S. 158). 1928 wird die Einrichtung neuer Räume gemeldet (Der Kunstwanderer. Nov. 1928, S. 136).
Verkäufe des Lohmann-Hauses an das Folkwang-Museum Essen sind bekannt: Je ein Bild von Heinrich Bürkel, Franz Krüger und Ferdinand Georg Waldmüller (Katalog der Gemälde 1981, Nr. 18, Nr. 81, Nr. 205), Schenkungen erfolgten an das Wallraf-Richartz-Museum: Eine Farblithographie von Otto Mueller (Hans F. Secker 1927, S. 156). An das Von der Heydt-Museum Wuppertal gingen u. a. Bilder von Friedrich Nerly und Joseph Karl Stieler (Von der Heydt-Museum 1974. Nr. 134, Nr. 112). Insgesamt „besitzt das Von der Heydt-Museum 19 Gemälde, die entweder als Vermächtnis oder als Geschenk der Eheleute Max Lohmann oder als Ankauf von der Galerie Max Lohmann in Museumsbesitz gekommen sind.“ (Auskunft Dr. Herbert Pogt, Von der Heydt-Museum, Wuppertal, 10. 7. 2006).
Weitere Verkäufe an Museen in Berlin, Erfurt, Braunschweig, Köln, Danzig, Hamburg und Ulm werden von Friedrich Kerst erwähnt. (Kerst 1932).

Nachweise:
Archiv:
Wuppertal: Stadtarchiv (mit Dank an Peter Elsner); Von der Heydt-Museum (mit Dank an Dipl. Bibliothekar Udo Garweg für Hinweise auf Ausstellungen des Elberfelder Museumsvereins im Lohmannhaus 1920)
Literatur:
Dressler 1923; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930; Dressler 1930; Adressbuch 1933

Friedrich Kerst: Max Lohmann und seine Kunstsammlung im Lohmannhaus W.-Elberfeld.- in: Bergisch-Märkische Zeitung. 11. 12. 1932
Hans F. Secker: Die Galerie der Neuzeit im Museum Wallraf-Richartz.- Leipzig 1927
Von der Heydt-Museum Wuppertal. Katalog der Gemälde des 19. Jahrhunderts. Bearbeitet von Uta Laxner-Gerlach.- Wuppertal 1974
Katalog der Gemälde des 19. Jahrhunderts. Bearbeitet von Jutta Held. (2. Auflage.)- Essen 1981