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Galerie M. Goldschmidt & Co.
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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GOLDSCHMIDT, M. & CO auch in Berlin
M. GOLDSCHMIDT & CO
KUNSTSALON GOLDSCHMIDT
FRANKFURTER KUNSTSALON M. GOLDSCHMIDT & CO.

Adresse: FRANKFURT AM MAIN, Hessen-Nassau (Hessen), Kaiserstrasse 1; Bockenheimer Landstrasse 17 (ab 1928); Eschenheimer Landstrasse 12 (1933)
HAMBURG, (Freie und Hansestadt Hamburg)
BERLIN, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Tiergartenstrasse 1 (1925-1932); Bellevuestrasse 10 (1933 - 1934)
Inhaber: Marcel Goldschmidt, Emil Schwarzschild; Jakob Goldschmidt, Moritz Gutmann
Bestand: Frankfurt am Main 1891(-1933); Hamburg (1923-1925); Berlin 1925(-1934)
Charakteristik: Kunsthandlung, Kunstausstellung
„Ausstellung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen“ (Dressler 1906, S. 508); „Frankfurter Kunstsalon M. Goldschmidt & Co. Frankfurt a. M., Kaiserstr. 1“ (Geschäftsbriefpapier, Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien); „Galerie Goldschmidt. Frankfurt a. M., Kaiserstrasse 1. Gemälde Moderner Meister“ (Anzeige in: Der Querschnitt. H. 3, 1922, Anzeigenseite); „M. Goldschmidt & Co. Gemälde. Berlin W 10 Tiergartenstraße 1 Telephon Kurfürst 4131. Frankfurt a. M. Kaiserstraße 1 Telephon Hansa 2103. Ankauf Verkauf“ (Anzeige in: Kunst und Künstler. H. 5 v. Februar 1926, Anzeigenseite 3); „M. Goldschmidt & Co. Berlin W 10. Tiergartenstraße 1. Frankfurt a. M. Bockenheimer Landstraße 17. Gemälde moderner Meister“ (Anzeige in: Führer durch das Museum der Stadt Ulm 1930, Anzeigenseite)

Ausstellungen:
1903: Französische Impressionisten (dabei u. a. Edouard Manet, Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir, Alfred Sisley)
1905: Alice Trübner (Landschaften und Stilleben) ; Hermann Klimsch
1908: Hans von Hayek; Georg Schuster-Woldan; Claude Monet; Wilhelm Trübner; Erich Erler-Samaden
1909: Ernst Liebermann; Wilhelm Kalb; Friedrich Prölss; Ida Clauss; „Meisterwerke aus Frankfurter Privatbesitz“ (dabei u. a. Arnold Boecklin, Fritz Böhle, Rosa Bonheur, Camille Corot, Gustave Courbet, Wilhelm von Diez, Henri Fantin-Latour, Josef Israels, Max Klinger, Walter Leistikow, Franz von Lenbach, Adolph von Menzel, Claude Monet, Auguste Renoir, Giovanni Segantini, Karl Spitzweg, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Fritz von Uhde); Hugo von Habermann; Otto Hierl-Deronco
1910: „Neue Künstlervereinigung München“ (Wanderausstellung, die im Dezember 1909 in der Münchner Galerie -> THANNHAUSER ihren Ausgang nahm; dabei Paul Baum, Wladimir Bechtejeff, Erma Bossi, Emilie Dresler, R. Eckert, Adolf Erbslöh, Paul Girieud, Karl Hofer, Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky, Moissej Kogan, Gabriele Münter, Carla Pohle, Marianne Werefkin)
1911: Alfred Lüdke; Oskar Kokoschka; Alfred Schnaars; Hermann Goebel, Georg Poppe
1912: „Neue Secession“ (Berlin); „Der Blaue Reiter“ (München);
1913: Max Pechstein; „Futuristen“; Wassily Kandinsky; Ludwig von Hofmann; Albert Lamm; Karl Luckhardt; Josef Futterer; Rodolphe Fornerod, Emil Otto Thaetner
1914: Emil Zoir; Maria Caspar-Filser; Cuno Amiet; William Degouve de Nuncques
1915 : Willy Oeser ; Werneralvo von Alvensleben
1917: „Der Sturm“ (Berlin)
1918: Carlo Mense
1919: Kees van Dongen; Maurice de Vlaminck ; Albert Spethmann; Künstlergruppe „Rih“ (wurde vorher von der Karlsruher Galerie -> MOOS gezeigt; dabei Walter Becker, Oskar Fischer, Egon Itta, Rudolf Schlichter, Eugen Segewitz, Wladimir Zabotin); Aloys Wach; „Der Kreis“ (Münchener Künstlergruppe); Artur Degner; Reinhold Ewald; Hermann Lismann
1920: Irma Stern; Annemarie von Jakimow; Max Pechstein; Paula Becker-Modersohn; Paul Elsas; Hans Worthner; Dyne Neu; Alice Lenhard-Falkenstein; Ausstellung einer Privatsammlung (dabei Werke von Lovis Corinth, Franz von Defregger, Eduard Grützner, Hugo Kauffmann, Franz von Lenbach, Max Liebermann, Franz von Stuck, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Heinrich von Zügel); Herbstausstellung (dabei u. a. Wera von Bartels, Charles Camoin, Othon Friesz, Erich Heckel, Franz Heckendorf, Max Pechstein, Maurice de Vlaminck); Thomas Herbst
1921: Gustav Hofmann-Grötzingen; Arthur Segal, Wilhelm Morgner; Christian Schad
1923: Artur Degner; Sommerausstellung (dabei u. a. Oskar Kokoschka, Max Liebermann, Max Pechstein, Franz von Stuck, Heinrich von Zügel, Ludwig von Zumbusch)
1926: Otto Pippel; Oskar Kokoschka; Heinrich Ehmsen
1927: Jenoe Gadányi; Max Liebermann (57 Werke aus Frankfurter Privatbesitz)
1928: Vincent van Gogh

Bemerkung:
Über die mehr als vierzig Jahre bestehende Galerie „M. Goldschmidt & Co.“, mit und neben -> SCHAMES die wichtigste Galerie für zeitgenössische und avantgardistische Kunst in Frankfurt, gibt es weder ältere noch neuere Literatur. Lediglich Karl R. Schültke gibt in seinem Überblick über Frankfurter Galerien 1898-1938 einen kurzen Hinweis auf die Existenz dieser bedeutenden Kunsthandlung: „Aus ihrem reichen Galeriebestand bestritt die 1891 gegründete und von Marcel Goldschmidt in der Kaiserstraße 1 geführte Galerie M. Goldschmidt & Co. ihre Ausstellungen. Zumeist waren es moderne, bereits etablierte Maler, die mit guten Arbeiten vertreten waren. 1909 veranstaltete die Galerie eine Ausstellung von Meisterwerken aus Frankfurter Privatbesitz, die u. a. Bilder von Monet und Renoir zeigte. In den zwanziger Jahren waren in den Ausstellungen Arbeiten von Liebermann, Corinth, Vlaminck, Signac, van Gogh (Einzelausstellung 1928), aber auch von Kirchner, Heckel und Kokoschka zu sehen. Interessant ist auch, daß in der großen Kokoschka-Ausstellung in der Mannheimer Kunsthalle 1931 sechs Bilder aus dem Goldschmidtschen Galeriebestand waren.“ (Karl R. Schültke 1989, S. 65)
Dass die genannten Künstler in der 1891 von Meier Marcel Goldschmidt (1861-1928) gegründeten und im Zentrum der Stadt, in der Kaiserstrasse 1, gelegenen Kunsthandlung nicht erst in den Zwanzigerjahren im Galerieangebot vertreten waren, belegt die Ausstellungsliste. So hatte beispielsweise Oskar Kokoschka nach seiner ersten Ausstellung 1910 bei -> CASSIRER in Berlin 1911 bei Goldschmidt seine zweite Personale in Deutschland, die durchaus interessiert wahrgenommen wurde: „Man mag zu dieser Kunst ohne Form und ohne Tektonik eine Stellung einnehmen, welche man will, jedenfalls muß man dem Künstler zugestehen, daß er das vermag, was er anstrebt, Seele zu malen. Seine Malerei ist im eigentlichen Sinne suggestiv, indem sie auf alles verzichtet, was irgendwie Schildern, Darstellen bedeutet und nur das Wesen selbst unmittelbar dem Beschauer einzuprägen, in die Seele zu senken strebt.“ (Der Cicerone. H. 22 v. November 1911, S. 889)
In der Folge wurde Marcel Goldschmidt, der regelmässig Kokoschkas Werke in seinem Angebot hatte, neben Paul Cassirer der wichtigste Händler des jungen Künstlers.
Ab etwa 1910 verstärkte sich das Engagement von Goldschmidt für die moderne, zeitgenössische Kunst. Er machte Frankfurt mit zahlreichen neuen Künstlern und Künstlervereinigungen bekannt: 1910 machte die Ausstellung der um Kandinsky gruppierten Künstler der „Neuen Künstlervereinigung München“ ebenso Station wie 1912 der „Blaue Reiter“ und die Berliner „Neue Secession“. 1913 zeigte man eine der frühesten Einzelausstellungen von Max Pechstein, die „Futuristen“ machten auf ihrer Europatournee Station in Frankfurt, und Wassily Kandinsky zeigte sein Lebenswerk in 72 Arbeiten, „die ihn in seiner Entwicklung bis heute zeigen“ (Der Cicerone. H. 18 v. September 1913, S. 659).
Aus demselben Jahr 1913 seien als Beispiel für eine der Sammelausstellungen, wie sie meist im Sommer veranstaltet wurden, die gezeigten Künstler genannt: Enthalten waren Werke von den deutschen Künstlern Lovis Corinth, Karl Hagemeister, Joseph Israels, Max Liebermann, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Fritz von Uhde, der in Hofheim im Taunus lebenden Schweizer Malerin Ottilie W. Roerstein und aus Paris die Künstler Kees van Dongen, Auguste Herbin, Henri Charles Manguin, Albert Marquet, Nicolai Tarkhoff (der 1911 eine Einzelausstellung bei -> SCHAMES in Frankfurt hatte), Maurice Utrillo und Maurice de Vlaminck. Bei dieser Ausstellung trat, wie bei zahlreichen anderen Galerien (z. B. -> RHEINISCHER KUNSTSALON, Köln , -> NEUE GALERIE, Berlin, -> ALFRED FLECHTHEIM, Düsseldorf), der in Paris lebende deutsche Kunsthändler Daniel Henry Kahnweiler als Vermittler und Leihgeber auf. Aus seiner Galerie kamen zwei Werke von van Dongen und fünf von Vlaminck (Daniel-Henry Kahnweiler 1986, S. 119).
Als Beispiel für die Erstpräsentation eines jungen Künstlers sei auf die 1915 veranstaltete Ausstellung des damals in Darmstadt lebenden Malers und Schriftstellers Werneralvo von Alvensleben hingewiesen, der „einen vollgültigen Beweis seiner starken malerischen Begabung (erbrachte) […] Was er bisher geschaffen, verdient Beachtung, weil es ein schönes Versprechen an die Zukunft ist.“ (Der Cicerone. H. 23/24 v. Dezember 1915, S. 448). Der junge Künstler wird in den Zwanzigerjahren eine wichtige Rolle bei der Berliner Galerie -> PORZA einnehmen.
1917 präsentierte sich Herwarth Waldens Berliner Galerie -> DER STURM, 1919 die Karlsruher Künstlergruppe „Rih“ um die Künstler Rudolf Schlichter und Wladimir Zabotin, die ihre erste Ausstellung in der Karlsruher Galerie -> MOOS hatte.

{Der Kunstsalon beschickte aber auch Ausstellungen ausserhalb Frankfurts wie beispielsweise 1920 [u. weitere?? siehe ERURT 09] im Kunstverein Erfurt [einfügen!! 2 Ausstellung 1920]}

Im Sommer 1922 präsentierte Goldschmidt mit Heinrich Campendonk, Josef Eberz, Reinhold Ewald und Wilhelm Kohlhoff einige seiner Künstler auf der „Grossen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf“ (Katalog 1922, Nr. 138, 288, 321, 744, 745).
Gelegentlich wurden auch Werke aus Frankfurter Sammlungen gezeigt: Bei der im Sommer 1909 veranstalteten Ausstellung „Meisterwerke aus Frankfurter Privatbesitz“ darf man vermuten, dass von den 37 Werken auch manches enthalten war, das bei Goldschmidt erworben worden ist. Nahezu alle in der Ausstellung enthaltenen Künstler waren auch im Laufe der Jahre mit Werken im Angebot der Galerie: Die Franzosen Rosa Bonheur (von der Goldschmidt nach ihrem Tod 1899 eine grössere Anzahl von Gemälden in seinem Angebot hatte), Camille Corot, Gustave Courbet, Henri Fantin-Latour, Claude Monet, Auguste Renoir sowie die deutschen Künstler Wilhelm von Diez, Walter Leistikow, Franz von Lenbach, Adolph von Menzel, Hans Thoma, Wilhelm Trübner und Fritz von Uhde. 1920 wurde eine Privatsammlung mit Werken von Lovis Corinth, Franz von Defregger, Eduard Grützner, Hugo Kauffmann, Franz von Lenbach, Max Liebermann, Franz von Stuck, Hans Thoma, Wilhelm Trübner und Heinrich von Zügel gezeigt,
1927 wurden 57 Werke von Max Liebermann aus Frankfurter Privatbesitz in einer Ausstellung vereinigt.
Informationen über das Galerieangebot bieten nicht nur die Ausstellungen, sondern auch die Kenntnis über Verkäufe an Sammler und Museen: Einer dieser Kunden bei Goldschmidt war der Mannheimer Sammler Dr. Rudolf Frank (1889-1959), der gemeinsam mit seiner Frau Bertha (1892-1979) knapp nach dem Ersten Weltkrieg eine bedeutende Sammlung moderner Kunst aufbaute. Frank war Kunde der bedeutenden deutschen Galerien moderner Kunst wie -> GRAPHISCHES KABINETT I. B. NEUMANN, Berlin, -> NIERENDORF in Köln und Berlin, der Galerie -> DER STURM in Berlin und bei Herbert Tannenbaums Galerie -> DAS KUNSTHAUS in Mannheim. Bei Goldschmidt erwarb er je ein Aquarell von Oskar Kokoschka und Erich Heckel (Sammlung Rudolf und Bertha Frank 1986, S. 112, 138). Das Selbstbildnis aus dem Jahr 1922 von Oskar Kokoschka ging ebenso an den Frankfurter Sammler Carl Hagemann (1867-1940) wie Ernst Ludwig Kirchners Ölbild „Zwei Frauen mit Waschbecken“ (Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff 2004, Kat. Nr. 24, 74). Der Basler Sammler Rudolf Staechelin (1881-1946) erwarb für seine Sammlung französischer Künstler je ein Werk von Gustave Courbet , Henri Fantin-Latour und Maurice de Vlaminck (Hans-Joachim Müller 1990, S. 20). Darüber hinaus erwarb er über Vermittlung von Marcel Goldschmidt Ende 1919 neun Bilder von Max Pechstein und vier Landschaften von Franz Heckendorf. (Hans-Joachim Müller 1990, S. 18)
Goldschmidt dürfte bereits um 1910 Verbindungen in die Schweiz gehabt haben. Der Basler Sammler Louis Laroche-Ringwald (1844-1921; Lukas Gloor 1986, S. 41-43) beauftragte M. Goldschmidt & Co. gemeinsam mit der Berliner Kunsthandlung Eduard -> SCHULTE mit dem Verkauf seiner Sammlung „deutsche neuzeitliche Meister“ (Umschlagtitel des Auktionskataloges). Hans Rosenhagen schrieb die Einleitung und charakterisierte die Sammlung: „Die Galerie des Herrn Louis Laroche-Ringwald in Basel dürfte ihrem Umfange nach wohl die größte, was ihren Inhalt angeht, ohne Zweifel die bedeutendste Sammlung von Schöpfungen der neueren deutschen Kunst in Privatbesitz sein.“ (Katalog der Sammlung 1910, S. 1)
Der Sammler hatte für seine Sammlung von Andreas Achenbach bis Heinrich von Zügel seinem Wohnhaus eine Galerie angebaut, um vor allem die grösseren Bilder unterzubringen.
Vor der Auktion am 29. November 1910 wurde die Sammlung vom 3.-10. November in Frankfurt und vom 25.-28. November in Berlin ausgestellt. Die bevorstehende Auktion wurde einhellig als „ein wichtiges Ereignis auf dem Kunstmarkt“ genannt, denn „bis jetzt [ist] eine Kollektion deutscher Bilder von diesem Umfange und solcher Qualität noch niemals vor die Öffentlichkeit und auf den Markt gelangt.“ (Der Cicerone. H. 21 v. November 1910, S. 730)
Die Auktion war ein grosser Erfolg, das Gesamtergebnis betrug etwa 700 000 Mark (Der Kunstmarkt. Nr. 10 v. 9. 12. 1910, S. 97-98; Der Cicerone. H. 24 v. Dezember 1910, S. 858-859; Jahrbuch der Bilder - und Kunstblätterpreise.- Wien 1911) und neben den Sammlern und Kunsthändlern erwarben auch zahlreiche deutsche Museen Werke aus der Sammlung.

{Museen waren auch Käufer bei M. Goldschmidt & Co. …… [muss noch ausgeführt werden]

Goldschmidt war nach dem engagement von Herwarth Walden (-> DER STURM) der erste der professionellen Kunsthändler, der sich regelmässig für den Verkauf von Kokoschka-Werken an Sammler und Museen einsetzte. 1914 schrieb O. K. an Kurt Wolff: „Goldschmidt, der immer für meine Bilder horrende Preise erzielt. Wie er es anstellt, weiß ich nicht.“ (Oskar Kokoschka 1984, S. 183)




O. K. hatte zwischen 1916 und 1931 einen Vertrag mit Paul -> CASSIRER
ab etwa 1925 gab es eine enge zusammenarbeit zwischen cassirer und goldschmidt und zahlreiche bilder waren in gemeinsamen besitz der beiden galerien

O. K. Amsterdam, an ???

Museumsverkäufe
Arnold Boecklin: Pan im Kinderreigen 1904 an das Folkwang-Museum, Hagen

O. K. an Mannheim (Mannheim 87, Nr. 65)
Corinth an Mannheim (Mannheim 87, Nr. 13)

Das Museum in Ulm erwarb ein Aquarell von Kokoschka (Ulm 93, S. 81)

Frankfurt am Main erwarb 1926 das 1925 entstandene Ölbild Monte Carlo (Frankfurt 91, S. 39)

O. K. Notre Dame in Bordeau (Geschenk gemeinsam mit Cassirer und Matthiesen) an die NG Berlin (Berlin NG 92, Nr. 243) = WVG 195}

1923 expandierte die Galerie Goldschmidt und eröffnete eine Zweigstelle in Hamburg (Der Sammler. Nr. 12 v. 11. 4. 1923, S. 89), die bis 1925 nachweisbar ist, in welchem Jahr sie eine Ausstellung des Hamburger Malers Hugo Ernst Schneeg zeigte (Maike Bruhns 2001, S. 346).
Ende 1925 wurde in Berlin in der Tiergartenstrasse 1, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kunstsalon -> CASSIRER, eine Filiale eröffnet (Der Kunstwanderer. Dezember 1925, S. 164; Kunst und Künstler. H. 4 v. Januar 1926, S. 167; H. 5 v. Februar 1926, Anzeigenseite 2). Das Angebot bestand vorwiegend aus deutschen und französischen Malern des 19. Jahrhunderts (Kunst und Künstler. H. 11 v. August 1926, S. 453), gelegentlich wurden auch Einzelausstellungen veranstaltet wie beispielsweise 1927 Paul Signac und Eugène Zak und 1928 eine Impressionisten-Ausstellung (u. a. mit Werken von Paul Cézanne, Paul Gauguin, Edouard Manet, Claude Monet, Camille Pissarro, Auguste Renoir und Alfred Sisley).
Dieselben Künstler waren bereits in einer 1903 in der Frankfurter Galerie veranstalteten Ausstellung ohne besondere Resonanz zu sehen, „aber unser Publikum ließ sich kaum sehen“ (Jahrbuch der bildenden Kunst. 1904, S. 22). Um 1932/1933 übersiedelte die Galerie in die Bellevuestrasse 10, wo sie bis 1934 nachweisbar ist.
1928 starb Marcel Goldschmidt, der nach Hans Diebow zur „großen Zahl der Kunsthandelsjuden“ gehörte (Der ewige Jude 1938, S. 46). Als neue Inhaber der Firma werden sein Sohn Jakob Goldschmidt (1896-1976) und sein Schwiegersohn Moritz Gutmann genannt.
Jakob Goldschmidt, der Oskar Kokoschka im Frühjahr 1925 als „Hofmarschall“ auf seinen Malreisen nach Südfrankreich, Spanien und Portugal begleitet hatte (Oskar Kokoschka 1985, S. 112 und Register) , wurde dabei auch vom Künstler portraitiert (Johann Winkler 1995, Werkverzeichnis Nr. 194).
1928 erfolgte der Umzug der Frankfurter Galerie in die Bockenheimer Landstrasse 17, 1933 ist sie in der Eschenheimer Landstrasse 12 nachweisbar.
Über die (wohl erzwungene) Schliessung der Galerien in Frankfurt und Berlin nach 1933 ist nichts bekannt. Die Witwe von Marcel Goldschmidt, Hedwig Goldschmidt (1877-1964), konnte ebenso in die USA emigrieren wie der Sohn Jakob Goldschmidt. Die Töchter Nelly (verehelichte Gutmann) und Else (verehelichte Gutmann) kamen in den Vernichtungslagern Izbica und Sobibor des Drittes Reiches ums Leben.

Nachweise:
Seelig 1903; Jahrbuch der bildenden Kunst 1904; 1906/07; Dressler 1906; 1907; 1908; Pantheon 1914; Dressler 1923; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926 (Frankfurt am Main, Berlin); Maecenas 1927 (Frankfurt am Main, Berlin); Maecenas 1930 (Frankfurt am Main, Berlin); Adressbuch 1933 (Frankfurt am Main)

Katalog der Sammlung Laroche-Ringwald, Basel. Gemälde neuzeitlicher Meister.- Berlin: Eduard Schulte; Frankfurt am Main: M. Goldschmidt & Co. Versteigerung in Berlin in der Kunsthandlung Eduard Schulte 29. November 1910
Katalog der grossen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf 1922. 27. Mai bis 15. Oktober
Der ewige Jude. 265 Bilddokumente. Gesammelt von Hans Diebow.- München 1938
Oskar Kokoschka. Briefe I 1905-1919. Hrsg. v. Olda Kokoschka und Heinz Spielmann.- Hamburg 1984
Oskar Kokoschka. Briefe II 1919-1934. Hrsg. v. Olda Kokoschka und Heinz Spielmann.- Hamburg 1985
Sammlung Rudolf und Bertha Frank.- Hessisches Landesmuseum Darmstadt 1986
Daniel-Henry Kahnweiler. Kunsthändler, Verleger, Schriftsteller.- Stuttgart 1986
Lukas Gloor: Von Böcklin zu Cézanne. Die Rezeption des französischen Impressionismus in der deutschen Schweiz.- Frankfurt am Main 1986
Karl R. Schültke: Ausstellungen und Galerien in Frankfurt 1898-1938.- in: Samson Schames 1898-1967.- Frankfurt am Main 1989. S. 62-69
Hans-Joachim Müller: NAFEA. Die Sammlung Rudolf Staechelin Basel. Mit Beiträgen von Christian Geelhaar, Franz Meyer, Simon de Pury, Ruedi Staechelin.- Basel 1990
Johann Winkler, Katharina Erling: Oskar Kokoschka. Die Gemälde 1906-1929.- Salzburg 1995
Maike Bruhns: Kunst in der Krise. Künstlerlexikon Hamburg 1933-1945. Verfemt, verfolgt, verschollen, vergessen.- Hamburg 2001
Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff. Künstler der Brücke in der Sammlung Hagemann.- Ostfildern-Ruit 2004