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Galerie Hermes
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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HERMES
HERMES & CO.
KUNSTSALON HERMES
GALERIE HERMES
GALERIE HERMES & CO.

Adresse: FRANKFURT AM MAIN, Hessen-Nassau (Hessen), Goethestrasse 37; Rossmarkt 15 (ab 1905); Mainzer Strasse 84 (Neue Mainzer Strasse 84); Hochstrasse 45 (1930)
Inhaber: Hermes & Co.; A. Wald und A. Neumann
Bestand: 1896 (-1930)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Kunstsalon Hermes, Goethestr. 47, Inhaber: Hermes & Co. Charakter des Salons: Ausstellung von Gemälden und Skulpturen.“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1907.- Leipzig 1907, S. 565); „Galerie Hermes. Frankfurt a. Main. Ecke Goethe- und Mainzerstrasse/Am Opernplatz. Permanente Gemälde-Ausstellung. Verkauf v. Werken erster Meister“ (Anzeige in: Die Kunst unserer Heimat. H. 1, 1913, Anzeigenseite); „Galerie Hermes, Frankfurt a. M. Goethestraße 37. Gemälde erster Meister. Thoma, Liebermann, Hengeler etc.“ (Anzeige in: Der Sammler. Nr. 44 v. 1. 11. 1919, S. 16); „Galerie Hermes & Co. Frankfurt a. M. Neue Mainzer Straße 84 (am Opernplatz). Telephon Hansa 2611. Gemälde erster Meister. Ankauf, Ausstellung, Verkauf“ (Anzeige in: Deutsche Kunst Darmstadt 1922.- Darmstadt: Städtisches Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe 1922, S. 4)

Ausstellungen:
1900: Wilhelm Trübner (neue Landschaften aus Amorbach); Charles van der Stappen (Bronzen)
1901: September-Ausstellung (dabei Werke von u. a. Walter Firle, Ottilie W. Roederstein)
1902: Ludwig von Hofmann; „Frankfurt-Cronberger Künstlerbund“ (Ferdinand Brütt, Anton Burger, Rudolf Gudden, Robert Hoffmann, Julius Jordan, Hans Paul Klimsch, Ottilie Wilhelmine Roederstein, Maximilian Georg Rossmann, Wilhelm Trübner)
1903: Fritz von Uhde; Alexander Koester; Adolf Hölzel
1904: Friedrich August von Kaulbach (Nachlass)
1905: Wilhelm Altheim
1906: Jozef Heymans
1907: Artur Volkmann; Rudolf Gudden; Hugo von Habermann; Max Liebermann; Frits Thaulow; Eduard von Gebhardt; Franz von Lenbach; Charles William Bartlett; Louis Farasyn; Weihnachtsausstellung mit Werken von u. a. Hermann Dumler, Hermann Hendrich, Gino Parin, Leopold Schmutzler, Ludwig von Senger, Frits Thaulow, Heinrich Vogeler
1908: Max Clarenbach; Charles Cottet; Fritz Osswald; Hermann Osthoff; Wilhelm von Diez (Nachlass); Hans von Faber du Faur; „Worpsweder Maler“ (dabei u. a. Georg Tappert); Fritz von Uhde; Eduard von Gebhardt; Julie Wolfthorn; Rudolf Riemerschmid; Philipp Klein (Nachlass); „Frankfurter Frauenclub“
1909: Adolf Hölzel und Ludwig Dill; Philipp Klein; Andreas Egersdörfer; Walter Püttner
1911: Camille Pissarro, Alfred Sisley

Bemerkung:
Der 1896 gegründete Kunstsalon „Hermes & Co.“ eröffnete seine Geschäftsräume in der Goethestrasse 37. (Einer der) Besitzer war Oskar Hermes, „von seiner früheren Tätigkeit in Frankfurt a. M. her wohlbekannt und angesehen“ (Der Kunstmarkt. Nr. 20 v. 21. 2. 1908, S. 134), der jedoch 1908 ausschied und sich mit einer eigenen Kunsthandlung, der -> GALERIE HERMES in München etablierte.
Die Selbstcharakterisierung, „Ausstellung von Gemälden und Skulpturen“, weist darauf hin, dass es eine Kunsthandlung war, die ihre Ausstellungen aus einem ständig wechselnden Angebot veranstaltete und monographische Präsentationen eher die Ausnahme waren, auch wenn eine Reihe von Künstlern mit grösseren Kollektionen immer wieder vertreten waren. Beispiele sind Wilhelm Altheim, Arnold Böcklin, Franz von Defregger, Eduard von Gebhardt, Ludwig von Hofmann, Friedrich August von Kaulbach, Franz von Lenbach, Max Liebermann, Max Slevogt, Fritz von Uhde, Joseph Wenglein und Heinrich von Zügel sowie Nachlassausstellungen der Künstler Friedrich August von Kaulbach, Wilhelm von Diez und Philipp Klein.
Hauptbeststandteil des Galerieangebots von Beginn an waren Frankfurter Künstler wie Wilhelm Altheim, Leopold Bode, Anton Burger, Karl Peter Burnitz, Rudolf Gudden, Johann Heinrich Hasselhorst, Ernst Morgenstern, Wilhelm Steinhausen, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Fritz Wucherer, aber auch Künstler aus anderen Kunstzentren waren bereits vor 1900 immer wieder mit Kollektionen vertreten wie beispielsweise Hugo von Habermann, Arthur Kampf, Artur Langhammer, Franz von Lenbach, Gabriel Max, Franz Xaver Simm, Franz Skarbina, Franz von Stuck, Fritz von Uhde, Carl Zimmermann. Im September 1898 hatte Max Slevogt eine Kollektion seiner Werke ausgestellt und erntete eine äusserst positive Kritik ([Friedrich Fries]: Aus dem Frankfurter Kunstleben.- in: Frankfurter Zeitung. 27. 9. 1898; gez.: F. F.).
Die Bemühungen von Hermes, auch die „Moderne“ aus Berlin in seiner Galerie zu zeigen, belegt eine Anfrage von 1897 an die 1892 gegründete „Vereinigung der XI“ (u. a. Walter Leistikow, Max Liebermann, Franz Skarbina), ihre Ausstellung auch in Frankfurt zu zeigen, was aber negativ beantwortet wurde. (Sabine Meister 2006, S. 110)
Das Engagement der Kunsthandlung für die Frankfurter Künstlerschaft manifestierte sich in der Folge beispielsweise 1902, als der soeben gegründete „Frankfurt-Cronberger Künstlerbund“ seine erste Ausstellung bei Hermes veranstalten konnte (Wilhelm Trübner 1994, S. 76; Manfred Großkinsky 2003), vereinzelt gab es auch Kollektionen von Frankfurter Künstlern wie die von Wilhelm Altheim, Andreas Egersdörfer, Rudolf Gudden und Ottilie Wilhelmine Roederstein.
Ein Museumsverkauf wurde 1903 gemeldet, als aus der 1902 veranstalteten Ausstellung von Ludwig von Hofmann die Großherzogliche Gemäldegalerie in Darmstadt das Bild „Frau am Meeresstrande“ erwarb. (Die Kunst für Alle. H. 8 v. 15. 1. 1903, S. 196)
1905 erfolgte der Umzug aus den „ungünstige(n) düstere(n) Räume(n)“ (Die Kunst für Alle. H. 5 v. 1. 12. 1905, S.109). „Der Kunstsalon Hermes bezieht Mitte Oktober große, vornehme Räume im Mittelpunkt der Stadt, am Roßmarkt Nr. 15, wodurch dem alten Bedürfnis der Erweiterung der Ausstellungssäle in reichlichem Maße Rechnung getragen wird.“ (Die Kunst für Alle. H. 1 v. 1. 10. 1905, Anzeigenseite I)
Eine 1906 geplante Ausstellung bei Hermes kündigte Emil Nolde in einem Brief an Gustav Schiefler an, fügte aber resignativ an: „immerhin aber kann ich noch erwarten, wie so oft bisher, daß nichts daraus wird.“ (Brief Nolde an Schiefler, 14. 10.1906, Abdruck in: Emil Nolde 1967, S. 52) Noldes Pessimismus sollte sich bewahrheiten.
Eine 1911 gezeigte Ausstellung mit Werken von Camille Pissarro und Alfred Sisley fand sogar überregionale Beachtung (Rezension in Neue Zürcher Zeitung. 23. 4. 1911).
Für Februar/März 1921 wurde angekündigt: „Jubiläums-Ausstellung zum 25jähr. Bestehen der Galerie Hermes. Frankfurt a. M., Neue Mainzer Straße 83 (am Opernplatz). Februar-März 1921. Gemälde erster deutscher Meister“ (Anzeige in: Der Sammler. Nr. 7 v. 12. 2. 1921, S. 14).
„Die bekannte Galerie Hermes in Frankfurt a. M. kann dieser Tage auf ein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Durch reichhaltige Ausstellungen auf dem Gebiet der modernen Kunst hat die Firma viel dazu beigetragen, im weiteren Publikum Verständnis für Kunst zu verbreiten. Die Firma nimmt das Jubiläum zum Anlaß, um in den Monaten Februar-März dem Frankfurter Publikum eine große Anzahl guter Bilder zu zeigen […].“ (Der Sammler. Nr. 7 v. 12. 2. 1921, S. 9)
In der Folge sind nur noch gelegentliche Erwähnungen mit Ausstellungen des jeweils aktuellen Kunsthandelsangebotes festzustellen. Ende der Zwanzigerjahre zog die Kunsthandlung in die Hochstrasse 45.

Nachweise:
Seelig 1903; Jahrbuch der bildenden Kunst 1904, 1906/07; Dressler 1906, 1907, 1908, 1909, 1923; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Emil Nolde. Briefe aus den Jahren 1894-1926. (Hrsg. und mit einem Vorwort versehen von Max Sauerlandt. Vorbemerkung von Martin Urban.)- Hamburg 1967
Wilhelm Trübner 1851-1917.- Heidelberg 1994
Ester Walldorf: Kunst und Künstler in Frankfurt zwischen 1867 und 1918.- in: Kunstlandschaft Rhein-Main. Malerei im 19. Jahrhundert 1867-1918.- Frankfurt am Main 2001. S. 37-57
Manfred Großkinsky: Der Frankfurt-Cronberger Künstlerbund.- in: Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst. Band 69, 2003, S. 11-38
Sabine Meister: Die Vereinigung der XI. Die Künstlergruppe als Keimzelle der organisierten Moderne in Berlin.- Dissertation Freiburg 2006
{Lektoriert XXXXX (in der zwischenzeit mehrfach verändert und erweitert!)}