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Albert Neubert
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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NEUBERT, ALBERT
ALBERT NEUBERT

Adresse: HALLE AN DER SAALE, Preussen/Provinz Sachsen (Sachsen-Anhalt), Poststrasse 7
Inhaber: Albert Neubert (seit 1890); Albert Neubert, Curt Neubert (seit 1925)
Bestand: Gegründet 1875
Charakteristik: Buch- und Kunsthandlung, Antiquariat

Bemerkung:
Burkhard Meier beschrieb 1920 die Situation der zeitgenössischen Kunst in Halle und sah den Grund darin, „daß gute neue Kunst so wenig gekauft wird [auch] daran, daß es hier keine ernst zu nehmende Kunsthandlung gibt, nicht einmal ein Buchladen, der wenigstens nebenbei moderne Graphik pflegte. Ein derartiges Unternehmen ins Leben zu rufen, wäre der neuen Kunst dienlicher vielleicht, als alles andere, was hier für die Pflege neuer Kunst sonst noch geschieht.“
(Der Ararat. Nr. 11/12 v. Dezember 1920, S. 145-146; Zitat S. 146)
Zwar gab es in der Stadt mit an die 200.000 Einwohnern (1925) zahlreiche Buchhandlungen, aber keine einzige Kunsthandlung. Einige wenige Firmen hatten die Bezeichnung „Buch- und Kunsthandlung“ im Firmennamen, jedoch fanden deren Aktivitäten keinen Niederschlag in den Berichten der überregionalen Kunstzeitschriften. Neben der Buch- und Kunsthandlung -> TAUSCH & GROSSE gab es noch die Firma „Albert Neubert“. Die 1875 gegründete Buchhandlung wurde 1880 von Albert Neupert übernommen und befand sich in der Poststrasse 7.
Ein Zweiggeschäft wurde zeitweise auch in Neu-Rössen bei Merseburg geführt und seit 1908 war Neubert auch Inhaber der Pfefferschen Buchhandlung (Preussenring 7).
Die Buchhandlung hatte einen guten Ruf auch als Ausbildungsstätte. So hat beispielsweise der spätere Jurist Harald Leithe-Jasper (geb. 1904, später Geschäftsführer des Wiener Verlags Braumüller) hier seine Buchhandelslehre ebenso absolviert wie auch Herbert Grundmann (1913-1981), der 1938 den Bouvier-Verlag, Bonn (-> COHEN) „arisierte“. Er erinnert sich an seine „Lehre in der Buch- und Kunsthandlung Albert Neupert in Halle. Dort hatten ausgedehnte Etagenräume zur Ausstellung vieler hunderter Gemälde der damals modernen Münchner Schule und eines riesigen Kunstblattsortiments gedient.“ (Bouvier 1978, S. 23-24)

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Pantheon 1914; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Adressbuch der Antiquare 1926

Bouvier 1828-1978. Hrsg. v. Herbert Grundmann.- Bonn 1978