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Dr. Hermann Burg
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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BURG
DR. HERMANN BURG

Adresse: KÖLN, Preussen/Rheinprovinz (Nordrhein-Westfalen), Salomonsgasse 5 (1920); Breitestrasse 3 (1921); Domhof 8 (1922); Ab 1928: BERLIN, Friedrich Ebertstrasse 5
Inhaber: Dr. Hermann Burg
Bestand: 1920(-1930)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Auserlesene Werke alter und neuer Kunst. Gemälde, Plastik, Handzeichnungen, Kunstgewerbe. Erwerb und Begutachtung ganzer Sammlungen und einzelner Objekte.“ (Anzeige in: Der Cicerone. H. 6 v. 25. 3. 1920, S. 270; Katalog der grossen Kunstausstellung Düsseldorf 1920; Anzeigenseite XXXIX; Feuer. H. 9 v. Juni 1920, Anzeigenseite 21; Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 2 v. 8. 10. 1920, Anzeigenseite VIII); „Werke alter und neuer Kunst 1. Ranges, Spez.: Mittelalterliche und antike Kunst“ (Maecenas 1927, S. 85)

Ausstellungen:
1922: Romantiker (Zeichnungen und Aquarelle)

Bemerkung:
Dr. Hermann Burg startete seine Kariere an der Wiener „Staatsgalerie“ (heute „Belvedere“) und publizierte 1915 eine Monographie über den Bildhauer Franz Zauner, ehe er um 1920 nach Köln übersiedelte. Der Cicerone meldete: „Dr. Hermann Burg, früher Hilfsarbeiter an der Staatsgalerie in Wien soll […] demnächst in Köln die dortige Filiale einer Berliner Kunsthandlung übernehmen“ (H. 2 v. 29.1. 1920, S. 86).
Um welche Kunsthandlung es sich gehandelt hat, ist derzeit nicht belegbar, jedoch gibt es einen Hinweis darauf, dass ein Berliner Kunsthändler das Startkapital zur Verfügung stellte. „Loeske ist es auch gewesen, der die Mittel zur Gründung des Kunsthauses Dr. Burg in Köln vorgeschossen hat.“ (Der Kunstwanderer. H. v. Oktober 1929, S. 78). Bei Albert Loeske (1869-1929) handelt es sich um den Gründer und Inhaber zahlreicher Berliner Kunsthandlungen (Altkunst G. m. b. H., Van -> DIEMEN, Dr. Benedict), der jedoch selbst im Hintergrund blieb.
Im Januar 1920 wurde die Kunsthandlung „Dr. Hermann Burg“ in der Salomonsgasse 5 eröffnet. „Sie wird sich außer mit alter Kunst auch mit der jüngsten befassen.“ (Feuer. H. 4 v. Januar 1920, S. 310). Ende 1920 zog Burg in die Breitestrasse 3 nächst dem Wallraf-Richartz-Museum (Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 13 v. 24. 12. 1920, S-249), ein weiterer Umzug erfolgte um 1922 nach Domhof 8, wo er 1928 noch nachweisbar ist. (Anzeige in: Ausstellung alter Malerei aus rheinisch-westfälischem Privatbesitz.- Düsseldorf: Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen 1928, S. 62)
Die Kunsthandlung von Dr. Hermann Burg gehörte zu den Galerien, die kaum Ausstellungen
veranstalteten. Lediglich eine 1922 veranstaltete Ausstellung ist mit einem Katalog belegbar:
Romantiker. Zeichnungen und Aquarelle aus dem Besitze der Galerie Dr. Hermann Burg, Köln am Rhein, Domhof 8. Einführung und Verzeichnis von Otto H. Foerster. Vorwort von Karl Schaefer. Im selben Jahr war er auch als Aussteller bei der {„Grossen Kunstausstellung“ in Düsseldorf mit (verkäuflichen) Werken von Malern des 19. Jahrhunderts vertreten: Peter von Cornelius, Gottfried Rudolf Elster, Joseph Führich, Franz Ittenbach, Karl Müller (1818-1893) und Johannes Niessen (Katalog der grossen Kunstausstellung 1922, Nr. 184, 296, 365, 629 , 905, 942 )}. Der Verkauf eines Werkes der „Romantiker“, Joseph Anton Kochs „Santa Maria Maggiore in Rom“, ist für 1925 belegt. Da verkaufte er es an das Folkwang-Museum in Essen. (Katalog der Gemälde 1981, Nr. 97). Für das Wallraf-Richartz-Museum in Köln trat Dr. Burg als Stifter auf und schenkte dem Museum 4 Zeichnungen von Adolf von Hildebrandt. (Hans F. Secker 1927, S. 154)
Dr. Burgs Einsatz für die zeitgenössischen Künstler ist über den Umweg von Leihgaben für Ausstellungen zu belegen: Bei der Ausstellung von George Grosz in der Münchner Galerie -> GOLTZ (April-Mai 1920) war er mit zwei Leihgaben vertreten. (Kat. Nr. 1 Der Liebeskranke, 1916; Kat. Nr. 9 Gefährliche Straße, 1918). Von diesem Künstler ist auch ein Galerieverkauf von Dr. Burg belegt: 1927 verkaufte er die Zeichnung „Gefährliche Straße“ an den Kölner Sammler Josef Haubrich (Meisterblätter 1989, Nr. 113). Weitere Ausstellungen mit Leihgaben von Dr. Burg: In Düsseldorf stellte er 1920 George Grosz, Georg Kolbe, Ludwig Meidner und Karl Schmidt-Rottluff aus (Grosse Kunstausstellung 1920, Kat. Nr. 426, 728, 867, 1168, 1169), in Crefeld war es 1920 ein Werk von Heinrich Nauen (Erste Ausstellung 1920, Kat. Nr. 108) und 1921 in Basel Werke von Otto Müller und Karl Schmidt-Rottluff (Moderne Deutsche Malerei 1921, Kat. Nr. 51, 86).
1928 expandierte Hermann Burg nach Berlin und eröffnete in der Friedrich Ebertstrasse 5 eine Kunsthandlung, die unter „Dr. Burg & Co. G. m. b. H.“ firmierte, wo er „eine auserlesene Kollektion von Antiken, ferner vorzüglich erhaltene mittelalterliche Plastik, […] frühes Elfenbein und eine Reihe alter Meister“ präsentierte. (Der Kunstwanderer. H. v. Mai 1928, S. 401). Dass er nicht nur alte Meister im Angebot hatte, belegt 1928 ein Verkauf des Ölbildes „Rebland im Frühling“ (1906) von André an die Kunsthalle in Mannheim (Entartete Kunst 1987, Kat. Nr. 17).
1930 wurde das Berliner Geschäftslokal von Dr. Otto -> BURCHARD übernommen.

Nachweise:
Handbuch des Kunstmarktes 1926 (Köln); Maecenas 1927 (Köln); Maecenas 1930 (Berlin)

Grosse Kunstausstellung Düsseldorf 1920.- Düsseldorf: Städtischer Kunstpalast 1920
Erste Ausstellung Zeitgenössische Deutsche Kunst. Veranstaltet vom Crefelder Museumsverein.- Kaiser-Wilhelm-Museum Crefeld 1920
Moderne Deutsche Malerei.- Kunsthalle Basel 1921
{Katalog der grossen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast Düsseldorf 1922. 27. Mai bis 15. Oktober}
Hans F. Secker: Die Galerie der Neuzeit im Museum Wallraf-Richartz. Hrsg. v. der Wallraf Richartz Gesellschaft in Köln.- Leipzig 1927
Katalog der Gemälde des 19. Jahrhunderts. Bearbeitet von Jutta Held.- Essen: Museum Folkwang 1981
Entartete Kunst - Beschlagnahmeaktion in der Städtischen Kunsthalle Mannheim 1937.- Mannheim 1987
Meisterblätter aus der Sammlung Josef Haubrich - zum 100. Geburtstag des Sammlers [Umschlagtitel].- Museum Ludwig Köln 1989