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F. W. Haschke, Buch- und Kunstantiquariat
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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HASCHKE
F. W. HASCHKE
F. W. HASCHKE BUCH- UND KUNSTANTIQUARIAT
F. W. HASCHKE (FRITZ HASCHKE UND ERNST SCHULZ-BESSER)

Adresse: LEIPZIG, Sachsen, Wettinerstrasse 7; Tröndlinring 3; Gottschedstrasse 19; Löhrstrasse 2b; Schwägrichenstrassse 15; Wintergartenstrasse 10
Inhaber: Fritz W. Haschke (1910-1918); Fritz W. Haschke, Ernst Schulz-Besser (1918-1927); Fritz W. Haschke (ab 1927)
Bestand: 1910-(1942)
Charakteristik: Buch- und Kunstantiquariat, Graphikhandlung
„Moderne Originalgraphik u. Handzeichnungen deutscher u. ausländischer Künstler. Besonders vollständig vertreten sind R. R. Junghanns-München, Fél. Rops, Otto Weigel, Leipzig, sowie Paul Herrmann, Walter Kühne, Fr. Stichling-Berlin. Gemälde modernster französischer Künstler. Erste englische Radierer in großer Auswahl. Stets gewähltes Lager an illustrierten Büchern des 15.-19. Jahrh. Ex-Libris von Max Klinger, Greiner etc.- Kataloge gratis und franko. Übernahme von Sammlungen zur Versteigerung.“ (Anzeige in: Erste internationale graphische Kunst-Ausstellung Leipzig 1914. Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik. Abteilung „Zeitgenössische Graphik“.- Berlin 1914, Anzeigenseite XX); „F. W. Haschke (Fritz Haschke und Ernst Schulz-Besser). Antiquariat für Bibliophilie und moderne Graphik. Großes und ausgewähltes Lager […] Sammler, die durch Leipzig reisen, bitte ich um freundlichen Besuch. Ständige Ausstellung wertvoller Bücher und guter Graphik.“ (Anzeige in: Das Sammlerkabinett. H. 1, 1922/23, Anzeigenseite)

Bemerkung:
„F. W. Haschke. Buch- und Kunst-Antiquariat“ wurde am 1. Oktober 1910 von Fritz W. Haschke gegründet und eröffnete sein Geschäft in der Wettinerstrasse 7.
Um 1920 erfolgte der Umzug nach Tröndlinring 3 „im Hauptgeschoß der Commerz- und Privatbank, neben Hauptbahnhof und Börse zentral gelegen.“ (Anzeige in: Das Sammlerkabinett. H. 1, 1922/23, Anzeigenseite).
Haschke hatte in seinen Geschäftsräumen zwar eine „Ständige Ausstellung wertvoller Bücher und guter Graphik. (Anzeige in: Das Sammlerkabinett. H. 1, 1922/23, Anzeigenseite), veranstaltete aber keine Sonderausstellungen oder monographische Präsentationen. Der Verkauf fand vorwiegend an Ort und Stelle oder über einen der zahlreichen Angebotskataloge statt.
Zwischen 1910 und 1918 erschienen etwa 16 Kataloge, meist thematisch gegliedert. Einige dieser Kataloge hatten Moderne Graphik zum Inhalt, wie beispielsweise der an der Jahreswende 1913/ 1914 erschienene Katalog 12: „Moderne Original-Graphik erster Meister in größtenteils signierten Vorzugsausgaben. Hierin eine Sammlung von 109 Original-Handzeichnungen deutscher moderner Künstler“ (Anzeige in: Zeitschrift für Bildende Kunst. H. 5 v. Februar 1914, Anzeigenseite 3; Die Kunst. H. 6 v. März 1914, Anzeigenseite VII) sowie Katalog 16 „Moderne Original-Graphik“, der im Herbst 1917 erschien (Anzeige in: Kunst und Künstler. H. 3 v. Dezember 1917, Anzeigenseite 2).
1918 begann, mit dem Eintritt von Ernst Schulz-Besser als Teilhaber, eine neue Katalogreihe zu erscheinen, die als „Neue Folge“ bezeichnet wurde und deren erste Ausgabe „Original-Radierungen, Handzeichnungen, Lithographien, Holzschnitte“ 594 Nummern zum Inhalt hatte (Neuigkeiten des deutschen Kunsthandels. Nr. 9/10 v. September/Oktober 1918, S. 152). Der 1922 erschienene Katalog 12 beinhaltete „Sammler-Graphik. Vorzugs-Drucke erster Künstler aller Länder“, Katalog 15 (1922/23) hiess „Die Großen Graphiker“, beinhaltete 439 Nummern und bot Originalarbeiten von Brangwyn, Corinth, Gaul, Hodler, Klinger, Kollwitz, Legrand, Leibl, Liebermann, Manet, Meid, Renoir, Slevogt, Zügel u. a.“ an (Anzeige in: Das Sammlerkabinett. H. 4, 1922/23, Anzeigenseite). Katalog 29 („Original-Graphik“) erschien 1925 und beinhaltete „handsignierte Werke von Corinth, Liebermann, Meid, Slevogt u. a.“ (Anzeige in: Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler. H. 1, 1925, Anzeigenseite). Zahlreiche weitere Kataloge mit Angeboten moderner Graphik folgten bis 1927, bis zu welchem Jahr mehr als 50 Kataloge nachgewiesen werden können.
Am 1.Oktober 1918 trat der Buchhändler, Kunstantiquar und Schriftsteller Ernst Schulz-Besser (1873-1933) als Mitinhaber bei F. W. Haschke ein. Schulz-Besser war vor seinem Eintritt bei Haschke „auf leitenden Posten im internationalen Antiquariat“ (Lexikon 1930, S. 191). Wie Haschke war auch er Mitglied zahlreicher Bibliophilen Gesellschaften (Gesellschaft der Bibliophilen, Leipziger Bibliophilen-Abend) und gab zahlreiche „Jahresgaben“ für die Gesellschaften heraus und betreute unter anderem die von Haschke herausgegebenen Angebotskataloge, die seit 1918 unter dem Titel „Neue Folge“ erschienen.
Ernst Schulz-Besser trat 1927 als Mitinhaber von F. W. Haschke aus und gründete unter dem Namen -> ERNST SCHULZ-BESSER. Buch- und Kunst-Antiquariat“ am Dittrichring 7 sein eigenes Geschäft (Anzeige in: Philobiblon. H. 4/5 v. September 1928, S. 172) und handelte mit „Bibliophilie und Originalgraphik, schöner Literatur, Germanistik und Kulturgeschichte“ (Lexikon 1930, S. 191), auf welchen Gebieten er auch zahlreiche Kataloge herausbrachte. Er starb 1933 in Leipzig.
Vereinzelte Verkäufe von F. W. Haschke an Museen können nachgewiesen werden: 1922 und 1923 erwarb das Museum der bildenden Künste in Leipzig eine Zeichnung von George Grosz und Druckgraphik von Rudolf Großmann, Otto Mueller, Heinrich Nauen und Max Unold (Museum 1992, S. 57, Nr. 14; S. 63, Nr. 98-100, S. 67, Nr. 209, 211, S. 71, Nr. 316), 1924 erwarb das Ulmer Museum eine Radierung von Paul Klee und eine Lithographie von Oskar Kokoschka (Kunst und Kultur 1993, S. 80, Nr. 104, S. 81, Nr. 110).
Haschke hatte auch Kontakt zu Sammlern wie dem Hamburger Graphiksammler Gustav Schiefler (Nachlass Schiefler, Hamburg) und zu dem Kölner Sammler Josef Haubrich, der noch 1941 ein Aquarell von Richard Seewald bei Haschke erwarb (Meisterblätter 1989, Nr. 356).
F. W. Haschke übersiedelte um 1928 in die Gottschedstrasse 19, etwa zwei Jahre später in die Löhrstrasse 2b, um 1933 in die Schwägrichenstrassse 15 und 1936 in die Wintergartenstrasse 10, wo er bis 1942 nachweisbar ist.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Pantheon 1914; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Adressbuch der Antiquare 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930, Dressler 1930; Internationales Adressbuch der Antiquare 1928, 1929, 1931, 1940 (zu Haschke)
Internationales Adressbuch der Antiquare 1928, 1929, 1931 (zu Schulz-Besser)

Lexikon der deutschen Verlage. Eine Chronik der deutschen Verlagsfirmen […].- Leipzig [1930]
Meisterblätter aus der Sammlung Josef Haubrich - zum 100. Geburtstag des Sammlers.- Museum Ludwig Köln 1989
Museum der Bildenden Künste Leipzig, Kulturstiftung der Länder. Karl Hofer: Tischgesellschaft.- Leipzig 1992
Kunst und Kultur in Ulm 1933-1945.- Ulmer Museum 1993