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Oskar Sachsperger
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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SACHSPERGER
OSKAR SACHSPERGER
QUIRIN HASLINGER

Adresse: LINZ, Oberösterreich, Landstrasse 30
Inhaber: Oskar Sachsperger (1913-1926)
Bestand: 1782-heute
Charakteristik: Buchhandlung, Kunsthandlung

Ausstellungen:
1919: Hanns Kobinger (Holzschnitte)
1920: Ausstellung der Spenden zugunsten der Kunstschule Matthias May

Bemerkung:
Die 1782 gegründete Buchhandlung „Quirin Haslinger“ stand seit 1873 im Besitz von Josef Sachsperger, der 1912 im Alter von 67 Jahren gestorben war. Nachfolger wurde sein Sohn Oskar Sachsperger, der seit 6. September 1913 als Inhaber firmierte.
Der gelernter Buchhändler, Maler, Graphiker und Formschneider Oskar Sachsperger (1883-1965) gliederte 1919 der Buchhandlung eine Kunst- und Antiquitätenhandlung an, worüber er in seinen Erinnerungen an das Linzer Kunstleben der Zwanzigerjahre 1953 berichtete: „Im Jänner 1919 drängte es mich, neben meiner Buchhandlung einen kleinen Kunstsalon zu errichten und Verbindung mit jungen Linzer Künstlern anzuknüpfen. Erste Schritte führten mich in das Klublokal der ‚Grille’.“ (Oskar Sachsperger 1953) In dieser, 1919 gegründeten Künstlervereinigung, lernte Oskar Sachsperger u. a. die Maler und Graphiker Max Kislinger, Hanns Kobinger, Franz Lehrer und Julius Seidl kennen und begann „nun mit diesen jungen Kräften erstmals tastend meinen Kunstbetrieb im Kapellenraum zu ebener Erde des heutigen Klosterhofes und mit Schaustellungen in einem großen Schaufenster der Buchhandlung auf der Landstraßenseite […] Ursprünglich von konservativer Einstellung getragen, entwickelte sich mein eigener Kunstbetrieb durch die unvermutete, später sich vertiefende Bekanntschaft mit dem eigenwilligen […] Matthias May […] nach einer moderneren Richtung, zu deren Ausweitung noch Maler beitrugen, wie Dr Egon Hofmann, Dr. Alfred Pöll, Rudolf Steinbüchler, Gebrüder [Josef und Wilhelm] Raukamp, Vilma Eckl, Hanns Kobinger, Karl Hauck, Hans Pollack, Franz Brosch, Anton Lutz, Marianne Woitsch, Schrangl, Eduard Weisse u. a.“ (Oskar Sachsperger 1953)
Die Verbindung von Oskar Sachsperger mit dem Maler Matthias May spiegelt sich auch in den vom Maler geführten Aufzeichnungen über Bilderverkäufe: Für das Jahr 1919 sind zahlreiche Erwerbungen durch den Linzer Kunsthändler verzeichnet (Justus Schmidt 1954, S. 92).
Etwa zeitgleich wurde in Linz eine weitere Kunsthandlung, das unter der Leitung von Stephan Seidler stehende -> DÜRERHAUS gegründet. „Beide Linzer Kunstunternehmen, mein eigenes wie das Dürerhaus arbeiteten so, daß die ‚Tagespost’ 1919 berichten konnte, daß beide Unternehmen in lebhafter Konkurrenz sich bemühen, dem Publikum gute Werke heimischer und fremder Künstler vorzuführen, so daß wir hier einigermaßen vom Wiener Markt unabhängig geworden sind […] Die persönlichen Beziehungen zu den Künstlern beider konkurrierender Lager war stets freundschaftlich, zumindest aber verständnisvoll.“ (Oskar Sachsperger 1953)
1926 wurde die Kunsthandlung wieder augelassen. „Mein Kunstsalon verschrieb sich wieder zur Gänze dem Buchhandel“ (Oskar Sachsperger 1953), der 1927 von der „Vereinigung Linzer Buchhändler“ übernommen wurde. Oskar Sachsperger wurde erster Sortimenter und Abteilungsleiter. Um 1930 übersiedelte die Buchhandlung in die Klosterstrasse 12 und besteht noch heute in der Klosterstrasse 6.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Franz Pfeffer: Chronik einer alten Linzer Buchhandlung.- in: Heimatland. 24. 3. 1929
Ferdinand Krackowizer, Franz Berger: Biographisches Lexikon des Landes Österreich ob der Enns. Gelehrte, Schriftsteller und Künstler Oberösterreichs seit 1800.- Passau 1931
Oskar Sachsperger: Erinnerungen an das Linzer Kulturleben nach dem ersten Weltkrieg.- in: Oberösterreichische Nachrichten. 23. 5. 1953, S. 22
Justus Schmidt: Der Maler Matthias May und seine Linzer Schule. Hrsg. vom Kulturamt der Stadt Linz.- Wien 1954
Biographisches Lexikon von Oberösterreich. 3. Lieferung 1957; Nachtrag 1968
Toni Hofer: Oskar Sachsperger zum Gedenken.- in: Mühlviertler Heimatblätter. 1965. S. 212