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Ludwig Möller
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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MOELLER, LUDWIG
LUDWIG MÖLLER

Adresse: LÜBECK, Freie und Hansestadt Lübeck (Schleswig-Holstein), Hüxstrasse 17 (Verlag), Mühlenstrasse 45 (Kunsthandlung)
Inhaber: Ludwig Möller, Wilhelm Möller, Ludwig Resch
Bestand: 1874 (als Verlag), 1904 (als Kunsthandlung)
Charakteristik: Kunstverlag, Kunsthandlung, Commissionsbuchhandlung
„Verlag von Wiedergaben nach ersten Meistern; Originalradierungen von Hans Am Ende, Heinrich Vogeler-Worpswede, Ernst Oppler, Max Fliefenbauer, Paul Geissler“ (Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige 1919); „Kunstverlag, Original-Graphik, Reproduktionen erster Meister in Farblichtdrucken, Vierfarbendruck, einfarbiger und farbiger Photogravüre. Spez.: Seestücke nach Prof. Schnars-Alquist, Jagdstücke und farbige Gebirgslandschaften“; Kunstsortiment (Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1929); Kunsthandlung: „Ausstellung von Gemälden, Aquarellen, Werken der Graphik und Kleinplastik“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1908. Ein Nachschlagebuch für deutsche bildende und angewandte Kunst.- Dresden 1908); „Kunsthandlung und ständig monatlich wechselnde Ausstellungen moderner Original-Graphik, Großer Oberlichtsaal“ (Dresslers Kunsthandbuch. Erster Band. Das Buch der öffentlichen Kunstpflege […] Berlin 1923)

Ausstellungen:
1918: Hubert Wilm
1919: Weihnachtsmesse Lübecker Künstler
1920: Sepp Frank; Bruno Heroux, {Karl Gatermann}
1921: Adolf Haferland
1922: Vereinigung Lübecker Künstler
1926: Leopold Thieme
1929: Sella Hasse
In einem 1941 erschienenen Rückblick heisst es über die Ausstellungen: „ […] ebenso ging ein großer Teil der Werke der nun […] hier sich mehrenden heimischen oder hier ansässig werdenden Künstler durch Möllers Kunsthaus - es seien nur einige der älteren genannt: Hermann Linde und [Heinrich] Linde-Walther, Maria Slavona, [Erich] Dummer, [Albert] Aereboe und so weiter.“ (Bölker 1941, S. 278)

Verlag:
Das Hauptgeschäft des Verlages waren Reproduktionen von Bildern und Photos in verschiedenen Techniken ( Kupferätzungen, Farblichtdrucke, Tiefdrucke und Netzätzungen). Daneben begann Möller ein umfangreiches Sortiment als Verleger von Originalgraphik (Radierungen, Lithographien, Algraphien) aufzubauen. Besonderes Augenmerk schenkte er den „Worpsweder Radierungen“ von Hans Am Ende, Fritz Mackensen, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler. Von Vogeler hat Möller bereits 1903 den „Worpsweder Taschenkalender“ verlegt, 1909 hatte er 65 Radierungen der vier Künstler im Programm, 1913 bereits 103 Werke.
(Verlags-Katalog, Nachtrag Herbst 1908 - Herbst 1909; Ludwig Möller [1913].
In einer 1914 geschalteten Anzeige nannte sich Möller „Spezial-Verlag für moderne Graphik. Verlag und Auslieferung der Original-Arbeiten v. M. Achener-Paris, Heinrich Eickmann † , Hans am Ende, A. Horovitz-Wien, Fr. Overbeck † , Hela Peters, E. Pickardt, L. Usabal, Heinrich Vogeler etc. etc.“ ( Erste Internationale Graphische Kunst-Ausstellung Leipzig 1914. Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik. Abteilung ‚Zeitgenössische Graphik’.- Berlin 1914. Anzeigenseite XXIII)
1913 begann Möller neben seinen umfangreichen Verlagskatalogen eine Reihe kleiner Spezialkataloge unter dem Titel „Neue Graphik“ zu publizieren. Der erste Band war dem 1911 verstorbenen Radierer Heinrich Eickmann gewidmet (Der Kunstmarkt. Nr. 3 v. 10. 10. 1913, S. 28), Band 2 dem graphischen Werk Ernst Opplers (Der Cicerone. H. 23/24, 1916, S. 488).
1919 publizierte Möller „Das graphische Werk von Hubert Wilm“, um 1920 erschien Käte Wolff: Kleine Schatten (Scherenschnitte), 1922 Richard Braungart: Paul Geissler. Original-Radierungen und 1923 eine Exlibris-Mappe von Erich M. Simon.
Auch nach dem 1. Weltkrieg war der Verlag auf Expansion ausgerichtet. 1920 annocierte der Verlag: „Wir erweitern ständig unseren Verlag und bitten die Herren Künstler um Angebote […] auch von Original-Graphik (Platten usw.).“ (Kaindl’s Reklame Bücherei. 2. Band: Künstlerlexikon. Maler, Malerinnen, Graphiker, Zeichner.- Wien 1920. S. 126

Bemerkung:
Der 1874 von Ludwig Möller gegründete Verlag wurde 1902 {von dem 1871 geborenen} Wilhelm Möller übernommen, 1904 trat Ludwig Resch als Mitbesitzer in die Firma ein und in diesem Jahr wurde dem Verlag ein Verkaufslokal („Kunstsortiment“) in der Mühlenstrasse 45 angegliedert, wo 1906 ein Kunstsalon eingerichtet wurde. (Dresslers Kunstjahrbuch 1908. Ein Nachschlagebuch für deutsche bildende und angewandte Kunst.- Dresden 1908) Neben dem 1889 gegründeten Kunstsalon -> NÖHRING war Möller der zweite Kunstsalon in Lübeck. „Beide Kunsthandlungen veranstalteten regelmäßig wechselnde Ausstellungen von Lübecker und auswärtig lebenden Künstlern. Für umfangreiche Ausstellungen wenig geeignet, boten sie einzelnen Künstlern Gelegenheit zu Sonderausstellungen.“ (Enns 1978, S. 274)
1922 schrieb Abram B. Enns über „Lübecks Kunstleben“: „Der Kunsthandel ruht hier vollkommen. Auch die Kunsthandlung Möller, die vor zwei Jahren mit der Eröffnung eines größeren Ausstellungsraumes zu berechtigten Erwartungen Anlaß gab, kann sich einen größeren Besucherkreis bis jetzt nicht schaffen. Klagen über eine gewisse Sprödigkeit des Publikums mögen Geltung haben, andererseits fehlt aber auch jener großzügige Opfersinn, den man von solch einem Unternehmen unbedingt erwarten möchte und den, so scheint es, die Eröffnung versprach.“ (Der Sammler. Nr. 30 v. 29. 7. 1922, S. 474)
Nach 1930 wurde die Kunsthandlung verkauft und firmierte unter „Kunsthandlung Ludwig Möller Nachfolger Inh. Carl Mewes“ (Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1933)

Nachweise:
Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Dressler 1908 ; Dressler 1909; Pantheon 1914; Dressler 1923; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930; Dressler 1930

Verlags-Katalog von Ludwig Möller.- Lübeck 1908; Nachtrag Herbst 1908 - Herbst 1909; Nachtrag 1910
Ludwig Möller Kunstverlag. Hauptkatalog.- Lübeck/London [1913]; Erster Nachtrag Herbst 1913 - Herbst 1915
Abram Enns: Kunst & Bürgertum. Die kontroversen zwanziger Jahre in Lübeck.- Hamburg 1978
A. Bölker: Die Möllersche Kunsthandlung - ein Rückblick.- in: Lübeckische Blätter. 1941. S. 278-279