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Kunstsalon Gebrüder Buck
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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BUCK
KUNSTSALON GEBRÜDER BUCK
{GEMÄLDE-AUSSTELLUNG GEBRÜDER BUCK}
GALERIE GEBRÜDER BUCK
GALERIE GEBR. BUCK
GALERIE BUCK
GALERIE ERNST BUCK

Adresse: MANNHEIM, Baden (Baden-Württemberg), O 7, 14 (1912-1930); P 7, 18 (ab 1930)
Inhaber: Gebrüder Buck, Ernst Buck
Mitarbeiter: Sophie Jacobs (Prokuristin)
Bestand: 1912(-1936)
Charakteristik: Galerie, Kunsthandlung, Verlag
„Kunstsalon Gebrüder Buck Mannheim O 7, 14“ (Anzeige in: Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes 1913.- Mannheim 1913, Umschlagseite 2); {„Gemälde-Ausstellung Gebrüder Buck. Mannheim. Heidelbergerstraße O 7, 14. Telefon 6423. Werke erster Meister. Thoma, Trübner, Corinth, Slevogt, Weisgerber, Spitzweg. Graphisches Kabinett. Unter anderem Arbeiten von: Thoma, Liebermann, Corinth, Gaul, Halm, Kainer, Kollwitz, Lehmbruck, Leibl, Menzel, Slevogt, Spitzweg.“ (Anzeige in: Deutsche Kunst und Dekoration. H. 10 v. Juli 1918, Anzeigenseite);} „Gemälde-Ausstellung Gebr. Buck, Mannheim. Graphisches Kabinett“ (Anzeige in: Der Sammler. Nr. 40 v. 4. 10. 1919, S. 14; Nr. 44 v. 1. 11. 1919, S. 14); „Galerie Buck. Mannheim. Gemälde ersten Ranges. Graphisches Kabinett. Original-Radierungen. Seltene Sammler-Graphik“ (Anzeige in: Katalog der Ausstellung von Kunstwerken aus Karlsruher Privatbesitz.- Karlsruhe 1922, Anzeigenseite)

Ausstellungen:
1917: Walter Conz (Radierungen)
1920: Max Pechstein
1921: Adolf Hildenbrand; Gemäldeausstellung (dabei u. a. Lovis Corinth, Alexander Kanoldt, Max Pechstein, Alfred Heinrich Pellegrini, Carl Spitzweg, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Albert Weißgerber); Hermann Geibel; Wilfried Otto; Alexander Soldenhoff; Wladimir Zabotin; Johanna Held
1922: Hermann Baisch (1846-1894); Badische Künstler (dabei u. a.: Hermann Baisch, Albert Haueisen, Theodor Schindler, Gustav Schönleber, Hermann Strübe, Wilhelm Trübner); Ausstellung von Gemälden, die durch die Kunsthandlung Buck verkauft wurden (dabei u. a.
Lovis Corinth, Hermann Goebel, Ferdinand Keller, Wilhelm Lang, Max Liebermann, Karl Oertel, Johann Schirmer, Gustav Schönleber, Max Slevogt, Carl Spitzweg, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Albert Weisgerber, Gustav Zimmermann)
1925: Max Liebermann (Graphik); Albert E. Henselmann
1928: Georg Kolbe
1929: Paula Modersohn-Becker; Gemälde (dabei u. a. Franz von Defregger, Eduard Grützner, Hugo Kaufmann, Hans von Marées, Gustav Schönleber, Hans Thoma, Wilhelm Trübner)
1930: Edgar Jené; Werke erster deutscher Künstler und französischer Impressionisten; Gemälde (dabei u. a. Karl Hofer, Max Liebermann, Hans von Marées, Emil Nolde, Max Slevogt, Maurice Utrillo, Maurice de Vlaminck); Graphik (dabei u. a. Karl Hofer, Käthe Kollwitz)
1931: Otto Ditscher
1933: Saarländische Kunst (dabei Leo Grewenig)
1934: Arnold Balwé; Franz Radziwill
1936: Otto Ditscher

Verlag:
Ferdinand Dörr: Der Neckar. Erste Folge: Bei Wimpfen. 15 Original-Lithographien in Mappe
Hermann Göbel: Kriegserlebnisse. 10 Original-Lithographien in Mappe [1915]

Bemerkung:
Der „Kunstsalon Gebrüder Buck“ wurde im Mai 1912 unter der Adresse O 7, 14 gegründet. Hervorgegangen ist die Kunsthandlung aus der „Rahmen-Fabrik Gebrüder Buck“ (Werkstätten für Rahmenkunst, Vergolderei, Spezialität Gemälderahmen) die an der Adresse T 2, 1 seit 1897 wirkte.
1915 begann Gebr. Buck, wie zahlreiche Kollegen, Kriegsgraphik zu verlegen. Von Hermann Goebel erschien die Mappe „Kriegserlebnisse“, die Sascha Schwabacher rezensierte: „Hermann Goebels Lithographien stützen sich bei aller Fixigkeit der Anschauung auf ein festes zeichnerisches Rückgrat. Blätter wie die ‚Etappenstraße’ geben Natureindrücke von impressionistischer Frische.“ (Sascha Schwabacher: Kriegsgraphik.- in: Der Cicerone. H. 7/8, 1917, S. 143-144; Zitat. S. 143) Buck dürfte aber eher nur Gelegenheitsverleger gewesen sein, denn ausser einer weiteren Mappe mit Lithographien von Ferdinand Dörr sind derzeit keine weiteren Editionen bekannt.
Ende 1922 fand eine Ausstellung von Werken statt, die durch die Galerie Buck im Laufe der Zeit verkauft wurden. „Es ist rund ein halbes Hundert von Bildern, die uns zu einem Gang durch die Malerei des 19. Jahrhunderts einladen, in dem sich nicht mehr und nicht weniger vollzog, als die Wiedergeburt der deutschen Malerei […] Der starke Anteil, den gerade Baden an dem großen Aufschwung der neueren deutschen Malerei hat, ist kein bloßer Zufall, sondern durch die Geschichte des Landes und seiner Kunst gegeben.“ (Der Kunstwanderer. 1. Januarheft 1923, S. 206-207).
Mit den bei dieser Ausstellung aus Privatbesitz gezeigten Landschaftsbildern, Portraits, Genrestücken und Stilleben zwischen Carl Spitzweg, Hans Thoma, Wilhelm Trübner und
Lovis Corinth, Max Liebermann und Albert Weisgerber wurde die gesamte Spannweite des Angebots der Galerie gezeigt, die, wie auch durch die zu belegenden Ausstellungen belegt werden kann, zwischen 19. Jahrhundert und zeitgenössischen Künstlern wie Max Pechstein, Wladimir Zabotin und Alexander Kanoldt lag.
Verkäufe zeitgenössischer Kunst sind bekannt an den Mannheimer Sammler Dr. Rudolf Frank (1889-1959), der gemeinsam mit seiner Frau Bertha (1892-1979) knapp nach dem Ersten Weltkrieg eine bedeutende Sammlung moderner Kunst aufbaute. Frank war Kunde der bedeutenden deutschen Galerien moderner Kunst wie -> GRAPHISCHES KABINETT I. B. NEUMANN, Berlin, -> GOLDSCHMIDT in Frankfurt am Main, -> NIERENDORF in Köln und Berlin, der Galerie -> DER STURM in Berlin und bei Herbert Tannenbaums Galerie ->DAS KUNSTHAUS in Mannheim. In der Galerie Buck erwarb er 1919 zwei Aquarelle von Karl Schmidt-Rottluff , um 1926 ein Aquarell von Karl Hofer und in der Inflationszeit ein Aquarell von Emil Nolde (Sammlung Rudolf und Bertha Frank 1986, S. 132, 180, 190, 192).
Ein anderer zeitgenössischer Künstler, der 1903 geborene Otto Ditscher, Schüler der Landeskunstschule Karlsruhe, wurde von Ernst Buck um 1930 unterstützt: Der Künstler hatte sein Atelier im Galeriegebäude von Buck (Allgemeines Künstlerlexikon. Band 28, 2001, S. 17) und stellte 1931 und 1936 in der Galerie aus.
1930 zog die Galerie von O 7, 14 nach P 7, 18 um, vereinzelte Ausstellungen sind derzeit bis 1936 nachzuweisen.
Ernst Buck war nicht nur Mitglied der „Reichskammer der bildenden Künste“, der Voraussetzung in der NS-Zeit, den Kunsthandel überhaupt betreiben zu dürfen, er war auch im Vorstand als „Vertrauensmann“ im „Bund der Deutschen Kunst- und Antiquitätenhändler e. V.“, dem Fachverband der Reichskammer der bildenden Künste (Dressler 1934).

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Pantheon 1914; Dressler 1923; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Pantheon 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930; Adressbuch 1933; Dressler 1934

Sammlung Rudolf und Bertha Frank.- Hessisches Landesmuseum Darmstadt 1986