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Galerie Baum
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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GALERIE BAUM (München, Leipzig, Bad Kissingen)
GALERIE BAUM

Adresse: MÜNCHEN, Bayern, Schwanthalerstrasse 99 (1910); Maximilianstrasse 32 (1912/13); Odeonsplatz 1 (1916-1925)
Inhaber: Emil Baum (1911-1920); Eva Baum (1920-1925)
Zweigstelle: Leipziger Kunstsalon, Leipzig, Thomasring (ab 1917 Dittrichring) 13
Zweigstelle: Bad Kissingen, Salinenpromenade 47
Bestand: 1910-(1930)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Galerie Baum München. Maximilianstr. 32. Ständige Ausstellung von Gemälden erster Meister.“ (Anzeige in: Janus. H. 5, 1912/13, Anzeigenseite); „Leipziger Kunstsalon Emil Baum, Leipzig, Thomasring 13. Ausstellung von Gemälden erster Künstler“ (Anzeige in: Erste Internationale Graphische Kunst-Ausstellung Leipzig 1914. Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik. Abteilung „Zeitgenössische Graphik“. Umschlagseite 4); „Galerie Baum. München. Odeonsplatz 1. Ausstellung moderner Meister“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 8 v. Mai 1916, Anzeigenseite); „Galerie Baum. München. Odeonsplatz 1. Werke erster Meister. Aussichtsreiche junge Künstler“ (Anzeige in: Der Neue Merkur. H. 1 v. April 1920, Anzeigenseite); „Galerie Baum. München. Odeonsplatz 1. Hervorragende Gemälde erster Meister“ (Anzeige in: Schack-Galerie in München. 35. Auflage.- München 1921, S. 147; ähnlich in: Münchener Kunstausstellung 1922 im Glaspalast. Offizieller Katalog, Umschlagseite 3; Deutsche Malerei in den letzten fünfzig Jahren. Ausstellung von Meisterwerken aus öffentlichem und privaten Besitz.- München 1924, Anzeigenseite; Katalog der Älteren Pinakothek zu München. Amtliche Ausgabe. 15. Auflage.- München 1925, Anzeigenseite 3); „Galerie Baum. München, Odeonsplatz 1, Bad Kissingen, Salinenpromenade 47, Leipzig, Dittrich-Ring 13. Gemälde erster Meister“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 8 v. Mai 1925, Anzeigenseite XI)

Ausstellungen:
München:
1910: Eröffnungsausstellung mit Werken von u. a. Fritz Bergen, Ludwig Bolgiano, Paul Ehrenberg, Fritz Freund, Otto Gampert, Ludwig Putz, Leopold Schoenchen
1911: Anton Reinbold
1912: Anton Reinbold, M. Kiderlen (Malerin)
1915: Albert E. Henselmann
1917: Ragnvald Blix; Fritz Claus
1919: Viktor Thomas
1920: Paul Bürck
1921: Hans von Hayek; „Ausstellung erster Meister“ (dabei u. a. Heinrich Bürkel, Bernhard Buttersack, Franz von Defregger, Anselm Feuerbach, Hugo von Habermann, Karl Hagemeister,
Friedrich August von Kaulbach, Albert von Keller, Gotthard Kuehl, Franz von Lenbach, Hans von Marées, Adolf Stäbli, Carl Spitzweg, Toni Stadler, Franz von Stuck, Hans Thoma, Wilhelm Trübner, Heinrich von Zügel)
1922: Mitglieder der Münchener Secession (dabei u. a. Benno Becker, Ludwig Bock, Bernhard Buttersack, Ludwig Dill, Julo Fehr, Hugo von Habermann, Hans von Hayek, Adolf Hengeler,
Ludwig von Herterich, Konrad Hommel, Angelo Jank, Hugo Kunz, Henry Niestlé, Rudolf Nißl,
Carl Hans Schrader-Velgen, Rudolf Schramm-Zittau, Carl Schwalbach, Hans Schwegerle, Victor Thomas, Richard Winternitz, Eugen Wolff, Heinrich von Zügel, Ludwig von Zumbusch, Willy Zügel)
Leipzig:
1914: „Künstlerbund Bayern“ (Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Originalgraphik von u. a.
Hans von Bartels, Claus Bergen, Paul Bürck, Walter Geffcken, Franz Xaver Hoch, Ernst Liebermann, Carl von Marr, Georg Schuster-Woldan, Rudolf Sieck, Rafael Schuster-Woldan
Carl Strathmann); „Kollektiv-Ausstellung von Mitgliedern der Münchener Secession“
1920: „Kollektionen Paul Bürck, München, Heinrich Schulz, München“

Bemerkung:
„In der Schwanthalerstrasse 99 hat E. Baum einen neuen Kunstsaal eröffnet, der in erster Linie Werke Münchener Künstler zur Schau bringen soll. Die Eröffnungsausstellung präsentiert die Werke einer Anzahl jüngerer Talente, nicht eben extrem moderner Richtung, doch von ernster künstlerischer Bedeutung. Otto Gampert, Paul Ehrenberg, Ludwig Putz, Leopold Schoenchen, A. E. Maeckler, Bolgiano, Freund und Bergen ragen darunter durch wertvolle Leistungen hervor.“ (Der Cicerone. H. 11 v. Juni 1910, S. 414)
Nach einem Umzug in die Maximilianstrasse 32 fand die Galerie um 1916 ihren endgültigen Standort am Odeonsplatz 1, wo drei Säle mit Oberlicht zur Verfügung standen (Dresslers Kunsthandbuch. Erster Band.- Berlin 1923, S 869; das hier genannte Gründungsjahr 1900 konnte nicht verifiziert werden). Die Galerie Baum spezialisierte sich auf Werke Münchner Künstler und hatte vorwiegend Werke der eher konservativen Künstlervereinigungen „Münchner Secession“ und „Künstlerbund Bayern“ im Angebot. Monographische Ausstellungen dürften wohl die Ausnahme gewesen sein.
Am 7. Februar 1914 eröffnete Emil Baum eine Zweigstelle in Leipzig, wo er unter dem Namen „Leipziger Kunstsalon“ am Thomasring 13 mit einer Ausstellung des 1908 gegründeten „Künstlerbund Bayern“ debutierte. Zum Programm der Galerie heisst es im Eröffnungskatalog: „Meine Bestrebungen sind darauf ausgerichtet, der Verbreitung deutscher Kunst zu dienen. Ohne mich auf eine bestimmte Richtung festzulegen, kann ich aber schon heute sagen, daß mein Unternehmen nur solchen Darbietungen offen stehen wird, deren künstlerischer Wert sich mit Überzeugung vertreten läßt.“ (Katalog der „Eröffnungs-Ausstellung Februar 1914; Dank an Stefan Pucks, Bergfelde, für eine Kopie des Kataloges)
Anschliessend fand während des Sommers 1914 eine „Kollektiv-Ausstellung von Mitgliedern der Münchener Secession“ statt.
Gleichzeitig stieg Baum in den Auktionshandel ein und veranstaltete am 29. und 30. April 1914 seine erste Auktion „Hervorragende Werke der bedeutendsten Meister aus der Sammlung des königlichen Handelsrichter D. in B. sowie aus Leipziger Privatbesitz“, dabei Werke von u. a. Hans von Bartels, Julius Diez, Max Feldbauer, Hugo von Habermann, Ludwig von Hofmann, Albert von Keller, Gotthard Kuehl, Ernst Liebermann, Leo Putz, Leo Samberger, Hans Thoma, Heinrich von Zügel, Ludwig von Zumbusch.
1918 fand eine weitere Auktion unter dem Titel „Erstklassige Gemälde und Zeichnungen der bedeutendsten Meister aus Münchener privatem und anderem Besitz“ statt. 1920 fand die Ausstellung „Kollektionen Paul Bürck, München, Heinrich Schulz, München“ statt.
1920 starb Emil Baum 51jährig, seine Witwe Eva Baum übernahm die Galerie.
Wie einer Anzeige aus dem Jahr 1925 (und dem Adressbuch Maecenas. Hrsg. v. Joachim Stern.- Berlin 1927, S. 110) zu entnehmen ist, unterhielt die Galerie Baum zeitweise auch eine Verkaufsstelle in dem bayerischen Badeort Bad Kissingen (Anzeige in: Die Kunst. H. 8 v. Mai 1925, Anzeigenseite XI).
Vom 15. bis 16. Dezember 1925 fand eine weitere Auktion mit Beständen der Galerie Baum bei Hugo Helbing in München statt, bei der Werke von u. a. Gustave Courbet, Wilhelm von Diez, Karl Haider, Jakob Hoff, Hugo Kaufmann, Friedrich August von Kaulbach, Albert von Keller, Gotthard Kuehl, Hans von Marées, Gabriel von Max, Gustav Schönleber, Hans Thoma und Josef Wenglein angeboten wurden. (Der Kunstwanderer. Dezember 1925, S. 163)
Über weitere Aktivitäten liegen derzeit keine Informationen vor. In den Kunsthandelsadressbüchern der Zeit ist die Galerie Baum bis 1930 verzeichnet.

Nachweise:
Dressler 1913, 1923; Pantheon 1914; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930