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Neue Galerie Schönemann & Lampl
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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NEUE GALERIE (Schönemann & Lampl)
NEUE GALERIE
NEUE GALERIE SCHÖNEMANN & LAMPL

Adresse: MÜNCHEN, Bayern, Residenzstrasse 25; Filiale Berlin: Leipzigerstrasse 124 (1923); Bellevuestrasse 5 (1927); Friedrich-Ebert-Strasse 4 (1929-1931); Mohrenstrasse 40 (1933)
Inhaber: Schönemann & Lampl
Bestand: (1919-1933)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Neue Galerie Schönemann & Lampl. München, Residenzstraße 25. Grosse Ausstellung. Gemälde allererster Meister“ (Anzeige in: Der Cicerone. H. 23 v. Dezember 1920, Anzeigenseite); „Neue Galerie. München, Residenzstr. 25. Ständige Ausstellung von Gemälden bedeutender Künstler. Eintritt M. 1.- Geöffnet von 9-1 und 3-6 Uhr. Ankauf von nur ersten Meisterwerken. Wir erbitten Photographien, Grösse und Preis.“ (Anzeige in: Der Neue Merkur. H. 1 v. April 1921, Anzeigenseite VIII); „Neue Galerie Schönemann & Lampl. München, Residenzstr. 25. Gemälde allererster Meister speziell 1850-1890“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 9 v. Juni 1921, Anzeigenseite V); „Neue Galerie. München Residenzstraße 25. Berlin Leipzigerstraße 124 Eingang Wilhelmstr. 80a. Meisterwerke der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Ankauf hochrangiger Werke aus dem Leibl- und Diezkreis“ (Anzeige in: Der Kunstwanderer. 1. Juniheft 1923, S. 418); „Neue Galerie Schönemann & Lampl. München Residenzstraße 25. Berlin Leipzigerstraße 124. Ständig wechselnde Ausstellung von Meisterwerken des 19. und 20. Jahrhunderts“ (Anzeige in: Die Kunst für Alle. H. 2 v. November 1924, Umschlagseite 3); „Neue Galerie […] Ausstellung bedeutendster Meisterwerke der alten Münchner Schule“ (Anzeige in: Deutsche Malerei in den letzten Fünfzig Jahren. Ausstellung von Meisterwerken aus öffentlichem und privaten Besitz.- München 1924, Anzeigenseite); „Unsere neuen Geschäftsräume Berlin Bellevuestr. 5. Neue Galerie Schönemann & Lampl […]“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 1 v. Oktober 1927, Anzeigenseite); „Neue Galerie Schönemann & Lampl. An- und Verkauf erstklassiger Gemälde. Meisterwerke der Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. München Residenzstrasse 25. Berlin W 9, Friedrich Ebertstr. 4“ (Anzeige in: Städtische Galerie München. Katalog. 1. Auflage.- München 1929, Anzeigenseite); „Neue Galerie […] Alte Gemälde, Gobelins, antike Teppiche. Ankauf, Verkauf“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 6 v. März 1931, Anzeigenseite)

Ausstellungen:
1919: Mathias Schmid; Paul Thiem
1920: „Werke Münchner Künstler“; Constantin Gerhardinger; Carl Korthaus
1921: Eduard von Grützner; Paul Thiem (Gedächtnisausstellung)
1923: Benno Becker
1924: Heinrich von Zügel (Werke von 1870-1924); Franz von Stuck (Gemälde); Ludwig Putz
1925: Ludwig von Zumbusch; Gottardo Segantini; Jagdkunst-Ausstellung
1926: Franz von Defregger
1927: Carl Spitzweg

Bemerkung:
Die Tätigkeit der zwischen 1919 und 1933 nachgewiesenen „Neue Galerie Schönemann & Lampl“ gehörte zu denjenigen von Kunsthandlungen die, nach Richard Braungart „nur die ältere oder die von ihr befruchteten Kunst pflegen“ (Münchener Kunstbrief.- in: Der Sammler. Nr. 18 v. 30. 4. 1921, S. 9).
Der Anzeigentext „Ständige Ausstellung von Gemälden bedeutender Künstler“ (Der Neue Merkur. H. 1 v. April 1921, Anzeigenseite VIII) weist darauf hin, dass vorwiegend aus dem aktuellen Angebot ausgestellt wurde und monographische Ausstellungen eher die Ausnahme waren. Während in der Frühzeit der Galerie Münchner Maler und „Gemälde allererster Meister speziell 1850-1890“ (Die Kunst. H. 9 v. Juni 1921, S. V) im Mittelpunkt standen, wurden später auch „Ständig wechselnde Ausstellung von Meisterwerken des 19. und 20. Jahrhunderts“ anociert (Die Kunst für Alle. H. 2 v. November 1924, Umschlagseite 3).
Von den älteren Münchner Künstlern wurden eine Reihe von monographischen Ausstellungen veranstaltet, darunter von den folgenden (nach Geburtsjahr gereihten) Malern: Franz von Defregger (*1835), Mathias Schmid (*1835), Eduard von Grützner (*1846), Heinrich von Zügel (*1850), Paul Thiem (*1858), Benno Becker (*1860), Ludwig von Zumbusch (*1861), Franz von Stuck (*1862) und Ludwig Putz (*1866). Von der nächsten Generation stellten Carl Korthaus (*1879), Carl Felber (*1880) und Gottardo Segantini (*1882) aus, die jüngsten Künstler war Gilda Moise (*1886) und der von Charles Schuch und Wilhelm Leibl beeinflusste Constantin Gerhardinger (*1888).
Richard Braungart, der Kunstkritiker der „Münchner Zeitung“ und Mitarbeiter zahlreicher Kunstzeitschriften, schrieb die Katalogtexte zu den Ausstellungen Heinrich von Zügel, Franz von Stuck und Ludwig von Zumbusch.
1923 expandierte die „Neue Galerie“ und eröffnete eine Filiale in Berlin, Leipzigerstrasse 124, wo das Münchner „Programm“ präsentiert wurde. „Schon die erste Ausstellung zeigt das Bestreben der Leitung, jeglichem Kunstgeschmack gerecht zu werden. Es ist begreiflich, daß hier die Münchener Schule reich vertreten ist, doch auch in dieser Reihe wird die Qualität besonders betont. Unter den erstrangigen Stücken der Neuen Galerie findet man Namen wie Leibl, Trübner, Thoma, Liebermann u. a. Man darf den Ausstellungen des neuen Unternehmens mit Interesse entgegensehen.“ (Der Kunstwanderer. 2. Juniheft 1923, S. 348) 1925 folgte eine grosse Ausstellung mit etwa 50 Werken von Hans Thoma. 1926 wurde die Zweigstelle geschlossen und die Bestände durch „Rud. Elsas, Kunstauktionshaus“ vom 23.-26. November 1926 versteigert. Im Vorwort des Kataloges heisst es: „Die allen Berliner Sammlern neuerer Kunst rühmlichst bekannte Neue Galerie, Leipziger Str. 124, hat sich wegen anderweitiger Unternehmungen entschlossen, ihr hiesiges Institut aufzulösen“. Angeboten wurden Ölgemälde und Perserteppiche, unter den angebotenen Gemälden waren Werke von u. a. von Lovis Corinth, Franz Skarbina und Fritz von Uhde (Dank an Stefan Pucks, Bergfelde, für diesen Hinweis).
1927 wurden neue Geschäftsräume in der Bellevuestrasse 5 mit einer Ausstellung von Anders Zorn eröffnet. (Die Kunst. H. 2 v. November 1927, Anzeigenseite), 1929 erfolgte ein weiterer Umzug in die Friedrich-Ebert-Strasse 4. Eröffnet wurde mit einer Ausstellung der deutsch-österreichischen Künstlerin Gilda Moise, „helle und heitere Bilder von südtiroler Gebirgslandschaften mit gedämpften Farben von einem milden, freundlichen Glanz. [Sie] erinnern zuweilen an die Gebirgsmalerei der späten Romantik.“ (Die Kunst. H. 8 v. Mai 1929, Anzeigenseite 15). Es folgte eine Ausstellung des Dachauer Künstlers Carl Felber mit Bildern aus dem Engadin.
1929 und 1931 geschaltete Anzeigen, in denen neben Gemälden auch „Gobelins, Aubussons und antike Teppiche“ angeboten wurden, weisen auf ein verändertes Angebot Richtung Altkunst hin. 1933 lautete die Adresse Mohrenstrasse 40.

Nachweise:
Handbuch des Kunstmarktes 1926 (München); Maecenas 1927 (München und Berlin); Maecenas 1930 (München und Berlin)-