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Dr. F. X. Weizinger und Co.
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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WEIZINGER
DR. F. X. WEIZINGER & CO.
ALTE UND NEUE KUNST G. M. B. H.

Adresse: MÜNCHEN, Bayern, Sophienstrasse 6 (1913 bis etwa 1929); Arcisstrasse 23 (ab etwa 1929); Ottostrasse 3 und Arcostrasse 1 (1931)
Inhaber: Dr. Franz Xaver Weizinger, Edgar Wilhelm Lange, Karl Büchs
Bestand: Gründung 1913
Charakteristik: Kunsthandlung
„Alte Werke der Malerei und Plastik und des Kunstgewerbes. Münzen und Medaillen vor- und nachchristlicher Zeit. Katalogarbeiten für Privatsammlungen. Auktionen“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 4 v. 17. 19. 1913, S. 32; Die Kunst. H. 4 v. Januar 1914, Anzeigenseite XII; Kunst und Künstler. H. 4 v. Januar 1914, Umschlagseite 4); „Wir halten Kunst- u. Münzauktionen ab und erbitten Anfragen wegen Übernahme und Bedingungen“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 44 v. 25. 9. 1914, S. 372); Ankauf von Sammlungen und einzelnen wertvollen Kunstgegenständen, Münzen und Medaillen. Übernahme von Kunst- und Münz-Auktionen“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 1 v. Oktober 1919, Anzeigenseite X); „Gemälde, Antiquitäten, Ethnographica, Die Kunst des Islam und Ost-Asiens. Münzen, Medaillen, Plaketten. Antike Ausgrabungen. Waffen. Ankauf, Verkauf, Auktionen“ (Anzeige in: Katalog der Neuen Staatsgalerie. Amtliche Ausgabe. 2. Auflage.- München 1921, Anzeigenseite); „Alte und Neue Kunst G. m. b. H. Leitung: Dr. F. X. Weizinger. Gemälde, Antiquitäten, Ethnographika, Münzen, Medaillen, Ausgrabungen. Ottostr. 3 u. Arcostr. 1, Nähe Glaspalast“ (Anzeige in: Münchener Kunstausstellung 1931 im Glaspalast. Anzeigenseite 9)

Ausstellungen:
1914: August Seidel (1820-1904)
1921: Elisabeth von Esseö (Plastik, Medaillen, Plaketten)

Verlag:
Verlag für praktische Kunstwissenschaft Dr. F. X. Weizinger & Co. (1919-1924)
Da der Verlag eine eigene Rechtsform hatte, findet er hier keine umfassende Darstellung.
Leo Bruhns: Würzburger Bildhauer der Renaissance und des werdenden Barock 1540-1650. 1923
Max Doerner: Malmaterial und seine Verwendung im Bild. 2., vielfach vermehrte Auflage. 1922 [Dieses bis heute gültige Standardwerk, derzeit in der 21. Auflage, 2006 lieferbar]
Max Hauttmann: Das Rostocker Stadtbild. 1923
Max Hauttmann: Geschichte der kirchlichen Baukunst in Bayern, Schwaben und Franken 1550-1780. 1923
Carl Jaeger, Georg Fraunberger: Kunstgläser. Werktreue Schöpfungen aus alter und neuer Zeit. 1922
Hans Rupé: Der Paehler Altar im Bayerischen Nationalmuseum. 1922
Georg Swarzenski: Das Antiphonar von St. Peter in Salzburg. 1922
Max Zenger: Geschichte der Münchener Oper. 1923

Bemerkung:
Der 1883 in Sollern/Bayern geborene Franz Xaver Weizinger war studierter Kunsthistoriker und Numismatiker und schloss seine Studien in München mit einer Dissertation über „Die Malerfamilie der Strigel in der ehemals freien Reichsstadt Memmingen“ 1908 ab.
Im Herbst 1913 eröffnete er in der Sophienstrasse 6 gegenüber dem Glaspalast seine Kunsthandlung und versandte den folgenden „Pressetext“: „Dr. phil. Franz Xaver Weizinger hat sich mit dem Privatgelehrten und Sammler Edgar Wilhelm Lange und dem in kunstgewerblichen Altertümern besonders bewanderten Antiquar Karl Büchs vereinigt, um auf breitester fachwissenschaftlicher und finanzieller Grundlage ein Unternehmen zu fundieren, das der Kunstwissenschaft in gleicher Weise wie dem Kunsthandel dienen soll. In den Ausstellungsräumen der Firma werden einzelne hervorragende Werke der Malerei, Plastik und des Kunstgewerbes zum Verkaufe gebracht, daneben ausgewählte Gebiete der Münz- und Medaillenkunde gepflegt […] Die Erfahrungen und Kenntnis des internationalen Kunstmarktes, die der Gründer der Firma durch jahrelange praktische Tätigkeit in Auktionshäusern sich angeeignet hat, werden dem Institut vorzüglich bei den Kunst- und Münzauktionen zugute kommen, die er in sein Programm aufgenommen hat […] Die Firma erhofft die wohlwollende Unterstützung der Museumsbeamten, Fachgelehrten und Sammler; an zustimmenden Äußerungen von dieser Seite hat es bisher nicht gefehlt.“ (nahezu gleichlautende Abdrucke in: Der Kunstmarkt. Nr. 4 v. 17. 10. 1913, S. 34-35; Der Cicerone. H. 19, 1913, S. 701-702).
Zwischen 23. April und 6. Mai 1914 veranstaltete Weizinger seine erste Kunstausstellung, die dem vergessenen Maler August Seidel (1820-1904) gewidmet war. Im Anschluss daran wurden am 29. 5. 1914 bei der 4. Auktion „ausgewählte Werke aus Münchener Privatbesitz“ versteigert. Weitere Ausstellungen sind derzeit nicht bekannt mit Ausnahme einer 1921 veranstalteten Präsentation der ungarischen Bildhauerin Elisabeth von Esseö, die Plastik, Medaillen und Plaketten zeigte.
Am 27. Mai 1914 wurde die erste Auktion abgehalten, der zahlreiche weitere folgten.
1919 erfolgte die Gründung des „Verlag für praktische Kunstwissenschaft Dr. F. X. Weizinger & Co.“, der 1924 an den „Karl Voegels Verlag G. m. b. H.“ Berlin verkauft wurde.
Die weitere Geschichte der Kunsthandlung, die sich beinahe ausschliesslich mit Antiquitäten, Münzen und Ausgrabungen befasste und um 1929 in die Arcisstrasse 23 (später Ottostrasse 3 und Arcostrasse 1) übersiedelte, wurde nicht recherchiert. Franz Xaver Weizinger wanderte Anfang der Dreissigerjahre nach Brasilien aus, wo er 1935 ein Buch über die Schweizer Kolonie verfasste (Neuausgabe 2005). Er starb 1945 in São Paulo.

Nachweise:
Handbuch des Kunstmarktes 1926; Pantheon 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930; Adressbuch 1933