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Galerie Fritz Zickel
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
    • Werner J. Schweiger (1949 - 2011)

  • TitelGalerie Fritz Zickel[Eintrag für geplante Publikation "Lexikon des Kunsthandels der Moderne im deutschsprachigen Raum 1905-1937"]
  • Datierung2005 - 2011
  • GattungManuskripte
  • Materialdigital
  • KonvolutKunstarchiv Werner J. Schweiger
  • InventarnummerBG-WJS-M-1,202
  • CreditlineZustiftung Christa M. Schweiger, Wien und Wolfgang Wittrock, Berlin, 2016
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
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ZICKEL
KUNSTHANDLUNG ZICKEL
GALERIE ZICKEL
GALERIE FRITZ ZICKEL

Adresse: MÜNCHEN, Bayern, Lenbachplatz 1; Filiale Ottostrasse 1
zeitweise Niederlassungen in Berlin und Köln
Inhaber: Fritz Zickel
Bestand: (1919-1934)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Kunsthandlung Zickel. Gemälde erster moderner Meister u. a. Liebermann, Uhde, Zügel, Keller, Fritz Baer, Heffner, Trübner, Buttersack, Spitzweg, Corinth, Bartels“ (Anzeige in: Der Cicerone. H. 19 v. Oktober 1920, Anzeigenseite); „Galerie Zickel. Inhaber Fritz Zickel. München, Lenbachplatz 1 nächst Glaspalast und Künstlerhaus“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 11 v. August 1921, Anzeigenseite XX); „Ständige Ausstellung von Gemälden erster Meister“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 9 v. Juni 1922, Anzeigenseite IV); „Ständige Ausstellung von Gemälden erster Meister. Bedeutende Werke werden stets zu kaufen versucht. Angebote von Besitzern und Vermittlern erbeten.“ (Anzeige in: Münchener Kunstausstellung 1922 im Glaspalast. Offizieller Katalog. 1. Juni bis 30.September 1922, Anzeigenseite 8); „Gemälde ersten Ranges. Werke jüngerer Künstler“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 10 v. Juli 1923, Umschlagseite 3); „Die Münchner Malerei von 1800 bis zur Jetztzeit in erlesenen Werken ihrer Hauptmeister“ (Anzeige in: Katalog der Älteren Pinakothek zu München. Amtliche Ausgabe. 15. Auflage.- München 1925, Anzeigenseite 4); „Galerie Zickel München Lenbachplatz 1 (1 Minute vom Glaspalast) Die klassischen Meister der Münchener Malerei. Ständiges Sonderkabinett: Leiblkreis Erstklassige Gemälde werden stets angekauft“ (Anzeige in: Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1925, Anzeigenseite 20); „Die klassischen Meister der Münchner Malerei u. Jüngere Künstler“ (Anzeige in: Muenchener Kunstausstellung 1927 im Glaspalast. Amtlicher Katalog. Anzeigenseite 18)

Ausstellungen:
1919: Fritz Baer
1921: Karl Heffner
1923: Münchner Landschaftsmalerei
1927: Wilhelm Schreuer

Bemerkung:
Nach den vorliegenden Quellen ist die Galerie Zickel von etwa 1919 bis etwa 1934 nachweisbar. Niederlassungen bestanden 1920-1930 in Berlin (Friedrich Wilhelmstrasse 17, Anzeige in: Der Cicerone. H. 10 v. Mai 1920, Anzeigenseite) und 1927/1929: Genthinerstrasse 19, Anzeige in: Muenchener Kunstausstellung 1927 im Glaspalast. Amtlicher Katalog. Anzeigenseite 18 und Anzeige in: Städtische Galerie München. Katalog. 1. Auflage.- München 1929, Anzeigenseite).
1924 wird eine weitere Niederlassung in Köln eröffnet, wo die Galerie „dasselbe Gebiet pflegen [wird], wodurch sie auch in München bekannt geworden ist, nämlich die Zeit der Romantiker bis zu den Impressionisten.“ (Die Kunst. H. 9 v. Juni 1924, Anzeigenseite VII). „Im Oberlichtsaal wird Zickel ständige Sonderausstellungen bringen. Als erste ist die Ausstellung Leiblkreis bereits eröffnet. Folgen werden zunächst Dora Hitz und Fritz Baer.“ (Der Kunstwanderer. Juni 1924, S. 288)
1922 werden der Münchner Galerie zwei „Sonderkabinette“ angegliedert, die thematisch den „Klassikern des deutschen Impressionismus“ und dem „Leiblkreis“ gewidmet waren. (Die Kunst. H. 12 v. September 1922, Anzeigenseite XVII; Der Sammler. Nr. 31 v. 5. 8. 1922, S. 490)
1923 wird in München eine Zweigstelle in der Ottostraße 1 eröffnet, wo eine „Verkaufsausstellung von Gemälden ersten Ranges“ eingerichtet wird. (Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 39/40 v. 29. 6./6. 7. 1923, Anzeigenseite VIII). Diese Zweigstelle bleibt auch nach Schliessung des Hauptgeschäftes bestehen und ist bis etwa 1930 nachweisbar.
Die Galerie Zickel war eine Kunsthandlung, die selten Ausstellungen veranstaltete und ihre Aufgabe im wechselnden Angebot sah. Aus dem Bestand der Galerie sind auch Museumserwerbungen dokumentiert: 1924 erwarb das Städtische Museum in Elberfeld zwei Bilder von Fritz Baer. (Der Kunstwanderer. November 1924, S. 92), 1927 kamen drei Ölbilder als Schenkung von Fritz Zickel an die Städtische Galerie in München: Werke von Karl Haider, Karl Heffner und August Fink. (Städtische Galerie 1929, Kat. Nr. 43, 44, 431)
1927 hatte die Galerie Zickel „Mietdifferenzen von schwerwiegender Natur“ (Antiquitäten-Zeitung. H. 22 v. 16. 11. 1927, S. 165) an ihrem Hauptstandort Lenbachplatz 1, die zur Schliessung der Galerie an diesem Standort führten. Obwohl der zweite Münchner Standort in der Ottostraße 1 bestehen blieb, entschied sich Zickel, den Galeriebestand und Teile seiner Privatsammlung in einer Auktion der Firma -> HELBING in München aufzulösen. Die Auflösung der Galerie war Anlass für den Berichterstatter, die Arbeit von Zickel in München zu charakterisieren: „Zickel kannte keine Richtung, für ihn gab es nur Kunst und diese musste gut und ehrlich sein, und das waren die Werke, die durch die Galerie Zickel gingen. Verschiedene Ausstellungen […] legten hiervon Zeugnis ab, aber auch die musealen und privaten Käufer können dies bestätigen; bei Zickel war immer etwas zu sehen, was für den Kunstmarkt neu war. Der Kreis um Leibl war es, der es Zickel angetan hatte, ihm hat er auch seine besondere Aufmerksamkeit zugewandt.“ (Antiquitäten-Zeitung. H. 22 v. 16. 11. 1927, S. 165)
Zwischen 23. und 25. November 1927 konnte das Auktionsgut in der Galerie Hugo Helbing besichtigt werden, das am 26. November zur Versteigerung kam. Hermann Uhde-Bernays schrieb das Katalogvorwort und würdigte den Sammler und Händler: „Alle Freunde der Kunst […] müssen aufs schmerzlichste bedauern, daß abermals ein wichtiges Glied aus dem Organismus des Münchner Kunstlebens gerissen wird. Denn Fritz Zickel hat es verstanden, sich rasch in das besondere Wesen dieses Organismus einzufühlen, und mit einer für einen Nichtmünchner erstaunlichen Feinheit der Empfindung die schwer zu unterscheidenden Eigenschaften erfasst, welche in Beziehung auf Tradition und Qualität der Münchner Malerei auf dem Gebiet der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts die führende Bedeutung geben. Sehr bald auch mit einer in wenigen Jahren […] gewonnenen Kenntnis des entwicklungsgeschichtlichen Verlaufs dieser glänzenden Epoche ausgerüstet […] gelang es Fritz Zickel, die Sicherheit seines Blickes vielfach zu bestätigen, auch durch sein entschlossenes Eintreten für weniger bekannte Künstler.“ (Galerie Fritz Zickel 1927, S. [3]).
1930 wurde der Bestand der Berliner Niederlassung „wegen völliger Aufgabe des Geschäfts und Löschung der Firma Fritz Zickel im Handelsregister“ in einer Auktion der Kölner Firma Math. Lempertz'sche Kunstversteigerung am 25. November 1930 angeboten (Galerie Fritz Zickel 1930). In einer weiteren Auktion am 27. Oktober 1934 wurde auch der „Bestand der zur Auflösung kommenden Galerie Fritz Zickel München“ (Ölgemälde und Aquarelle 1934)
bei Hugo Helbing angeboten, wobei unklar ist, ob Zickel noch eine Galerie betrieb oder ein „Wohnungsgeschäft“.

Nachweise:
Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Galerie Fritz Zickel München. Ölgemälde, Aquarelle und Handzeichnungen moderner Meister.- München: Galerie Hugo Helbing 26. November 1927
Städtische Galerie München. Katalog. 1. Auflage.- München 1929
Galerie Fritz Zickel, Berlin wegen völliger Aufgabe des Geschäfts und Löschung der Firma Fritz Zickel im Handelsregister.- Versteigerung: Dienstag, 25. November 1930. - Köln: Lempertz, 1930
Ölgemälde und Aquarelle des 19. und 20. Jahrhunderts aus ausländischem, nord- und süddeutschem Besitz sowie der Bestand der zur Auflösung kommenden Galerie Fritz Zickel München.- Auktion Samstag den 27. Oktober 1934.- München: Helbing