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Kunstkabinett am Friedrichsplatz
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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KUNSTKABINETT AM FRIEDRICHSPLATZ (BAUMGARTENS KUNSTKABINETT)
KUNSTKABINETT AM FRIEDRICHSPLATZ
BAUMGARTENS KUNSTKABINETT

Adresse: STUTTGART, Württemberg (Baden-Württemberg), Kronenstrasse 25
Inhaber: Hermann Baumgarten
Bestand: 1922-1926
Charakteristik: Kunsthandlung
„Werke der neuen Deutschen Kunst. Gemälde, Aquarelle, Graphik, Plastik führen am Lager und zeigen in wechselnden Ausstellungen in: Stuttgart. Kronenstrasse 25 - 2 Minuten vom Hauptbahnhof. Kunstkabinett am Friedrichsplatz. Hermann Baumgarten, Kommanditges. Geöffnet: Werktäglich von 9-1 und 1/2 3-6 Uhr“ (Anzeige in: Ausstellung Neuer Deutscher Kunst Stuttgart 1924, Anzeigenseite)

Ausstellungen:
1923: Willi Baumeister
1925: Margarete Oehm; Imre Reiner; Pol Cassel; Joachim Ringelnatz; Albrecht von Urach; Willi Baumeister, Richard Herres, Lily Hildebrandt, Ida Kerkovius, Sofie Mörike, Margarete Oehm, Leonhard Schmidt, Gertrud Stemmler
1926: Lasar Segall

Bemerkung:
Das am 11. November 1922 von Hermann Baumgarten gegründete „Kunstkabinett am Friedrichsplatz“ zeigte 1923 „einen zusammenfassenden Überblick über die Arbeiten der letzten Jahre“ (Das Kunstblatt. H. 3 v. März 1923, Anzeigenseite) von Willi Baumeister, 1925 stellte Margarete Oehm, die spätere Ehefrau von Willi Baumeister, aus und Imre Reiner, der bereits 1922 bei -> SCHALLER eine Ausstellung gehabt hatte.
Es folgten eine Präsentation des Dresdner Malers Pol Cassel und eine Übersicht von Malerei und Aquarellen des Dichters und als Maler dilettierenden Joachim Ringelnatz, der in der -> GALERIE FLECHTHEIM als Maler debütierte und 1926 auch bei -> RUDOLF WILTSCHEK in Berlin und im -> KUNSTHAUS KARL HEUMANN in Hamburg ausstellte. Über die Stuttgarter Ausstellung schrieb Hans Hildebrandt: „Daß man diesen Arbeiten das Autodidaktentum anmerkt, und daß sie sehr viel mehr Künstlertum als Können verrraten, ist nur ein Reiz mehr. Erzeugnisse angeborenen Instinkts für malerische Werte, nicht der bewußten Überlegung, explosiv entstanden und so je nach Glück der Stunde ungleichmäßig, stellen sie durchwegs innere Erlebnisse dar, die höchst persönlich, phantasievoll sind und oft bezeugen, daß Ringelnatz mehr als geistreichen Witz, daß er Humor besitzt.“ (Hans Hildebrandt: Stuttgarter Kunstbericht.- in: Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr.44/45 v. 6./13. 2. 1926, S. 685)
Es folgte die erste Ausstellung des erst 23jährigen Albrecht von Urach (der 1928 und 1929 auch bei -> SCHALLER ausstellte) und eine Gemeinschaftsausstellung von Künstlern rund um Willi Baumeister. 1926 machte die Wanderausstellung mit Werken von Lasar Segall, die beispielsweise auch bei -> NIERENDORF in Berlin und bei -> NEUE KUNST FIDES in Dresden gezeigt wurde, Station in Stuttgart.
Hermann Baumgarten setzte den Kunsthandel später in der Bismarckstrasse 66 fort und übersiedelte 1930 nach Berlin und eröffnete innerhalb der -> KUNSTSTUBE am Schöneberger Ufer 31 einen „Raum für Graphik“ (Kunst und Künstler. H. 2 v. November 1930, S. 79).

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Handbuch des Kunstmarktes 1926