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Kunsthaus Schaller
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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SCHALLER
LUDWIG SCHALLER
L. SCHALLER
KUNSTHAUS SCHALLER
L. SCHALLER G. M. B. H.
L. SCHALLER K. G.

Adresse: STUTTGART, Württemberg (Baden-Württemberg), Marienstrasse 14
Inhaber: Ludwig Schaller; Emil und Max Schaller; L. Schaller G. m. b. H. (1921-1937); L. Schaller K. G. (persönlich haftender Kommanditist Walter Zluhan ab 1937)
Mitarbeiter: Dr. Hans Otto Schaller (Prokurist 1913-1917); Gustav Stotz (Ausstellungsleiter 1917-1921); Walter Schempp (Prokurist 1922-1925); Walter Zluhan (Prokurist ab 1925);
Wilhelm August Luz (Mitarbeiter bis etwa 1925); Wolf Graf Baudissin (Mitarbeiter um 1927); Fritz C. Valentien (um 1930)
Bestand: 1860-1999
Charakteristik: Buchhandlung, Kunsthandlung, Verlag, Rahmenhandlung
„Ludwig Schaller. Kgl. Hofkunsthandlung. Alleinige Vertretung und Auslieferung der graphischen Arbeiten von Felix Hollenberg, Stuttgart und der Radierervereinigung Künstlerbund Stuttgart. Ansichtssendungen bereitwilligst“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 2 v. November 1908, Anzeigenseite VI); „Ludwig Schaller. Stuttgart. Marienstr. 14. Fernsprecher 8310. Hauptniederlage graphischer Arbeiten aller schwäbischen Künstler. Handzeichnungen, Aquarelle, Radierungen, Steinzeichnungen, Holzschnitte etc. von Bauer, Bollmann, Cissarz, Eckener, Graf, Gref, Grethe, Haug, Hollenberg, Keller, Laage, Landenberger, Lang, Lebrecht, Mutzenbecher, Nägele, Obier, Pankok, Pellegrini, Seufferheld, Schmoll von Eisenwerth, Schoenleber, Stammbach, Strich-Chapell u. a. m. Württembergica. Eigene Rahmenwerkstätte. Bilder, Bücher und Skulpturen. Originalplastiken schwäbischer Künstler“ (Anzeige in: Grosse Kunst-Ausstellung Stuttgart 1913, Anzeigenseite); „Ludwig Schaller. Kgl. Hofkunst- und Buchhandlung. Reproduktionen jeder Art und in jeder Preislage, unter anderem Seemanns Farbendrucke alter und neuer Meister ca. 2000 Blatt zu je M. 1-, gerahmt je M. 2.- bis M. 3.-; Hanfstaengls Galeriepublikationen, vorrätig ca. 10000 Blatt zu je M. 1.-; gute Bromsilberreproduktionen zu je 50 Pfg; Kunstwartdrucke zu je 25 Pfg. Eigene Rahmen-Werkstätte. Neu eröffnet wurden zehn Kunst-Ausstellungsräume zum Teil mit Oberlicht, Aufgang durch die Hauseinfahrt. Eintritt (unabhängig vom Ladengeschäft) 30 Pfg, Jahreskarte M. 1.50, Familienkarte M. 3.- Dauerausstellung württemberg. Künstler und wechselnde Ausstellungen von Gemälden und Skulpturen. Im Laden monatlich wechselnde graphische Ausstellungen bei freiem Eintritt. Stuttgart. Marienstr. 14“ (Anzeige in: Von schwäbischer Scholle. Kalender für schwäbische Literatur und Kunst 1914, Umschlagseite 2); „Ludwig Schaller. Buchhandlung. Marienstr. 14, 1. Treppe. Alle Neuerscheinungen; sowie sämtliche bedeutenden Werke und Anhandlungen über Kunst. Romane, Erzählungen, dramatische Werke. Handgebundene Geschenkwerke, Luxushanddrucke und Illustrierte Mappenwerke. Einrichtung vornehmer Privatbibliotheken.“ (Anzeige in: 6 Jahre Kunsthaus Schaller 1913-1919.- Stuttgart 1919, Anzeigenseite); „Ludwig Schaller. Stuttgart. Marienstrasse 14. Kunsthandlung u. Graphisches Kabinett. Reiche Auswahl an guten Wiedergaben nach Gemälden alter und neuzeitlicher Meister. Wertvolle und seltene Original-Graphik. Alleinvertrieb der Wasseralfinger Eisenreliefs nach Entwürfen von G. K. Weitbrecht und Chr. Pock. Eigene Rahmenwerkstatt“ (Anzeige in: 6 Jahre Kunsthaus Schaller 1913-1919.- Stuttgart 1919, Anzeigenseite); „Kunsthaus Schaller. Stuttgart. Marienstraße 14. Ständig wechselnde Ausstellungen von Gemälden, Graphik, Plastik. Eintritt 50 Pf. Jahreskarte Mk. 3.- Täglich geöffnet von 9-6 Uhr.“ (Anzeige in: Muenchener Neue-Secession. V. Ausstellung 1919, Anzeigenseite); „L. Schaller G. m. b. H. Stuttgart. Kunstliteratur. Künstlerisch ausgestaltete Werke“ (Anzeige in: Die Bücherstube. H. 1, 1922, Anzeigenseite); „Kunsthaus Schaller. Stuttgart, Marienstr. 14 I. Wechselnde Ausstellungen. Gemälde, Skulpturen, Graphik“ (Anzeige in: Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 30 v. 27. 4. 1923, Anzeigenseite VII); „Kunsthaus Schaller Stuttgart. Marienstr. 14. Gemälde-Ausstellungen schwäbischer und auswärtiger Künstler. Alleinvertretung Reinhold Nägele. Reproduktionen, Kunstliteratur, Keramik“ (Anzeige in: Pantheon. Internationales Adressbuch […] 1926, Anzeigenseite); „Schaller. Pionier der Foto- und Kinematografie. Stuttgart. Marienstraße 14“ (Anzeige in: Internationale Ausstellung des Deutschen Werkbundes Film und Foto Stuttgart 1929, S. 2); „Kunsthaus Schaller Stuttgart. Marienstraße 14. Gemälde, Graphik, Plastik (19. u. 20. Jahrhundert). Wiedergaben, Kunstgewerbe, Kunstliteratur. Wechselnde Ausstellungen“ (Anzeige in: Dresslers Kunsthandbuch. Berlin 1930, S. 1352); „Kunsthaus Schaller, Marienstraße 14. Kunst der Gegenwart. Gemälde, Graphik, Plastik, Reproduktionen, Bücher über Kunst, Kunstgewerbe“ (Maecenas. II. Auflage 1930, S. 122); „Kunsthaus Schaller. Stuttgart. Marienstrasse 14. Beim Wilhelmbau. Fernsprecher 62251/52. Gemälde. Gute Wiedergaben. Kunsthandwerk. Kunstbücher. Eigene Einrahmewerkstatt“ (Anzeige in: Ausstellung Fritz Klimsch.- Stuttgart: Kunsthaus Schaller 1939, Umschlagseite 4)

Ausstellungen:
1908: Felix Hollenberg; „Radierervereinigung Künstlerbund Stuttgart“ (dabei u. a. Hans Aulhorn, Alexander Eckener, Amandus Faure, Bruno Goldschmitt, Georg Lebrecht, Wilhelm Legler, Franz Mutzenbecher, Oskar Obier, Eugen Schlipf)
1911: Reinhold Nägele
1913: „Radierverein Karlsruhe“ (dabei u. a. Wilhelm Hempfing, Hermann Kupferschmid, Hans Meid, Wilhelm Oesterle, Adolf Schinnerer, Hans Thoma, Hans Richard von Volkmann); Eröffnung der neuen Räume (dabei u. a. Max Bauer, Oskar Frey, Heinrich Genter, Ernst Graeser, Edmund Daniel Kinzinger, Theodor Werner); Paul Bollmann; Alfred Heinrich Pellegrini; Alexander Eckener; Erwin Starker
1914: Malerinnen; Adolf Hoelzel, Max Pechstein; Josef Eberz, Heinrich Eberhard, Hermann Stenner; Heine Rath; Bernhard Buttersack; Walter Strich-Chapell; 1. Sommerausstellung; Hans Brühlmann; Kunstgewerbeausstellung
1915: Ferdinand Herwig; Kriegsgraphikausstellung; Hans Beat Wieland; Karl Caspar; 2. Sommerausstellung (Württembergische Künstler, dabei Kollektionen von Karl Goll und Karl Bertsch); Christian Scheufele; Schwäbische Landschaften
1916: Fritz Hafner; Rudolf Schäfer; Wilhelm Steinhausen; 3. Sommerausstellung (dabei Kollektionen von Franz Heinrich Gref und Reinhold Nägele); Karl Stirner; Erwin Starker, Willo Rall; Weihnachtsausstellung
1917: [Gustav?] Kampmann; Felix Hollenberg; Sommerausstellung; Karl Schickhardt; Albert Weisgerber; Weihnachtsausstellung
1918: Impressionistische Graphik; Hermann Stenner; Gustav Schönleber; „Stuttgarter Expressionisten“ (Künstler aus dem Kreis um Adolf Hoelzel); Willi Baumeister, Oskar Schlemmer; Sommerausstellung; Ernst Graeser; Ludwig Dill; Theodor Werner; Jakob Wilhelm Fehrle
1919: Hermann Stemmler (Nachlass); Käthe Kollwitz; Reinhold Nägele; Karl Caspar, Maria Caspar-Filser, Alfred Lörcher; „Expressionistische Graphik“; Graphische Mappenwerke aus dem Kunstverlag Dr. Benno Filser, Stuttgart; Moderne Kunstwerke aus württembergischen Privatbesitz (Veranstalter: Verein für Kunst); Weihnachtsausstellung (dabei Werke aus dem Nachlass von Götz von Seckendorff)
1920: „Novembergruppe“; Max Pechstein; Hans Brühlmann (Zeichnungen); Oskar Frey; Alexander Kanoldt
1921: Waldemar Flaig; Georg Philipp Wörlen; Fritz Steisslingen; Wilhelm Lehmbruck; Robert Hauff; „Neue deutsche romantische Malerei“ dabei u. a. Franz Heinrich Gref, Edmund Steppes, Hans Thoma (Veranstalter: Verein für Kunst); Oskar Kokoschka (Graphik); Käte Schaller-Härlin; Werke der Gurlitt-Presse, Berlin
1922: Erna Raabe von Holzhausen; Christian Landenberger; Margarethe Garthe (Plastik); Anna Katharina Fehrle, Jakob Wilhelm Fehrle, Klara Maria Menrad-Fehrle, Reinhold Nägele; Imre Reiner
1923: Karlsruher Künstler (dabei Karl Hubbuch); Adolf Hölzel (zum 70. Geburtstag) und sein Kreis (dabei u. a. Willi Baumeister, Maria [Hiller-] Foell, Ernst Graeser, Lily Hildebrandt, Albert Müller, Klara Neuburger, Manfred Pahl, Oskar Schlemmer); Gertrud Eberz-Alber; „Schwäbische Zeichner“ (dabei u. a. Wilhelm Baisch, Josef Anton Braith, Hermann Pleuer, Otto Reiniger, Gustav Schönleber); Maria [Hiller-] Foell, Annemarie von Jakimow, Hans Purrmann;
Karl Stirner; Paul Klee, Lyonel Feininger, George Grosz, Alexej Jawlensky;
Franz Heinrich Gref, Erwin Schweitzer, Leonhard Schmidt, Theodor Werner, Walter Ostermayer; Österreichische Graphik
1924: Josef Kerschenschsteiner; Felix Hollenberg; „Münchener Künstlergenossenschaft“; „Schwäbische Malerei von 1870 bis 1920“ (dabei u. a. Otto von Faber du Faur, Robert von Haug, Albert Kappis, Hermann Pleuer, Gustav Schönleber, Theodor Christoph Schütz, Heinrich von Zügel); Albert Haueisen; Alfred Kubin; Emma Schlangenhausen; Reinhold Nägele; Rolf Nesch; Karl Schmoll von Eisenwerth
1925: Jakob Bräckle; Reinhold Nägele; Conrad Felixmüller; Hermann Sohn; Erwin Starker; Maria [Hiller-] Foell; Alfred Heinrich Pellegrini; „Italien im Spiegel der Kunst“ (Aquarelle und Zeichnungen); Graphik von Hans Otto Schönleber, Hedwig Kruse und Wilhelm Heise; Hermann Sohn; Otto Schießler (Plastik); Maler der „Neuen Sachlichkeit“ (dabei u. a. Johann Benjamin Godron, Karl Hubbuch, Carlo Mense, Wilhelm Schnarrenberger, Werner Scholz, Georg Schrimpf); Eduard Lammert; Hans Molfenter; „Schwäbische Künstler“, „Junge Kunst“ (Graphik), Karl Hofer; Käthe Kollwitz
1926: „Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar“; Hermann Sohn; Otto Schließler (Plastik); Manfred Henninger; Karl Stirner, Johannes Greferath; Maurice de Vlaminck, José de Togores; Ulrich Hübner; Christian Landenberger (Gemälde); Max Liebermann (Zeichnungen);
Renée Sintenis, Erna Pinner, Edith Telschow; Conrad Felixmüller (Gemälde); Carl Großberg; “Maler der Münchener Neuen Sezession”; (dabei u. a. Hans Lasser, Willi Nowak, Georg Schrimpf, Max Unold); Otto Dix; Jakob Wilhelm Fehrle (Plastik); Reinhold Nägele (Gemälde); Ernst Barlach (Druckgraphik, Zeichnungen); Weihnachtsausstellung (Schwäbische Künstler, dabei u. a. Ernst Graeser, Franz Heinrich Gref, Felix Hollenberg, Reinhold Nägele, Fritz Steisslinger, Karl Stirner)
1927: Emil Nolde (Gemälde, Aquarelle, Graphik); Peter August Böckstiegel (Gemälde, Aquarelle, Graphik); Fritz Steisslinger; Werner Peiner; Wilhelm Heise, Hedwig Kruse, Hanna von Tuar (Graphik); Alexander Kanoldt; Konrad von Kardorff; „Berliner Secession“ (Graphik); Eduard Bargheer; Karl Hofer; Bauhaus-Webereien; „Von Klimt bis Kokoschka“; Rolf Nesch; Alfred Heinrich Pellegrini; Oskar Kokoschka (Landschaften und Bildnisse); Konrad Felixmüller (Gemälde, Druckgraphik); Nora Ortlieb (Glas); Leonhard Schmidt; Maria Rupp; Clara Rühle; Anna Gref; Reinhold Nägele
1928: Hedwig Pfizenmayer; George Grosz, Wassily Kandinsky, Max Ackermann; Max Pahl, Elfriede Lauckner -Thum, Alfred Kubin (Graphik); Albert Mueller, Paula Wimmer, Oskar Zügel; Gertrud Stemmler (Gemälde); Rudolf Yelin der Jüngere (Graphik); Ernst Yelin, Otto Schließler (Plastik); Walter Strich-Chapell, Egon Hofmann [-Linz] (Gemälde), Carl Knappe (Plastik), Hans Otto Schönleber (Graphik); Philipp Bauknecht, Helge Lindberg (Plastik), Ernst Kibler; Albrecht Fürst von Urach; Richard Schroetter; Karl Hofer; Max Beckmann (Gemälde 1920-1928, Druckgraphik); Weihnachtsausstellung
1929: Albert Birkle, Willi Dressler, Conrad Felixmüller, Willy Jaeckel, Rudolf Schlichter; Hermann Glöckner; Viktoria Regener; Theodore Fried, Hermann Geibel, Peter Anton Gekle;
„Die Alpen in der Graphik der Gegenwart“ (deutsche, österreichische und schweizer Künstler);
Albrecht Fürst von Urach; „Badische Sezession“ Gottfried Richter; Französische Graphik der Gegenwart; Oskar Schlemmer; Vincent Weber; Franziska Sarwey; „Der Kreis“ (Maler vom Bodensee); Karl Caspar; Hildegard Kress; Handgewebte Teppiche von (u. a. Alen Müller, Viktoria Regener); Hermann Mayrhofer (Graphik); Fritz von Graevenitz (Kleinplastik); Reinhold Nägele; Otto Groß, Paul Kälberer, Heinrich von Kralik; Ernst Schlatter
1930: „Schwäbische Künstler der Gegenwart“; Jankel Adler; Maria Braun; Karl Schäfer; Henri de Fauconnier; Xaver Fuhr, Adolf Hildenbrand, Lucia Moholy (Photos); Erna Raabe; Karl Stirner; Philipp Bauknecht; Schwäbische Bildnismaler und Bildhauer der Gegenwart; Emil Nolde
1931: Franz Frank; Hans Wilhelm Stöwer; Walter Ostermayer; Hermann Sohn; Julia Hauff; Alfred Kubin; Peter Jakob Schober; Peter August Böckstiegel; Ewald Mataré; Tell Geck; Lily Hildebrand; Reinhold Nägele; Käte Schaller-Härlin; Hermann Hörner; Gertrud Eberz; Käthe Kollwitz
1932: Gustav Schopf, Anna Daiber; Maria Caspar-Filser; Emil Nolde; Rudolf Schlichter; Graphikausstellung (dabei u. a. Ernst Barlach, Albert Birkle, Lyonel Feininger, Alfred Kubin, Alexander Kanoldt); Rudolf Schlichter; Maria Hiller-Foell; Edgar Ende
1933: Paul Dobe; Hermann Sohn; Franz Radziwill
1934: Karl Stirner; Alexander Kanoldt; Reinhold Nägele
1935: Carlo Mense, Hans Gerdes; Franz Heinrich Gref; Otto Luick; Ernst H. Graeser; Käte Schaller-Härlin
1936: Hans Brühlmann; Wilhelm Schnarrenberger
1937: Christian Landenberger (zum 10. Todestag); Karl Caspar, Maria Caspar-Filser
1938 : Ernst Würtenberger; Rudolf Kuhn; Alfred Kubin (Zeichnungen); Ludwig Dill (Gemälde); Oskar Frey;
1939: Ernst H. Graeser, Fritz Klimsch (Plastiken und Zeichnungen)
1940: Friedrich von Keller (1840-1914)
1942: Berthold Müller-Oerlinghausen; Waldemar Flaig
1943: Gustav Schopf; Ruth Dolmetsch
1944: Anton Kling; Rose Sommer-Leypold; Franz Heinrich Gref

Verlag:
Mit der Eröffnung eines Ausstellungsraumes für wechselnde Präsentationen im Herbst 1908 begann Schaller auch graphische Arbeiten in Vertrieb zu nehmen: „Ludwig Schaller. Kgl. Hofkunsthandlung. Alleinige Vertretung und Auslieferung der graphischen Arbeiten von Felix Hollenberg, Stuttgart und der Radierervereinigung Künstlerbund Stuttgart. Ansichtssendungen bereitwilligst“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 2 v. November 1908, Anzeigenseite VI). Mit der Eröffnung des „Kunsthaus Schaller“ 1913 wurde die Galerie auch „Hauptniederlage graphischer Arbeiten aller schwäbischen Künstler“, dabei auch „Radierungen, Steinzeichnungen, Holzschnitte“ (Anzeige in: Grosse Kunst-Ausstellung Stuttgart 1913, Anzeigenseite). Gleichzeitig begann Schaller mit der Herausgabe von Druckgraphik in seinem Verlag und bot das radierte Werk von Gottfried Graf, Amandus Faure und Reinhold Nägele an.
Daneben hatte die Kunsthandlung auch die Auslieferung der „Wasseralfinger Eisenreliefs“ übernommen. Die von dem klassizistischen Zeichner und Modelleur Georg Conrad Weitbrecht u. a. als Zierrat für die Öfen von Wasseralfingen entworfenen Modelle wurden in Eisen gegossen und waren eine Wiederentdeckung schwäbischer Biedermeierkunst. Hans Otto Schaller hat sich mit dem Künstler und seiner Zeit näher beschäftigt (Hans Otto Schaller: Georg Konrad Weibrecht 1796-1936.- in: Kunst und Künstler. H. 12 v. Oktober 1912, S. 595-601) und ihm in seiner Kunsthandlung eine Gedächtnisausstellung zum 75. Todestag gewidmet. Neben den Modellen von Weitbrecht wurden auch die von seinem Schüler und Nachfolger Christian Plock entworfenen Eisenreliefs angeboten (Prospekt (1913) mit 52 Abbildungen im Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien).
Gottfried Graf: 14 Radierungen, 1913. Dabei u. a. Dorkirche im Schnee; Pinie auf Capri; Oberschwäbisches Städtchen; Feuerspritze; Feldkreuz, Landschaft bei Siena; Golf von Neapel; Selbstporträt
Amandus Faure: 11 Radierungen, 1913. Dabei u. a. Der Mann auf dem Seil; Bathesba; Gobelintheater in Paris; Susanna im Bade; Komödianten
Reinhold Nägele: 53 Radierungen, 1913. Dabei u. a. Baum des Lebens; Holländischer Hafen; Rotterdam; Wurmlinger Kapelle; Rotenberg; Esslingen; Alblandschaft; Zahnradbahn; Kirchoffstaffel; Bildnis Otto Nägele; Porträt Raoul Aslan

Bemerkung:
Ludwig Schaller (1824-1871) verlegte 1860 sein Papier- und Schreibwarengeschäft aus Großaspach (seit 1972, Aspach, Regierungsbezirk Stuttgart) nach Stuttgart, wo er das Haus Marienstrasse 14 nebst Hof und Hintergebäuden erwarb. Im Hof hatte der Photograph Schönnagel sein Atelier, das später von Schaller übernommen wurde, der sich in der Folge auf die Landschaftsphotographie spezialisierte und zahlreiche Photos, Mappenwerke mit Photos und Photopostkarten in seinem Verlag herausbrachte.
Nach dem frühen Tod von Ludwig Schaller wurde das Geschäft verpachtet, da die Söhne für eine Übernahme noch zu jung waren. 1880 übernahmen die beiden älteren Söhne Emil und Max das Papier- und Schreibwarengeschäft sowie das Fotografische Atelier und bauten es weiter aus, die Schwester Marie Schaller schuf innerhalb der Geschäftsräume eine „Kunstecke“. Nach einem Neubau des Hauses wurde die Kunstabteilung in den ersten Stock verlegt, die sich immer mehr entwickelte. (Die Darstellung folgt: Hundert Jahre Schaller 1960)
Während Emil Schaller der kaufmännische Leiter war, fungierte Max Schaller als künstlerischer Leiter. 1906 wurde der „Charakter des Unternehmens“ folgend beschrieben: „Kunsthandlung von Gravüren, Stichen, Steinzeichnungen, Ölbildern usw. Veranstaltung ständiger Ausstellungen im ersten Stock.“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1906, S. 511) Etwa zur selben Zeit dieser Eintragung wurde der Firma „Ludwig Schaller“ der Titel „kgl. Hofkunsthandlung“ verliehen und knapp zwei Jahre später gliederte man der Kunsthandlung mit permanenter Ausstellung einen „Kunstsalon“ mit wechselnden Präsentationen an. Leiter dieses „Graphischen Kabinetts“ wurde der Sohn von Emil Schaller, Hans Otto Schaller (1883-1917), der, nach einer kaufmännischen Ausbildung, die Maturitätsprüfung nachholte und sein Kunstgeschichtestudium mit der Dissertation „Figurenbild und Landschaft. Beiträge zur Vorgeschichte der Landschaftsmalerei“ 1908 in Bern abschloss und im selben Jahre in das Familienunternehmen eintrat und den neuen Salon einrichtete, worüber Hermann Tafel, der Stuttart-Korrespondent der überregionalen Zeitschrift „Die Kunst“ berichtete: „Wer die Schwierigkeiten kennt, mit denen unsere jungen graphischen Talente in Deutschland zu kämpfen haben, wird die Gründung eines Kunstsalons, der vorzugsweise graphischen Arbeiten gewidmet sein soll, mit ganz besonderer Wärme begrüßen. Einen solchen Kunstsalon hat in letzter Zeit die Firma Ludwig Schaller hier begründet und denselben mit einer Reihe ganz delikater landschaftlicher Radierungen von Felix Hollenberg eröffnet. Auf diese Kollektion ist dann eine Ausstellung der Radierervereinigung Künstlerbund-Stuttgart gefolgt […]. (Die Kunst. H. 2 v. November 1908, S. 146, gez.: H. T.)
Gleichzeitig erweitere Schaller sein Verlagsangebot: Neben den Fotografien und Postkarten war die Kunsthandlung nun auch „Alleinige Vertretung und Auslieferung der graphischen Arbeiten von Felix Hollenberg, Stuttgart und der Radierervereinigung Künstlerbund Stuttgart“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 2 v. November 1908, Anzeigenseite VI).
Über das Ausstellungsprogramm des „Graphischen Kabinetts“ ist derzeit nur wenig bekannt: 1911 stellte Reinhold Nägele, der in der Folge von Schaller vertreten wurde, aus, 1913 ist eine Präsentation des „Radierverein Karlsruhe“ überliefert.
Hans Otto Schaller, mit der Malerin Käte Schaller-Härlin (1877-1973) verheiratet, betätigte sich neben seiner Galeriearbeit auch als Kunstschriftsteller und schrieb zahlreiche Aufsätze u. a. für die Zeitschriften „Die Rheinlande“ und „Kunst und Künstler“. Dass der Autor dem Kunsthändler im Weg sein konnte, erfuhr Schaller, als er einen Aufsatz über den seit 1905 an der Stuttgarter Akademie lehrenden Christian Landenberger veröffentlichte (Die Rheinlande, Jg. 13, 1913, S. 245-255): Darin kritisierte Schaller die Hinwendung des Malers von der für ihn typischen Freilichtmalerei zur Ateliermalerei, worauf der verärgerte Maler eine bereits gegebene Zusage für eine Ausstellung im Kunsthaus Schaller zurückzog (Heinz Höfchen 1982, S. 149; 1922 fand dann doch eine Ausstellung zum 60. Geburtstag des Künstlers ebenso statt, wie eine weitere im Jahre 1926, 1937 erinnerte das Kunsthaus Schaller an den 10. Todestag des Künstlers).
Ein weiterer Künstler, über den Hans Otto Schaller auch einen Artikel schrieb (Die Rheinlande. H. 9, 1916), war der seit 1913 regelmässig bei Schaller vertretene Maler und Graphiker Franz Heinrich Gref. Grössere Kollektionen waren ausgestellt bei der 3. Sommerausstellung 1916 und bei Ausstellung in den Jahren 1933 und 1944 sowie Beteiligungen in den Jahren 1921, 1923, 1926. Bei der letzten Ausstellung im Jahre 1944 verbrannten zahlreiche Bilder Grefs bei der Zerstörung der Galerie (Franz Heinrich Gref 1987, S. 18).
Dass Schaller in seinen Schriften den neuesten Entwicklungen der zeitgenössischen Kunst eher ablehnend gegenüberstand, belegen einige Äusserungen in einem Artikel von 1914. Da ist die Rede vom “Hexensabbath der Expressionisten“ und von den „Exzesse[n] der Jüngsten […] deren Situation deshalb so tragikomisch ist, weil sie Brücken hinter sich abbrechen wollen, die gar nicht vorhanden sind“. Auch der 1913 gegründeten Stuttgarter Kunsthandlung -> NEUER KUNSTSALON AM NECKARTOR, die unter anderem Werke von Willi Baumeister und Oskar Schlemmer ausstellte, attestierte er, dass sie „viel Unreifes vorführte“ und das dort ebenfalls ausgestellte Werk von Franz Marc nannte er eine „Sammlung problematischer Werke des begabten Münchners“ (Hans Otto Schaller: Die Kunst in Württemberg [1913/1914].- in: Von schwäbischer Scholle. 1915, S. 107-11).
1895 wurde an die Stelle des alten Hinterhauses im Hof ein neues, vierstöckiges Haus erbaut und Hans Otto Schaller liess 1913 durch Oskar Pfennig einen Teil des Hauses als Kunsthandlung auf zwei Ebenen umbauen. Schaller verfügt damit über insgesamt 10 Räume inklusive einem Oberlichtsaal. Dieser, sowie vier weitere Räume, waren für Wechselausstellungen bestimmt. Die anderen fünf Räume standen für das ständige Angebot der Kunsthandlung zur Verfügung. Damit verfügte Stuttgart erstmals über eine moderne Kunsthandlung mit ausreichendem Platzangebot für ständige und wechselnde Ausstellungen, worüber sowohl die Stuttgarter Blätter als auch die überregionalen Kunstzeitschriften berichteten: „Die Hofkunsthandlung Schaller hat mit der im Herbst 1913 erfolgten Eröffnung von 10 Ober- und Seitenlichträumen das erste große private Kunstausstellungs-Unternehmen Stuttgarts ins Leben gerufen. Die Veranstaltungen dienen in erster Linie den Interessen der württembergischen Künstler, denen im Obergeschoß fünf Räume für eine ständige Ausstellung zur Verfügung stehen. Um einen Achtecksaal mit kuppelartiger Oberlichtlaterne gruppieren sich vier weitere Räume, die für wechselnde Ausstellungen bestimmt sind. […] Hervorgehoben sei die überaus geschmackvolle und zweckmäßige Anordnung und Einrichtung dieses intimen Ausstellungshauses, das die Stuttgartern Architekten Eisenlohr & Pfennig erbaut haben.“ “ (Der Cicerone. H. 6 v. März 1914, S. 231)
Der Entwicklung der Kunsthandlung unter der Leitung von Hans Otto Schaller waren nur knappe vier Jahre gegönnt. Schaller fiel 1917 33jährig in der Schlacht vor Ypern. Karl Scheffler charakterisierte ihn in seinem Nachruf als Kunstschriftsteller: „Er war etwas wie ein Wächter des schwäbischen Kunstlebens. Kampffroh und passioniert für das Echte. Er griff immer an, wo es etwas anzugreifen gab, aber er war stets auch begeistert, wo etwas Starkes und Eigenes auftauchte. Seine Liebe galt nicht nur der neueren Kunst, sondern der Kunst überhaupt.“ (Kunst und Künstler. H. 8 v. Mai 1917, S. 400) Die Zeitschrift „Kunstchronik“ nahm in ihrem Nachruf Bezug auf den Kunsthändler, wenn sie schrieb: „Schaller hatte in Stuttgart eine Kunsthandlung eingerichtet, in deren sehr schönen Ausstellungsräumen er mit Vorliebe der jungen vorwärtsstrebenden Künstlerschaft den Weg in die Öffentlichkeit bahnte. […] Was er für erstrebenswert hielt - nicht immer hatte er recht - , verfocht er rückhaltlos und ohne sich und andere zu schonen. […] Für das Stuttgarter Kunstleben bedeutet sein früher Tod einen schweren Verlust.“ (Kunstchronik. Nr. 34 v. 25. 5. 1917, Sp. 364).
Schallers Freund Theodor Heuss (er wurde 1949 der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland) schrieb in seine Nachruf: „Ein Werk, das mit seinem Namen verbunden bleiben wird, sind die schönen Ausstellungsräume, die er dem väterlichen Geschäft in Stuttgart angliederte. Sein praktischer Idealismus wagte den Versuch, guter, neuer Kunst eine Heimstätte zu schaffen, die Verbindung zwischen dem ernsten Liebhaber und dem Künstler, der noch nicht des ‚Marktes’ sicher ist, herzustellen. Für manchen der stuttgarter Künstler hat er sich dabei rückhaltlos eingesetzt und in den wenigen Jahren seines Wirkens konnte er eine Tradition schaffen, die, so hoffen wir, dem stuttgarter Kunstleben nicht verloren geht.“ (Theodor Heuß. Hans Otto Schaller. Gefallen vor Ypern am 3. April 1917.- in: Von schwäbischer Scholle. 1918, S. 29-30; Zit. S. 30)
Die geplante Weiterführung der Kunsthandlung durch die Söhne von Max und Emil Schaller wurde durch den Ersten Weltkrieg zunichte gemacht: Emil Schaller Jr., der Sohn von Max Schaller fiel 1914, Ludwig und Hans Otto Schaller, die Söhne von Emil Schaller, fielen 1917 an der Front und der noch verbliebene Sohn Max Theodor wurde „mit den fast unlösbaren Aufgaben dieser Jahre nicht fertig“ (Schaller 1960, S. 15).
Nach dem Tod von Hans Otto Schaller wurde 1917 der Stuttgarter Innenarchitekt Gustav Stotz (1884-1940) Ausstellungsleiter, welche Stelle er bis etwa 1921 innehatte. 1920 wird er, was äusserst selten war, sogar in einer Ausstellungsbesprechung genannt: „Das Kunsthaus Schaller eröffnete eine für Stuttgart bedeutsame Ausstellung von Gemälden Max Pechsteins, die Herr Stotz mit feinem Verständnis anordnete.“ (Der Kunstwanderer. 1. Maiheft 1920, S. 344)
Stotz war seit 1919 Mitglied des „Deutschen Werkbundes“ und wurde nach seiner Tätigkeit bei Schaller 1922 Geschäftsführer der „Württembergischen Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Werkbundes“, in welcher Funktion er für zwei für die Gesamtgeschichte des Deutschen Werkbundes wichtigen Ereignisse verantwortlich war: Er war einer der Initiatoren der Stuttgarter „Weißenhofsiedlung“ (1927) und plante und organisierte 1929 die Ausstellung „Film und Foto“ in Stuttgart, einem Meilenstein in der Geschichte der Photographie.
Vor 1925 war auch der Kunsthistoriker Wilhelm August Luz für Schaller tätig, ehe er Mitarbeiter der Magdeburger Kunsthandlung  HEINRICHSHOFEN wurde (Der Cicerone. H. 9, 1925, S. 488). Mitte der Dreissigerjahre etablierte sich Luz mit eigener Kunsthandlung („Gemäldegalerie Dr. W. A. Luz“) in Berlin. Ein weiterer Kunsthistoriker, Fritz C. Valentien, war vor 1930 Mitarbeiter, ehe er sich mit der -> GALERIE VALENTIEN in Stuttgart selbstständig machte (Gruss an Fritz C. Valentien 1982, S. 5) .
Erwähnenswert ist noch, dass der aus einer Stuttgarter Kunsthändlerfamilie stammende Richard Gutekunst (1870-1961) seine Ausbildung bei Schaller absolvierte, ehe er 1895-1914 in London als Kunsthändler tätig wurde. 1919 war er Mitbegründer der in Bern ansässigen, auf Graphik spezialisierten Kunsthandlung -> GUTEKUNST & KLIPSTEIN.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Nachkriegszeit erzwangen eine teilweise Redimensionierung der Ausstellungsräume für Gemälde, worüber der „Kunstwanderer“ berichtete: „Kunsthaus Schaller hat neuerdings eine Reihe seiner Ausstellungsräume für die Vorführung graphischer Arbeiten umgeändert. Den traurigen Anlaß dazu gab das Mißverhältnis zwischen den ungeheuren Kosten für den Transport größerer Kunstwerke und dem betrüblich geringen Interesse, die sogar die bedeutendsten Veranstaltungen des rührigen Hauses wie die Hofer- und Pechstein-Ausstellung beim Publikum gefunden haben.“ (Der Kunstwanderer. 2. Januarheft 1921, S. 210)
Nach dem 1921 erfolgten Tod von Emil Schaller (Max Schaller hatte sich schon vorher aus dem Geschäft zurückgezogen) wurde „Ludwig Schaller“ umgewandelt in „L. Schaller G. m. b. H.“. Nach dem Ausscheiden von Gustav Stotz als Ausstellungsleiter war bis etwa 1925 Walter Schempp als Geschäftsführer angestellt, dann übernahm der Jurist Walter Zluhan (1885-1969) diese Stelle. Zluhan war mit Lisel Schaller verheiratet und wird im Adressbuch des Deutschen Buchhandels bis 1942 als Geschäftsführer genannt, respektive ab 1937 „persönlich haftend“, als Schaller in eine Kommanditgesellschaft („L. Schaller K. G.) umgewandelt wurde.
Unter Walter Zluhans Leitung waren zahlreiche Künstler, vor allem Mitglieder der 1923 gegründeten „Stuttgarter Secession“, regelmässig, zum Teil auch bereits vor der Gründung, auf den Ausstellung bei Schaller vertreten oder erhielten Einzelausstellungen (Stuttgarter Sezession 1987). Zwei schwäbische Maler und Graphiker seien mit ihren besonderen Verbindung zur Kunsthandlung hervorgehoben: Seit der Frühzeit war der Maler und Radierer Felix Hollenberg mit Schaller verbunden. Das „Graphische Kabinett“ wurde 1908 „mit einer Reihe ganz delikater landschaftlicher Radierungen von Felix Hollenberg eröffnet“. (Die Kunst. H. 2 v. November 1908, S. 146). Im selben Jahr übernahm Schaller die „Alleinige Vertretung und Auslieferung der graphischen Arbeiten von Felix Hollenberg“ (Anzeige in: Die Kunst. H. 2 v. November 1908, Anzeigenseite VI). Neben der regelmässigen Vertretung im Angebot in der Galerie und der Beteiligung an den regelmässig veranstalteten Präsentationen schwäbischer Kunst (beispielsweise bei den jährlich veranstalteten Sommer- und Weihnachtsausstellungen) wurde der Künstler 1917 und 1924 in Einzelpräsentationen gezeigt.
Eine besonders enge Beziehung mit Schaller verband den Maler und Graphiker Reinhold Nägele. Er stellte bereits 1911 erstmals Graphik aus, mit der Eröffnung des „Kunsthaus Schaller“ 1913 war er regelmässig mit seinen Arbeiten im Angebot der Galerie vertreten (Anzeige in: Grosse Kunst-Ausstellung Stuttgart 1913, Anzeigenseite), 1913 übernahm Schaller in seinen Graphikverlag 53 Radierungen des Künstlers (Neuigkeiten des deutschen Kunsthandels. Nr. 11 v. November 1913, S. 190-192), 1916 zeigte er während der 3. Sommerausstellung eine größere Kollektion von Arbeiten und in den Jahren 1919, 1922, 1924-1927, 1929, 1931, 1934 gab es jeweils grössere Einzelausstellungen des Künstlers, dessen „Alleinvertretung“ Schaller übernommen hatte (Anzeige in: Pantheon. Internationales Adressbuch […] 1926, Anzeigenseite). Während des Ersten Weltkrieges lernte Nägele hier auch einen seiner wichtigsten Sammler, Hugo Borst (1881-1967), kennen: „Inzwischen hatte ich Nägele persönlich kennengelernt im Stuttgarter Kunsthaus Schaller, das sich von Anfang an für des Künstlers Werk eingesetzt hat und das heute noch tut.“ (Hugo Borst: Begegnungen.- in: Reinhold Nägele 1962, S. 79-80) Darüber hinaus war Nägele regelmässig in den jeweils den schwäbischen Künstlern gewidmeten Sommer- und Weihnachtsausstellungen vertreten.
Ungewöhnlich grosse Aufmerksamkeit schien man bei Schaller auch auf die Präsentation von Malerinnen, Graphikerinnen und Kunsthandwerkerinnen gelegt zu haben. Bereits 1914 fand die erste „Malerinnen-Ausstellung“ statt. Möglicherweise war es gerade diese Ausstellung, bei der Hugo Borst 1914 mit der Erwerbung von vier Gemälden von Paula Modersohn-Becker den Grundstock „einer viereinhalb Jahrzehnte umspannenden Sammeltätigkeit“ legte (Hans Kinkel: Begegnung mit Hugo Borst. Zum 80. Geburtstag des Sammlers und Mäzens.- in: Die Weltkunst. Nr. 4 v. 15. 2. 1961, S. 11-12). In der Folge kamen dann zahlreiche sowohl lokal wirkende schwäbische Künstlerinnen (zum Teil auch Mitglieder der „Stuttgarter Secession“) wie auch überregional bekannte Künstlerinnen bei Schaller zu Ausstellungsehren wie beispielsweise Maria Braun, Anna Daiber, Maria Caspar-Filser, Gertrud Eberz-Alber, Anna Katharina Fehrle, Margarethe Garthe, Anna Gref, Julia Hauff, Lily Hildebrandt, Maria Hiller-Foell, Annemarie von Jakimow, Käthe Kollwitz, Hedwig Kruse, Klara Maria Menrad-Fehrle, Alen Müller, Nora Ortlieb, Erna Pinner, Erna Raabe von Holzhausen, Viktoria Regener, Clara Rühle, Maria Rupp, Franziska Sarwey, Käte Schaller-Härlin, Emma Schlangenhausen, Renée Sintenis, Rose Sommer-Leypold, Gertrud Stemmler und Hanna von Tuar.
Dazu kamen Ausstellungen von Künstlern aus den anderen Kunstzentren Deutschlands, die teilweise in Zusammenarbeit mit anderen Galerien veranstaltet wurden. Neben der Wanderausstellung 1926 „Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar“ ist beispielsweise die
1927 von der Hamburger Kunsthandlung -> MARIA KUNDE übernommene Ausstellung von Eduard Bargheer und die Max Beckmann-Ausstellung von 1928, von der Münchner Galerie -> FRANKE kommend, zu nennen.
Aus einer von der Zeitschrift „Das Kunstblatt“ veranstalteten Rundfrage sind wir über einige Verkäufe der Kunsthandlung informiert: 1924 und 1925 verkaufte Schaller beispielsweise mehrere Aquarelle von Paul Klee für Preise zwischen 120 und 150 Mark, das 1925 entstandene Ölbild „Konzentrische Gruppe“ von Oskar Schlemmer wurde im selben Jahr für 800 Mark verkauft, ein kleines Ölbild von Karl Hofer für 400 Mark (Wovon man nicht spricht. Eine Rundfrage über Wertsteigerungen an Werken moderner Kunst.- in: Das Kunstblatt. H.1, 1931, S. 6-22, zit. S. 14). Kunde seit 1914 war auch Hugo Borst, der im Laufe der Jahre die wahrscheinlich grösste Sammlung zeitgenössischer Kunst im deutschen Südwesten zusammentrug. Einige der schwäbischen Künstler, die sowohl mit Schaller als auch mit Borst eng verbunden waren seien stellvertretend hervorgehoben: Neben Reinhold Nägele, den der Sammler bei Schaller kennenlernte und dessen treuester Sammler er in der Folge wurde wäre noch der seit 1913 regelmässig bei Schaller vertretene Maler und Graphiker Franz Heinrich Gref zu erwähnen, dem bei Borst ein eigener Raum gewidmet war. Auch die Malerin Käte Schaller-Härlin ist zu nennen, die im Auftrag des Sammlers zahlreiche Familienbildnisse schuf, wie auch der Bildhauer Jakob Wilhelm Fehrle.
Auch die Staatsgalerie in Stuttgart erwarb eine Reihe von Werken bei Schaller: In die Sammlung aufgenommen wurden u. a. Werke von Hermann Stenner, Ausstellung bei Schaller 1918, Ankauf 1918; Wilhelm Lehmbruck, Ausstellung bei Schaller 1921, Ankauf 1921; Rolf Nesch, Ankauf 1923; Albrecht Fürst von Urach, Ausstellungen bei Schaller 1928 und 1929, Ankauf 1930; Wilhelm Geyer, Ankauf 1931; Ewald Mataré, Ausstellung bei Schaller 1931, Ankauf 1931 (Karin Von Maur 1987). Von Oskar Kokoschka, der 1921 Graphik und 1927 Landschaften und Bildnisse bei Schaller ausstellte, verkaufte Schaller dessen 1924 entstandenes Ölbild ‚“Genfer See“ 1931 an das Museum der Stadt Ulm, wo es 1937 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt wurde (Kunst und Kultur 1993, S. 80).
Bei der Bombardierung Stuttgarts am 25./26. Juli 1944 wurde die Galerie und das darin enthaltene Geschäftsarchiv vollkommen zerstört, aber wenig später wurde neu begonnen. Nach dem Neubau wurde, unter Auflassung der Photoabteilung, die Galerie wieder eröffnet und von Walter Zluhan bis zu dessen Tod weitergeführt. Eine Reihe von Künstlern, die bereits in der Zwischenkriegszeit von Schaller präsentiert wurden, wurden auch nach dem Krieg hier gezeigt. 1969 übernahm Ulrike Barth, eine Enkelin von Hans Otto Schaller, die Leitung der Galerie, die sie bis zum 1999 erfolgten Konkurs führte.

Nachweise:
Archiv:
Stuttgart, Wirtschaftsarchiv Baden-Württemberg
Literatur:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Jahrbuch der bildenden Kunst 1902; Seelig 1903; Dressler 1906, 1907, 1908, 1909, 1913; Pantheon 1914; Dressler 1923; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

6 Jahre Kunsthaus Schaller 1913-1919.- Stuttgart 1919
Internationale Ausstellung des Deutschen Werkbundes Film und Foto Stuttgart 1929. [Reprint des Kataloges.- Stuttgart 1979
Theodor Heuss: Hans Otto Schaller. Ein Gedenkblatt.- Stuttgart, Tübingen 1947
Hundert Jahre Schaller. Den Freunden unseres Hauses. 1. Mai 1960
Reinhold Nägele. Bilder aus fünf Jahrzehnten. Stimmen der Freunde.- Konstanz 1962
Gruss an Fritz C. Valentien. Fritz C. Valentien zum 80. Geburtstag 23. April 1982.- Stuttgart 1982
Heinz Höfchen: Christian Landenberger 1882-1927. Studien zum Werk. Werkverzeichnis der Gemälde und der Druckgraphik.- Diss. Mainz 1982
Franz Heinrich Gref. Aspekte zu seinem Leben und seinem Werk. Werkverzeichnis.- Bierlingen 1987
Karin Von Maur: Bildersturm in der Staatsgalerie Stuttgart.- in: Bildzyklen - Zeugnisse verfemter Kunst in Deutschland 1933-1934.- Stuttgart: Staatsgalerie Stuttgart 1987 (28. 6. -16. 8. 1987)
Kunst und Kultur in Ulm 1933-1945.- Ulmer Museum 1993