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Kunstsalon Aktuaryus
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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AKTUARYUS
KUNSTSALON AKTUARYUS

Adresse: WIESBADEN, Preussen/Provinz Hessen-Nassau (Hessen), Taunusstrasse 6
Inhaber: J. F. Aktuaryus
Bestand: (1905-1930)
Charakteristik: Kunsthandlung, Kunstsalon
„Kunstsalon Aktuaryus. Gegr. 1896. Wiesbaden Taunusstr. 6 Tel. 6182. Wechselnde Ausstellung alter u. moderner Kunst. Ankauf. Verkauf“ (Anzeige in: Feuer. H. 7/8, 1921, Anzeigenseite 13)

Ausstellungen:
1905: Adolf Hölzel
1911: Hans Herrmann; Charles Cottet; Hermann Kaulbach (Ölgemälde und Zeichnungen aus dem Nachlass)
1912: James Pitcairn-Knowles
1913: Belgische Künstler; Ferdinand Hodler
1914: Holländische Künstlervereinigung „Sanct Lucas“; Karl Wilhelm Diefenbach (Gedächtnissausstellung); Dr. Rudolf Gönner; Paul Dahlen; Karlsruher Künstler (dabei Julius Bergmann, Hans Adolf Bühler, Walter Conz, Ludwig Dill, Hermann Gehler, Rudolf Hellwag); Johann Georg Dreydorff; Ismael Gentz
1917: „Vereinigung Wiesbadener Künstler“ (dabei u. a. Hugo Böttinger, Paul Dahlen, Willy Mulot, Ernst Töpfer)

Bemerkung:
In den Kunstadressbüchern der Zeit wird 1905 als Gründungsdatum der Wiesbadener Galerie angegeben, in einer Anzeige von 1921 nennt Aktuaryus 1896 als Gründungsdatum. Möglicherweise bezieht sich dieses Jahr auf die Eröffnung der Galerie in Straßburg, wo eine „Galerie Aktuaryus“ noch heute besteht.
Der Elsässer Maler Isaak Aktuaryus (1860-1942) ist bereits vor 1900 in Wiesbaden nachzuweisen, wo er beispielsweise bei der 1897 veranstalteten Ausstellung zum 50jährigen Jubiläum des Nassauischen Kunstvereins als Maler genannt wird.
Die erste derzeit nachgewiesene Ausstellung in der Taunusstrasse 6 (an dieser Adresse war zwischen 1895 und 1903 die Galerie -> BANGER) war eine Präsentation von Adolf Hölzel (Wiesbadener Tagblatt. 31. 5. 1905), begleitet von einem Vortrag des Künstlers in der „Gesellschaft für bildende Kunst“.
Die Galerieräume bestanden aus einem Oberlichtsaal, drei Sälen und verschiedenen Zimmern, der „Charakter des Salons“ wurde angegeben mit: „Veranstaltung permanenter Kunstausstellungen von Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Radierungen und kunstgewerblichen Erzeugnissen“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1906, S. 511).
Gelegentlich wurden auch Kollektivausstellungen veranstaltet, beispielsweise 1912 von James Pitcairn-Knowles. Der schottische Maler hatte sich in Wiesbaden als Portaitmaler niedergelassen. Im Dezember 1913 wurde eine grosse Ausstellung mit Werken Ferdinand Hodlers eröffnet, „die ein annähernd geschlossenes Bild gibt […] Vertreten sind alle Phasen des Meisters bis zur Gegenwart.“ (Der Cicerone. H. 1 v. Januar 1914, S. 28), 1914 stellte der Karlsruher Maler Paul Dahlen, der wenig später nach Wiesbaden übersiedelte, aus.
Die 1917 zur „Förderung künstlerischer und wirtschaftlicher Interessen“ gegründete „Vereinigung Wiesbadener Künstler“, hatte, nach ihrer Erstpräsentation im Neuen Museum, eine Ausstellung bei Aktuaryus (Heidrun Jecht 2001, S. 79, 80).
Gelegentlich wurden auch Werke aus Privatbesitz ausgestellt, beispielsweise 1921 eine rheinische Sammlung mit Werken der flämischen und holländischen Schule (Der Cicerone. H. 5, 1912, S. 181) und eine Sammlung von Miniaturen, Porzellan und Gläser (Der Cicerone. H. 12, 1912, S. 490).
Der Sohn von J. F. Aktuaryus, Toni Aktuaryus, führte die familiäre Tradition weiter und gründete 1924 die -> GALERIE AKTUARYUS in Zürich.
Über weitere Ausstellungen in Wiesbaden liegen derzeit keine Informationen vor, in den Zwanzigerjahren wird Carl Braunschweig als Inhaber genannt.

Nachweise:
Dressler 1906 (1907, 1908, 1909. 1923, 1930); Maecenas 1927; Maecenas 1930
Heidrun Jecht: Wiesbaden - Von der nassauischen Hauptstadt zur Weltkurstadt des Kaiserreiches.- in: Kunstlandschaft Rhein-Main. Malerei im 19. Jahrhundert 1867-1918.- Frankfurt am Main 2001. S. 75-89