Results:  1

Graphisches Kabinett Dr. Präger
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
Transcription / Description
Further links
Related Objects
Additional Reproductions

GRAPHISCHES KABINETT DR. PRÄGER

Adresse: WIEN, Fleischmarkt 1
Inhaber: Dr. Max (Mayer) Präger
Bestand: 1920
Charakteristik: Graphikhandlung

Ausstellungen:
1920: Uriel Birnbaum, Josef Budko, Regina Mundlak, Hermann Struck

Bemerkung:
Der 1889 in Galizien geborene Max Präger, er nannte sich auch Mayer Präger (Handbuch 2002, S. 1073), studierte Germanistik an der Universität Wien, wo er sich bereits bei der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler“ und der „Vereinigung jüdischer Hochschulverbände“ engagierte. Max Präger war einer der führenden Köpfe der österreichischen zionistischen Bewegung, war Herausgeber, Redakteur und Mitarbeiter zahlreicher jüdischer/zionistischer Zeitungen („Wiener Morgenzeitung“) und Zeitschriften („Jerubbaal“), Herausgeber des Buches „Jüdische Schwänke“, 1928. Er war Buchhändler und Antiquar, Inhaber/Mitinhaber zahlreicher Verlage (Murray G. Hall 1985; Georg Hupfer 2003) wie „Deutsch-Österreichischer Verlag“ und „R. Löwit Verlag“ und vertrat den Berliner „Jüdischen Verlag“ in Wien.
Am 1. August 1919 übernahm Präger den 1883 gegründeten „R. Löwit Verlag“, bei dem er bereits seit 1914 Gesellschafter war, als Alleinbesitzer und gliederte eine Buchhandlung und ein Antiquariat an. An der Adresse Wien 1., Fleischmarkt 1 eröffnete er im März 1920 das „Graphische Kabinett Dr. Präger“ und begann seine neue Geschäftstätigkeit programmatisch mit einer Ausstellung jüdischer Künstler wie die Berliner Josef Budko und Hermann Struck, die polnische Malerin und Graphikerin Regina Mundlak und den Wiener Uriel Birnbaum, von dem er in seinem „R. Löwit Verlag“ bereits 1919 den Band „Gläubige Kunst. Essay“ veröffentlicht hatte.
Ausser dem Eröffnungsbericht (unbezeichneter Zeitungsausschnitt [März 1920] im Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien) sind weitere Informationen derzeit nicht verfügbar.
Später wandelte Dr. Präger das „Graphische Kabinett Dr. Präger“ in das „Bibliophile Kabinett Dr. Max Präger“ um, 1924 gründete er gemeinsam mit Moses Rath die „Bücherstube Rath und Präger“ in Wien 2., Taborstrasse 20a, wo man sich auf Judaica und Hebraica spezialisierte.
Dr. Max Präger, der auch Mitglied der „Wiener Bibliophilen-Gesellschaft“ war (Mitglieder-Verzeichnis 1924, S. 207) wurde, nach der Enteignung seiner Firmen, im Januar 1939 in das Anhaltelager Buchenwald überstellt, am 9. Oktober 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, am 23. 1. 1943 weiter ins Vernichtungslager Auschwitz, das er nicht überlebte.

Nachweise:
Archiv:
Wien: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
Literatur:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Perles Adressbuch

Mitglieder-Verzeichnis der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft.- in: Jahrbuch Deutscher Bibliophilen. Wien. Jg. 10/11, 1924. S. 204-212
Murray G. Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918-1938.- Wien 1985
Werner J. Schweiger: Kunsthandel der Zwischenkriegszeit in Wien.- in: Galerie Würthle. Gegründet 1865.- Wien: Galerie Würthle 1995. S. 17-23; zu Präger S. 21
Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18.-20. Jahrhundert. Hrsg. v. der Österreichischen Nationalbibliothek. Redaktion Susanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe.- München 2002
Georg Hupfer: Zur Geschichte des antiquarischen Buchhandels in Wien.- Diplomarbeit Universität Wien 2003
Theresienstädter Gedenkbuch. Österreichische Jüdinnen und Juden in Theresienstadt 1942-1945.- Prag 2005