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Kunstsalon E. Hirschler & Comp.
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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HIRSCHLER
E. HIRSCHLER & COMP.
KUNSTSALON E. HIRSCHLER & COMP.

Adresse: WIEN, Graben 14; Plankengasse 7
Inhaber: Eduard Hirschler (1874-1891); Paul Hirschler, Rudolf Hirschler (bis 1929); Paul Hirschler (ab 1930)
Bestand: 1874-1938
Charakteristik: Kunsthandlung
„Ständige Ausstellung für Kunst aller Art und Zeit. Tableaux, objets d’art. Fine Art-Exhibition. E. Hirschler & Comp. Wien, I. Plankengasse Nr. 7. Kunst-Handlung. Kunst-Auktionen. Kunst-Verlag“ (Anzeige in: Katalog der Modernen Galerie in Wien.- Wien 1903, Anzeigenseite); „Kunstsalon E. Hirschler & Comp. Wien I. Plankengasse 7.
Ständige Ausstellung für Werke der Kunst aller Art und Zeit. Gemälde alter und moderner Meister, Antiquitäten, Kunstgegenstände aller Art - einzelne Objekte oder ganze Sammlungen - werden, soferne dieselben wertvoll sind, zur Schätzung, Katalogisierung, zur Ausstellung und zum freihändigen Verkaufe, sowie zum Verkaufe durch öffentliche Versteigerung übernommen.“ (Anzeige 1905 im Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien); „Ständige Ausstellung für Werke der Kunst aller Art und Zeit. Gemälde moderner Meister und solche der alten holländischen Schulen […] ferner alte Drucke, alte japanische Farbholzschnitte und moderne Reproduktionen eigenen Verlages. Werke der Plastik (Skulpturen), Kunstgegenstände aller Art. Kunstgewerbliches: Wiener Kunstbronzen, Kunsttöpfereien etc. Separate geschlossene Kollektiv-Ausstellungen […]“ (Anzeige 1907, Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien); „Hirschler. Kunstsalon, Wien I, Plankengasse 7. Ständig wechselnde Ausstellung: Werke alter und neuer Kunst. Ankauf von Gemälden, Kunstobjekten und Sammlungen, beziehungsweise Übernahme zu freihändigem Verkauf oder zur Versteigerung. Gerichtlich beeid. Sachverständiger und Schätzmeister.“ (Anzeige in: Offizieller Katalog der Großen Deutschen Kunst-Ausstellung Wien 1909. S. 113)

Ausstellungen:
1899: Altjapanische Künstler, Max Liebermann, Adolph Menzel
1901: Hokusai
1905: Hermann Schuch
1907: Paul Kutscha
1909: Carl Lafite; Hermann Struck; Eugène Burnand
1910: Matthias Schmid [und seine Tochter] Rosa Schmid-Göringen
1911: Heinrich Haberl, Rudolf Höckner, Sion Longley Wenban
1915: Kriegsgraphik deutscher Künstler (das bei Paul  CASSIRER, Berlin erschienene Mappenwerk „Kriegszeit“)
1916: Adolf Schinnerer

Bemerkung:
Eduard Hirschler (1828-1891) war Fabrikant, Kunstsammler und dilettierender Maler, der beim Wiener Börsekrach 1873 sein Vermögen verlor. 1874 begründete er den Kunsthandel in seiner Wohnung in der Salvatorgasse 6, ehe er ein Lokal Am Graben 14 eröffnete, wo er mit Bildern und Antiquitäten handelte. Einer der zeitgenössischen Künstler, mit denen Hirschler um 1880 regen Kontakt hatte, war Emil Jacob Schindler (1842-1892). Hirschler trat mehrmals als Auftraggeber und Vermittler von Bildern Schindlers auf, dieser war aber - wie auch mit seinen anderen Kunsthändlern - mit Hirschlers Verkaufspraxis keineswegs zufrieden (Stimmungsimpressionismus 1904, S. 271, 272).
Nach dem Tod des Gründers übernahmen Rudolf (1861-1929) und Paul (1864-1941) Hirschler die Kunsthandlung und trennten sich von der Sparte Antiquitäten, die 1892 bei -> WAWRA „wegen gänzlicher Auflassung dieses Zweiges ihres Geschäftes“ (Auktionskatalog 1892) versteigert wurden. 1899 wurde, ebenfalls bei Wawra, „Das gesammte Lager der Kunsthandlung E. Hirschler & Comp. wegen Räumung und Auflassung des seit 25 Jahren innegehabten Locales I. Graben Nr. 14“ (Auktionskatalog 1899) versteigert.
In der Folge war die Kunsthandlung bis 1938 in der Plankengasse 7 situiert und betrieb eine Sommerfiliale in Karlsbad.
Wie aus den verschiedenen Anzeigen ersichtlich, war das Angebot der Kunsthandlung breit gestreut zwischen Gemälden, Aquarellen, Handzeichnungen und Miniaturen alter und neuer Meister, Skulpturen, Bronzen und Kunstgewerbe.
Darüberhinaus wurden zwischen 1886 und 1912 etwa 45 Auktionen abgehalten, die Hirschler alleine oder gemeinsam u. a. mit den Wiener Auktionshäusern Wawra, Stöckl und S. Kende abhielt, dabei zahlreiche Künstlernachlässe von u. a. Franz Heinrich (1897), Johann Baptist Göstl (1901), Ferdinand Mallitsch (1902), Carl Lafite (1902), Carl Göbel (1903), Eduard Kaiser (1911) und Carl Haunold (1912).
Rudolf Hirschler war „beeideter Schätzmeister und Sachverständiger“ (Offizielles Handbuch 1929, S. 293) und auch als Experte bei den Auktionshäusern von Glückselig & Wärndorfer und S. Kende tätig.
Neben den ständigen Ausstellungen aus dem Stock der Kunsthandlung wurden gelegentlich auch Einzelausstellungen veranstaltet.
Die Kunsthandlung bestand bis 1938, in welchem Jahr „Teile der Gemälde der ‚Kunsthandlung E. Hirschler & Com’ sich 1938 im Kunstverlag Wolfrum“ ( -> WOLFRUM) befanden (Siebenter Bericht 1906, S. 234). Über das Schicksal des letzten jüdischen Eigentümers Paul Hirschler ist lediglich bekannt, dass er am 6. 3. 1941 in Wien starb.

Nachweise:
Archive:
Archiv des Landes und der Stadt Wien; Israelitische Kultusgemeinde Wien (Dank an Mag. Wolf-Erik Eckstein)
Literatur:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Perles Adressbuch; Seelig 1903; Jahrbuch der bildenden Kunst 1904; Dressler 1906, 1907, 1908, 1909; Pantheon 1914; Pantheon 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Theodor v. Frimmel: Lexikon der Wiener Gemäldesammlungen. Buchstabe G bis L.- München 1914
Offizielles Jahrbuch des Hauptverbandes der Österr. Kaufmannschaft. Handbuch der kaufmännischen Praxis. Ausgabe 1929.- Wien 1929
Stimmungsimpressionismus. Hrsg. v. Gerbert Frodl und Verena Traeger.- Wien: Österreichische Galerie Belvedere 2004
Siebenter Bericht des amtsführenden Stadtrates für Kultur und Wissenschaft über die gemäß dem Gemeinderatsbeschluss vom 29. April 1999 erfolgte Übereignung von Kunst- und Kulturgegenständen aus den Sammlungen der Museen der Stadt Wien sowie der Wiener Stadt- und Landesbibliothek.- Wien 1906