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Kunsthandlung Stephan Kellner
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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KELLNER, STEPHAN. Budapest, später WIEN
STEFAN KELLNER
KUNSTHANDLUNG STEPHAN KELLNER
STEFAN KELLNER. BUCH- UND KUNSTHANDLUNG, KUNSTANTIQUARIAT

Adresse: WIEN, Geroldgasse 5 (1925-1926); Schlagergasse 11 (1926-1927)
Inhaber: Stefan Kellner
Bestand: 1925-1927
Charakteristik: Buch- und Kunsthandlung, Verlag
„An- und Verkauf von Modernen Luxusdrucken, illustrierte französische Werke des 18. u. 19. Jahrhunderts, Exlibris, Orig. Graphik, Ölgemälde. Stefan Kellner. Budapest IV., Kronprinzgasse 10“ (Anzeige in: Die Initiale. H. 2 v. April 1921, Umschlagseite 4); „Stephan Kellner, Kunstantiquariat. Wien XVII., Geroldgasse 5. Einkauf-Verkauf, Graphik, Exlibris, Zeichnungen, wertvolle Bücher, Bibliographie“ (Handbuch des Kunstmarktes 1926. S. 762)

Verlag:
Arthur Paunzen: 15 Aktzeichnungen. Original-Lithographien, 1919
[Heinrich von] Kleist: Die Marquise von O… Mit zehn Radierungen von Arnold Gara, [1921]

Bemerkung:
Der 1892 in Budapest geborene Maler und Graphiker István (Stefan/Stephan) Kellner gründete am 15. März 1919 seine Buch- und Kunsthandlung in Budapest, Kronprinzgasse (Koronaherceg-utca) 10 und spezialisierte sich auf Moderne Luxusdrucke, illustrierte französische Werke des 18. und 19. Jahrhunderts, Exlibris, Originalgraphik und Ölgemälde. Drei Angebotskataloge zwischen 1920 und 1921 sind bekannt, wobei der 1921 erschienene „Katalog III. Exlibris und Gelegenheitsgraphik“, der, vertraut man dem Vorwort, die eigene Sammlung von abertausenden modernen Exlibris beinhaltete, bis zur Gegenwart seine grundlegende Nachschlagewerk-Qualität behalten hat. Angeschlossen war ein Verlag, in dem zwei Titel mit erotischen Radierungen und Lithographien nachzuweisen sind.
Die Ausrichtung des Angebots von Stefan Kellner auf Erotisches lässt sich nicht nur von seinem eigenen Sammelgebiet ableiten: Bereits 1912 gab er sich als Erotika-Sammler zu erkennen, der seine Sammlung mit dem Eignerzeichen „Collections Galantes Etienne Kellner“ von Arnold Gara und seine Bücher mit einem „Exlibris Eroticis“ kennzeichnete. Auch die in seinem Verlag erschienenen Werke waren erotische Editionen und die von Arnold Gara geschaffene Geschäftskarte zeigte den Kunsthändler inmitten von erotischen Blättern (abgebildet in: Zur Westen 1925, S. 159). Darüber hinaus gibt es auch ein (wohl ungedrucktes) Manuskript über den auf erotische Zeichnungen und Exlibris spezialisierten Franz von Bayros, der, wie zahlreiche andere Künstler (wie Karl Bloßfeld, Josef von Diveky, Willi Geiger, Emil Ranzenhofer), auch Exlibris für Stefan Kellner schuf. (Dank an Dr. Claudia Karolyi, Wien für Hinweise)
Ende 1924 übersiedelte Stefan Kellner nach Wien. In der Geroldgasse 5 betrieb er seine Buch- und Kunsthandlung bis Februar 1926, ehe er in die Schlagergasse 11 übersiedelte, wo er bis zu seiner Abmeldung am 14. 2. 1927 nach Inzersdorf den Handel von seiner Wohnung aus tätigte.
Kellner war Mitglied der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft (Verzeichnis der Mitglieder 1912, S. 88) und der Deutschen Exlibris-Gesellschaft (Deutscher Verein 1912), in den Kunstadressbüchern (Handbuch des Kunstmarktes 1926; Pantheon 1926) ist er auch als Sammler mit der Wiener Adresse Schlagergasse 11 verzeichnet.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Pantheon 1926

Verzeichnis der Mitglieder […] 1912.- in: Österreichische Exlibris-Gesellschaft. X. Jahrbuch 1912. S. 81-97
Deutscher Verein für Exlibriskunst und Gebrauchsgraphik zu Berlin. Mitgliederliste […] Dritter Nachtrag April 1912
Walter von Zur Westen: Exlibris (Bucheignerzeichen). Dritte vermehrte Auflage.- Bielefeld 1925