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Memento 1914/15
  • © Urheberrechte am Werk erloschen
  • Repro: Kai-Annett Becker
    • Willy Jaeckel (1888 - 1944)

  • TitelMemento 1914/15Mappe mit 11 Lithographien
  • Datierung1914 - 1915
  • GattungDruckgrafik
  • MaterialLithographie
  • Umfang12
  • InventarnummerBG-G 3549/84 1-11
  • CreditlineBerlinische Galerie, erworben aus Mitteln des Sicherungsfonds des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1984
  • AusgestelltNein
Text

Willy Jaeckel gehörte nicht zu jenen Künstlern, die begeistert in den Ersten Weltkrieg zogen. Seine Mappe mit zehn Lithografien entstand lange bevor er selbst einberufen wurde. Die Schrecken des Krieges, die er hier abbildete, hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht selbst erlebt. Die Wucht eines Granateneinschlags, zerfetze Leiber, Nahkampf, vergewaltigte Frauen, Tote im Stacheldraht sind dennoch mehr als eine Bebilderung von Kriegsberichten aus zweiter Hand. Der Künstler ließ sich von seinem christlichen Mitgefühl leiten und klagte an.

Dabei bezog er sich auf ein berühmtes Vorbild aus der Kunstgeschichte, den Radierzyklus „Die Schrecken des Krieges“ von Francisco de Goya, der rund hundert Jahre zuvor die Kriegsgräuel in Spanien geschildert hatte. Jaeckels drastische Darstellung unterlief die offizielle Kriegsverherrlichung des Deutschen Reiches. Die Mappe wurde gleich nach ihrem Erscheinen verboten.