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Brief von Kurt Heinz Matthies (Karl-Heinz) an seine Mutter Albertine Matthies. Italien
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Kurt Heinz (Karl-Heinz) Matthies (*1910)

  • TitleBrief von Kurt Heinz Matthies (Karl-Heinz) an seine Mutter Albertine Matthies. Italien
  • Date16.07.1941
  • CategoryKorrespondenz
  • ClassificationBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben
  • Amount1 Blatt
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Inventory NumberBG-HHC K 4160/79
  • Other NumberBG-HHE II 41.3
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
Additional Reproductions

"16/7/41. 18h
im Zuge nach Catania.
Liebe Mutter,
hoffe zuversichtlich, dass auch bei Dir alles in bester Ordnung ist - man hat kaum Lust zu schreiben, wenn man weiss, dass ein Brief erst in 14 Tagen ankommt. Kehre soeben aus der Stadt Syrakus an der Südspitze Siziliens zurück - neben mir ständig die felsige Mittelmeerküste in schöner Beleuchtung. In Siracusa hatte ich mir eine Pferdedroschke gemietet u. bin mit der erst über altgriechische Trümmerfelder und dann zu einer Fabrik gefahren, da es sonst zum Laufen zu heiss gewesen wäre. Nun beginnt also tatsächlich langsam die Rückfahrt - fast 3000 km. Eben habe ich die ersten Weintrauben gegessen u. Pfirsiche, ganz saftig. Ausserdem gibt es gerade hier in Sizilien wunderbare Eissorten. Sonst weisst du ja, dass man in Italien in den Restaurants alles frei bekommt - ich mache allerdings keinen Gebrauch davon, da ich nur Eier, Gemüse, Salate u. Obst oder Käse esse. Nur für Spaghetti habe ich einen Ausweis - aber mehr als reichlich. - Du siehst also, dass es mir ausgezeichnet gut geht und Du Dir keine Gedanken zu machen brauchst. - Ansichtskarten habe ich noch keine geschrieben, da es verboten ist - sage das auch Tante Bl. - die ich bestens grüssen lasse. Meinen Wagen lasse ich weiter in Italien, da er dort gut aufgehoben ist - Verlängerung des Triptiks bereits beantragt (das gilt für Hanna). Liebe Mutter noch weitere 14 Tage, dann ist meine Zeit hier um und werde ich hoffentlich schon wieder in Berlin sein.
Bis dahin grüsst Dich aller herzlichst
Dein Sohn Heinz