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Niemand kann über sich selbst hinaus
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelNiemand kann über sich selbst hinaus
  • Datierung12.03.1917
  • GattungManuskripte
  • SystematikTyposkript
  • MaterialPapier, maschinengeschrieben
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutNachlass Hannah Höch
  • InventarnummerBG-HHC H 46/79
  • Andere NummerBG-HHE I 9.15
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung

Abschrift des Manuskripts.
„»Niemand kann über sich selbst hinaus«[1] d. h. über unbedingten Determinismus, Hingabe an das Gesetz der Vergangenheit. (Die Statik des Gesetzes verwandeln in Dynamik! Aber wer sich nun im Grunde faßte, kann weit über sich hin aus; er erlebte das Wunder des Himmels, daß er urfrüh wird, wie Adam »am ersten Morgen der Schöpfung« unbeschwert vom Ethos, der moralischen Kausalität! In sich erfassen kann der Mensch den allerinnerst göttlichen Grund und durch ihn das Gleichgewicht der Welt - als Verantwortung von sich, dem Ungeteilt-Einigen zu Allen, seinen Teilen. Wenn jeder nur recht erkännte, daß seine Selbstgespräche, die Äußerungen des göttlichen Grundes in ihm, Dialoge sind; daß sie Zeichen sind des Allgemeinen wie des Ungemeinen in der Einzel- Seele, hiermit der Allseele - so würde die egoistische Halbheit und Isolation des Menschen gesprengt, zerstört sein - Determinismus gewandelt in Indeterminismus, das Wunder der Geburt des Himmels als der Erde im Menschen strahlend vollzogen!
12.3.17.“
[1] Zitat aus Peter Altenberg: Pròdromos. Berlin, 1906.