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Tentoonstelling van werken door Hannah Höch. Kunstzaal D'Audretsch, Noordeinde. [Nederlander, o. O.]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Nederlander

  • TitleTentoonstelling van werken door Hannah Höch. Kunstzaal D'Audretsch, Noordeinde. [Nederlander, o. O.]Rezension der Ausstellung von Hannah Höch in der Galerie d'Audretsch, Den Haag, Mai bis 12. Juni 1934.
  • Date05./06.1935
  • CategoryDruckerzeugnis
  • ClassificationZeitungsausschnitt
  • MaterialPapier, gedruckt
  • InscriptionHandschriftliche Anmerkung von Hannah Höch: "Nieuwe Rotterdam[sche Courant]"
  • Amount1
  • FondsNachlass Hannah Höch
  • Other NumberBG-HHE II 34.40
  • CreditlineErworben aus Mitteln des Senators für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, 1979
  • On DisplayNo
Transcription / Description
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Übersetzung aus dem Holländischen:
"Ausstellung von Werken Hannah Höchs
Galerie d'Audretsch, Nordend
Diese deutsche Aquarellistin lebt in ihrer eigenen Welt. Obwohl sie kein Genre hat, an das man die Forderungen stellen kann, die man an «große Kunst» stellt, und obwohl diese Künstlerin in die heute aufkommende «Bewegung» nicht aufgenommen wurde, so ist in diesem modernen Werk doch das künstlerische Element vorhanden, um dessentwillen sie volle Aufmerksamkeit verdient.
Als Kleinkunst gibt Hannah Höch etwas ganz Einmaliges: das individualistisch Subjektive, worauf man sich vorab eben einstellen muß.
Man muß einen anfänglichen Skeptizismus überwinden, aber im Farbausdruck und vor allem in der Farbbehandlung sieht man unmittelbar, daß die impulsive Zeichnung eine expressive Bedeutung hat.
In Nr. 27, «Baskische Tänzerin», einer Karikatur, bemerken wir zweifellos die gute Kopfzeichnung. Zwar ist die sitzende Haltung keine deutlich sprechende Gebärdensprache, aber insgesamt gibt es besondere Farbqualitäten zu genießen, aquarellistische Spontaneitäten, die ästhetische Überraschungen hervorbringen.
Von gänzlich anderer Art ist Nr. 23, «Dame mit Katze», wo locker und farbenprächtig die saftigen Farbspektren von Karminrot, Gelb, Grün und Violett aquarelliert sind. Die darüber gelegte Zeichnung des modelé ist tatsächlich mehr als eine gewöhnliche Notation.
Sehr auffällig und schön finden wir Nr. 3, «Vier Köpfe», die in einer ungezwungenen Anordnung eine rhythmische Ausarbeitung zeigen und denen der zusammenfassende orangefarbene Hintergrund eine besonders feine Note verleiht.
In Nr. 19, einer Miniaturkonzeption mit frei-dekorativem Einschlag, finden wir Tier- und Pflanzenmotive wieder, welche, auf geistige Weise bearbeitet, besonders auf das Ornamentale weisen.
Nr. 4, die Darstellung mit den drei Kinderköpfen «Singende Kinder», die wir gefühlvoll auch «Verwunderung» nennen können, deutet auf die Verbildlichung von Literarischem. Eine solche im Entwurf treffende Zeichnung könnte eine sehr geschickte Illustration für ein Kinderbuch sein. Ebenso wie in anderen Darstellungen, z. B. «Die Verführung», sehen wir auch in Nr. 6 das suggestiv Erzählende, woraus wir schließen, daß Hannah Höch nicht nur für Kinder, sondern auch für «große Menschen» geistig illustrieren kann.
Wir wollen das Ausgestellte keinesfalls überschätzen, doch bei näherer Bekanntschaft mit diesem doch ehrlichen Werk kommen wir zu einer Wertschätzung dieses Œuvres und verzeihen ihm das einseitig Beschränkte. Wir stellen fest, daß gerade in Letzterem die eigene Charakteristik begründet liegt.
Die Ausstellung läuft bis zum 7. [handschriftlich korrigiert von Hannah Höch: 12] Juni. C.M."