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Brief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Berlin]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Raoul Hausmann (1886 - 1971)

  • TitelBrief von Raoul Hausmann an Elfriede Hausmann. [Berlin]
  • Datierung26.07.1919
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Tinte
  • Umfang1 Blatt
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 49
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
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»26.7.19
Liebe nach den Poststempeln zu schliessen, gehen jetzt Briefe noch langsamer als vorher. Ich habe Dir bereits 4 oder 5 mal geschrieben. - Hier meldete sich bei mir ein Baron Max von Münchhausen, ein Herr von 50 Jahren, der recht klug ist und mich auf sein Gut im Spreewald auf ein paar Tage einlud. Er meldete sich auf den Dada, vermutete etwas Ernsthaftes dahinter und wir sprachen miteinander. Seine Frau soll ganz radikale Frau sein - ich bin gespannt. Was sagst Du dazu, dass er grade Münchhausen heisst? - Was das Geld anlangt, so tut es mir sehr leid, dass Du dich schinden musst. Sowie ich welches habe, schicke ich Dir etwas. - Für mich geht es in diesem Jahr um entscheidende Dinge. Ich fühlte in diesen Tagen, in denen ich hier allein war, dass man natürlich sich von enem Menschen befreien kann, d.h. man kann automatisch eine gewisse Unbeweglichkeit festhalten - aber ich halte dies nicht für wünschenswert. Was Hanna H. betrifft, so glaube ich doch, dass man noch einmal mit aller Güte, aber ohne Schwäche, mit der grössten Grenzenlosigkeit ihr gegen übertreten muss - so dass sie etwas sehen und anerkennen muss, das sie ja, wenn sie wirklich glaubt, ein ganz andrer Mensch zu sein als wir - ablehnen aber eben nicht verurteilen oder herabsetzen kann. Ich lege Dir etwas von der Fischer bei, was ich aber nicht ohne weiteres für gut halte, sondern nur zur Überlegung. Sei doch froh und warte ruhig - ich handle so, wie ich muss - bis ich ganz klar und sicher bin. Dem R. Kuss.«