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Brief von Hannah Höch an Raoul Hausmann.[Berlin, Mai 1916]
  • Repro: Anja Elisabeth Witte
    • Hannah Höch (1889 - 1978)

  • TitelBrief von Hannah Höch an Raoul Hausmann.[Berlin, Mai 1916]Rückseite Manuskript von Raoul Hausmann: [Die Frau schwieg von Anbeginn der Welt] vom 6.10.1916
  • DatierungMai 1916
  • GattungKorrespondenz
  • SystematikBrief
  • MaterialPapier, handgeschrieben, Bleistift
  • Umfang1 Blatt (unvollständig)
  • KonvolutTeilnachlass Raoul Hausmann
  • InventarnummerBG-RHA 320
  • CreditlineErworben aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin, und Spendenmitteln, 1991
  • AusgestelltNein
Transkription / Beschreibung
Zugehörige Objekte
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»Raoul, ich habe gestern gewusst was Du von mir wolltest, ich nichts gegen Dich gehabt, ich habe Dich lieb gehabt. Aber wild konnte ich nicht sein. Ich hatte da keine Leidenschaft. Nicht, dass ich zu stolz war zu Dir zu kommen. (Abends war's anders.) Heute war's genau so wie gestern Nachmittag. Ich weiss nicht - kommt das manchmal, weil ich von vorhergegangenen schlimmen Dingen noch so müde bin, oder habe ich doch nicht Leidenschaft genug, überhaupt nicht genug um Dich erleben zu dürfen. Ich quäle mich dann innerlich tot. Ich bin Dir ganz nah, ich fühle Deine Wünsche und mein Herz krampft sich vor Mitleid mit Dir (dann mache ich so etwas Schlimmes wie das Ausziehen vorhin). Raoul, woran liegt es, bin ich zu wenig Weib, ich habe nicht genug Leidenschaft, ich erfriere jedesmal auf's Neue nach so schlimmen Sachen und dann brauche ich länger zum auftauen. Raoul, schick mich für ein paar Tage weg, überleg Dir, ob Du mir da helfen kannst und willst,«

Auf der Rückseite des Briefes: »Spessartst 6 Ruest« und Manuskript von Raoul Hausmann: [Die Frau schwieg von Anbeginn der Welt] vom 6.10.1916.