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Kunsthandlung Hugo Moses
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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MOSES
HUGO MOSES
KUNSTHANDLUNG HUGO MOSES
GALERIE AM BRANDENBURGER TOR
HUGO MOSER
GALERIE MOSER

Adresse: BERLIN, Preussen/Provinz Brandenburg (Berlin), Potsdamerstrasse 118c (1913-1914); Kurfürstenstrasse 56 I (1919-1921); Lützowstrasse 87 (1921-1922); Budapester Strasse (April 1925 umbenannt in Friedrich-Ebert-Straße) 21 (1922-1926); Bendlerstrasse 36 (1926-1930); {Mätthäikirchstrasse 32 (1930-1933); Hitzigstrasse 7 (1933}
Inhaber: Hugo Moses (um 1925 umbenannt in Hugo Moser)
Bestand: 1912-1914; 1919-(1933)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Hugo Moses. Berlin W. 35, Potsdamerstraße 118c. Staendige Ausstellung von Gemälden, Zeichnungen und Graphik der besten Impressionisten und Expressionisten“ (Anzeige in: Pantheon. Adressbuch der Kunst- und Antiquitäten-Sammler und- Händler […].- Esslingen 1914, Anzeigenseite 10); „Wiedereröffnung der Kunsthandlung Hugo Moses. Berlin W. 35, Kurfürstenstrasse 56 I (Ecke Derf[f]lingerstrasse). Gemälde erster deutscher und französischer Meister des 19. u. 20. Jahrhunderts. Geöffnet von 10-6“ (Anzeige in: Kunst und Künstler. H. 8 v. Mai 1919, Anzeigenseite 1); „Gemälde-Ausstellung. Liebermann bis Pechstein. Delacroix bis Picasso. Kunsthandlung Hugo Moses. Berlin W 35. Kurfürstenstrasse 56 I. Ankauf guter Bilder“ (Anzeige in: Hamburger Kalender 1920. Anzeigenseite); „Hugo Moses. Gemälde und Graphik erster moderner Meister. Berlin W. Lützowstr. 87“ (Anzeige in: Der Querschnitt. H. 2/3 v. Mai 1921, S. 118); „Galerie am Brandenburger Tor. Berlin W 8. Budapester Straße 21. Gemälde erster Meister des 19. und 20. Jahrhunderts auch Ankauf.“ (Anzeige in: Der Kunstwanderer. 1. Februarheft 1923, S. 253; Septemberheft 1923, S. 27); „Galerie am Brandenburger Tor. Berlin W 8. Budapester Straße 21. Telegr. Adr. Torgalerie, Fernsprecher: Nollendorf 54. Klassische Werke deutscher und französischer Impressionisten. Hervorragende Gemälde der Münchener Schule des 19. und 20. Jahrhunderts. Neuerwerbungen: Großes Herrenporträt von Anton Graff“ (Anzeige in: Der Kunstwanderer. März 1924, S. 196); „Hugo Moser. Bendlerstraße 36. Bedeutende Werke alter und moderner Meister. Telephon: Nollendorf 54“ (Anzeige in: Maecenas. Hrsg. v. Joachim Stern.- Berlin 1927, S. 29)

Ausstellungen:
1912: Max Pechstein
1913: Max Pechstein
1913: Eröffnungsausstellung (Potsdamerstrasse 118c): Werke von Wilhelm Busch, Lovis Corinth, Franz Heckendorf, Ferdinand Hodler, Jozef Israëls, Hans Keller, Max Liebermann, Adolph Menzel, Otto Mueller, Max Oppenheimer, Max Pechstein, Pablo Picasso, Karl Schmidt-Rottluff, Max Slevogt, Wilhelm Trübner, Fritz von Uhde; Plastiken von Gerhard Marcks und Richard Scheibe; Graphik von Ernst Barlach, Honoré Daumier, Paul Gavarni, Max Klinger, Wilhelm Leibl, Max Liebermann, Hans Meid, Moriz Melzer, Emil Nolde, Henri de Toulouse-Lautrec
1914: Artur Degner
1919: Wiedereröffnung (Kurfürstenstrasse 56): Werke von Eugène Boudin, Theo von Brockhusen, Lovis Corinth, Eugène Delacroix, Kees van Dongen, Anselm Feuerbach, Auguste Herbin, Willy Jaeckel, Max Liebermann, Ludwig Meidner, Mihály Munkácsy, Max Pechstein, Max Slevogt, Constant Troyon, Wilhelm Trübner; Edvard Munch (Graphik)
1922: Eröffnungsausstellung (Budapester Strasse 21): Werke u. a. von Edgar Degas, Lovis Corinth, Walter Leistikow, Max Liebermann, Auguste Renoir, Charles Schuch, Paul Signac

Verlag:
Alfred Ehlers: Drei Frauen (Akte); Vier Frauen (Akte). Radierungen. 1913
Ludwig Kainer: Liegender weiblicher Akt; Stehender weiblicher Akt. Lithographien. 1913

Bemerkung:
Hugo Moses (1881-1972), ab etwa 1925 umbenannt in Hugo Moser, trat bereits 1912 als Kunsthändler hervor und veranstaltete eine Ausstellung von Arbeiten von Max Pechstein und vermittelte Verkäufe von Plastiken von Gerhard Marcks und Richard Scheibe.
„Moses hat mir auch einen Falken verkauft, allerdings für 140 M und dabei monatliche Abzahlung von 20 M. Ich weiß nicht, wie ich über seine Uneigennützigkeit denken soll, von seiner Tüchtigkeit halte ich nicht viel. Er nimmt beiläufig 33 1/3 % auch bei unserm Nachbar Pechstein, von dem er jüngst eine Ausstellung machte und mir versicherte, er wollte seiner Armut wegen von Prozenten ganz absehn.“(Gerhard Marcks an seinen Bruder, 20. 3. 1912, Gerhard Marcks 1988, S. 26)
Eine weitere Ausstellung mit etwa 60 Zeichnungen von Max Pechstein veranstaltete Moses im April 1913 in den Räumen des Einrichtungshauses M. Keller G. m. b. H., das von Martin Keller, dem Gründer und Mitinhaber von -> KELLER & REINER, geleitet wurde. Hans Friedeberger schrieb darüber eine mit sechs Abbildungen illustrierte Rezension und resümierte: „Pechstein gehört zu den Begabtesten und Hoffnungsreichsten […] und ich meine, diese Ausstellung seiner Zeichnungen darf uns in dem Glauben befestigen, daß wir unter glücklichen Bedingungen das Höchste von ihm erwarten können.“ (Hans Friedeberger: Zeichnungen von Max Pechstein.- in: Der Cicerone. H. 8 v. April 1913, S. 289-291, Zitat S. 291)
Im Herbst desselben Jahres etablierte sich die „Kunsthandlung Hugo Moses“ „nunmehr dauernd Potsdamer Straße 118c. Gute, moderne Kunst in Malerei, Graphik und Plastik soll in wechselnden Ausstellungen gezeigt werden.“ (Der Cicerone. H. 18 v. September 1913, S. 659)
Ein vierseitiger Prospekt informierte über die Eröffnungsausstellung im Oktober 1913: „Hugo Moses, Potsdamerstr. 118c. Werke von Corinth, Hodler, Liebermann, J. Israëls, Menzel, Trübner, Uhde, Slevogt u. a. Die neue Generation ist vertreten durch Hans Keller, Otto Mueller, Pechstein, Picasso, Schmidt-Rottluff u. a. Plastiken von Marcks und Scheibe, Graphik von Daumier, Gavarni, Klinger, Liebermann, Meid, Nolde, Toulouse-Lautrec u. a.“ (Neuigkeiten des deutschen Kunsthandels. Nr. 11 v. November 1913, S. 212)
Die Eröffnungsausstellung zeigte das breite Spektrum des Angebotes von Werken des 19. Jahrhunderts über den Impressionismus bis zur „neuen Generation“. Curt Glaser berichtete: „Der neue Kunstladen in der Potsdamerstraße, den Hugo Moses eröffnet hat, zeigt Pechstein und Schmidt-Rottluff, und da hier keine Ausstellung ist, sondern eine Kunsthandlung, so hat man das Gefühl, daß diese Dinge nicht nur gezeigt werden, sondern auch wirklich in die Häuser kunstliebender Menschen übergehen. (Neue Kunstsalons in Berlin.- in: Die Kunst. H. 3 v. Dezember 1913, S. 128-130; Zitat S. 128)
Noch im Jahr der Eröffnung publizierte Moses vier erotische Graphiken von Alfred Ehlers und Ludwig Kainer (angezeigt in: Neuigkeiten des deutschen Kunsthandels. Nr. 12 v. Dezember 1913, S. 214, 218).
Neben dem wechselnd ausgestellten Angebot der Galerie ist für 1914 lediglich eine Kollektion des ostpreussischen Malers und Graphikers Artur Degner belegt, ehe die Galerie im Sommer 1914 bei Kriegsausbruch geschlossen wurde.
Im Mai 1919 erfolgte die Wiedereröffnung mit dem Angebot „Gemälde erster deutscher und französischer Meister des 19. u. 20. Jahrhunderts“ (Anzeige in: Kunst und Künstler. H. 8 v. Mai 1919, Anzeigenseite 1). Die Geschäftsräume befanden sich Kurfürstenstrasse 56, Ecke Derflingerstrasse, und die Eröffnungsausstellung zeigte Werke von Eugène Delacroix bis Kees van Dongen und Anselm Feuerbach bis Max Pechstein.
1921 beteiligte sich Moses an der Ausstellung „Moderne Deutsche Malerei“ in Basel mit einem Werk von Franz Marc, 1922 ist ein Verkauf einer Pechstein-Radierung an das Museum der bildenden Künste in Leipzig nachgewiesen (Museum der bildenden Künste 1992, S. 67).
1921 erfolgt der Umzug in die Lützowstrasse 87, im Dezember 1922 gab es eine weitere Verlegung in die Budapester Strasse 21 (April 1925 umbenannt in Friedrich-Ebert-Straße), wo Moses seinen Kunsthandel „Galerie am Brandenburger Tor“ nannte. Moses blieb seinem Programm treu: „Die erste Ausstellung der Galerie am Brandenburger Tor bringt Werke von Liebermann, Corinth, Schuch, Leistikow, Renoir, Degas, Signac u. a.“ (Der Kunstwanderer. 1. Januarheft 1923, S. 206; Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 13/14 v. 29. 12. 1922/5. 1. 1923, S. 251). Im März/April 1923 zeigte die Galerie „eine sorgfältige, kleine Auswahl von Bildern Corinths, Liebermanns, Hagemeisters sowie der französischen Impressionisten“ (Der Kunstwanderer. 1. Aprilheft 1923, S. 340). Die Folgeausstellung brachte „Liebermann und Corinth von Qualität, zumeist frühe Arbeiten. Auch Charles Schuch, Hagemeister, Monticelli sind hier vorzüglich repräsentiert“ (Der Kunstwanderer. 2. Maiheft 1923, S. 400).
1924 wurde das Sortiment durch „Hervorragende Gemälde der Münchener Schule des 19. und 20. Jahrhunderts“ erweitert (Anzeige in: Der Kunstwanderer. März 1924, S. 196). März/April 1924 zeigte die Galerie „beste französische Kunst: Toulouse-Lautrec, Degas, Renoir, Monticelli u. a. Schließlich ist hier auch die deutsche Moderne vortrefflich repräsentiert: Menzel (Zeichnungen), Trübner, Liebermann, Corinth u. a.“ (Der Kunstwanderer. April 1924, S. 226).
1925 wurde eine Ausstellung mit Pinselzeichnungen von Constantin Guys gezeigt (Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler. H. 5, 1925, S. 235).
Im Frühjahr 1926 übersiedelte die Galerie in die Bendlerstrasse 36, wo sie bis etwa 1930 nachzuweisen ist. Weitere Umzüge erfolgten um 1930 (Matthäikirchstrasse 32) und 1933 (Hitzigstrasse 7; Dank an Stefan Pucks, Bergfelde, für ergänzende Hinweise).
Moser emigrierte mit seiner Familie 1933 und zog nach Heemstede in die Niederlande, 1940 emigrierte er in die USA (Nachrufe auf seinen Sohn Hugo Wolfgang Moser, Washington Post 26. 2. 2007; Guardian unlimited. 21. 2. 2007)
Auch in den USA blieb Moser dem Kunsthandel verbunden („Hugo Moser and Paul Drey Gallery”, New York).

Nachweise:
Pantheon 1914; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927

Moderne Deutsche Malerei.- Kunsthalle Basel 1921
Gerhard Marcks 1889-1981. Briefe und Werke. Ausgewählt, bearbeitet und eingeleitet von Ursula Frenzel. Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.- München 1988
Museum der Bildenden Künste Leipzig, Kulturstiftung der Länder. Karl Hofer: Tischgesellschaft.- Leipzig 1992
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