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A. Voigtländer-Tetzner
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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VOIGTLÄNDER-TETZNER
A. VOIGTLÄNDER-TETZNER. KUNSTHANDLUNG FÜR GRAPHIK

Adresse: FRANKFURT AM MAIN, Hessen-Nassau (Hessen), Mainzer Landstrasse 19; ab 1910 auch Rossmarkt 14a (bis 1913); Buchgasse 11a (1913-1925)
Inhaber: Albert Voigtländer-Tetzner
Bestand: 1908-1925
Charakteristik: Graphikhandlung, Verlag, Antiquariat
„A. Voigtländer-Tetzner. Frankfurt am Main. Mainzer Landstr. 19. Kunsthandlung für Graphik. Antiquariat. Holzschnitte, Kupferstiche, Radierungen und Handzeichnungen alter Meister. Moderne Graphik“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 3 v. 22. 10. 1908, S. 22); „A. Voigtländer-Tetzner. Kunsthandlung für Graphik. Frankfurt a. M. Mainzer Landstr. 19. Französische Maler-Lithographien aus den Jahren 1800-1870. Hervorragende Arbeiten von Daumier, Devéria, Gavarni, Manet, Raffet u. A. Historische Darstellungen, Napoleona, Poträts. Illustriertes Verzeichnis gratis und franko!“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 16 v. 19. 1. 1910, S. 132); „Kupferstiche, Handzeichnungen, Holzschnitte, Lithographien etc. alter und moderner Meister. A. Voigtländer-Tetzner. Kunsthandlung für Graphik. Frankfurt a. M., Roßmarkt 14a. Ankauf. Verkauf“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 39 v. 2. 9. 1910, S. 344); „Kupferstiche. Holzschnitte, Radierungen, Lithographien Alter und Moderner Meister. Illustrierter Lagerkatalog gratis und franko durch A. Voigtländer-Tetzner. Kunsthandlung für Graphik. Frankfurt a. M., Rossmarkt 14a“ (Anzeige in: Kunst und Künstler. H. 5 v. Februar 1911, Anzeigenseite; Der Kunstmarkt. Nr. 27 v. 7. 4. 1911, S. 257)

Ausstellungen:
1910: Emil Orlik (Das graphische Werk); Handzeichnungen und Aquarelle von Frankfurter Künstlern (dabei u. a. Wilhelm Altheim, Fritz Boehle, Hermann Dumler, Rudolf Gudden, Wilhelm Steinhausen, Hans Thoma, Artur Volkmann)
1911: Frankfurter Künstler (dabei u. a. Fritz Boehle, Wilhelm Steinhausen, Hans Thoma)

Verlag:
Maria La Roche: Aus Alt-Frankfurt. (Alte Brücke, Römerberg, Bendergasse, Bethmannhaus). 4 Lithographien in Originalumschlag, 1909
Fried Stern: Die Gerbermühle bei Frankfurt a. M. Lithographie, 1909

Bemerkung:
Albert Voigtländer-Tetzner (1876-1936), einer Dresdner Fabrikantenfamilie entstammend, wurde in Frankfurt als Sänger ausgebildet, musste aber aus Gesundheitsgründen seine Bühnenlaufbahn beenden und entschied sich für den Kunsthandel. Seine Erfahrung erwarb er in den für Graphik spezialisierten Kunsthandlungen -> AMSLER & RUTHARDT in Berlin und C. G. Boerner in Leipzig. 1908 machte er sich in Frankfurt am Main selbständig und eröffnete in der Mainzer Landstrasse 19 unter dem Namen „A. Voigtländer-Tetzner“ seine „Kunsthandlung für Graphik“ und ein Antiquariat und annoncierte sein Angebot mit „Holzschnitte, Kupferstiche, Radierungen und Handzeichnungen alter Meister. Moderne Graphik“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 3 v. 22. 10. 1908, S. 22).
Die Neugründung wurde auch überregional wahrgenommen, beispielsweise von der in Berlin erscheinenden Kunstzeitschrift: „Frankfurt a. M. - Einen Salon für Graphik hat A. Voigtländer-Tetzner hier begründet. […] Es ist sehr zu begrüssen, dass die in Deutschland noch immer sehr stiefmütterlich behandelte Graphik in der Voigtländerschen Kunsthandlung nun eine Stätte gefunden hat, wo sie guter Vertretung gewiss zu sein scheint.“ (Kunst und Künstler. H. 8 v. Mai 1909, S. 377).
1909 erschien ein „Illustriertes Preis-Verzeichnis Französischer Maler-Lithographien aus den Jahren 1800-1870“ (Anzeige in: Alt-Frankfurt. H. 4, 1909, Anzeigenseite; Der Kunstmarkt. Nr. 16 v. 19. 1. 1910, S. 132), 1910 erschien ein illustrierter Angebotskatalog mit alter und moderner Graphik zwischen Albrecht Dürer und Karl Stauffer-Bern (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 5 v. 4. 11. 1910, S. 48).
Im Herbst 1909 gab es auch erste Versuche, neben der Graphikhandlung einen Graphikverlag zu etablieren: „A. Voigtländer-Tetzner. Kunsthandlung für Graphik. Frankfurt a. M. Mainzer Landstr. 19. Anfang November erscheint: Aus Alt-Frankfurt. Vier Original-Steinzeichnungen von Maria La Roche. Alte Brücke - Römerberg - Bendergasse - Bethmannhaus. 4 Blatt in Orig. Umschlag M. 20.- Einzelne Blätter M. 6.- Ferner: Die Gerbermühle bei Frankfurt a. M. Original-Steinzeichnung von Fried Stern-Frankfurt a. M. - M. 6.-.“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 5 v. 5. 11. 1909, S. 38)
1910 fand eine grosse Emil-Orlik-Ausstellung in Frankfurt am Main statt, die an drei verschiedenen Orten veranstaltet wurde: Der Kunstverein zeigte die Gemälde, das Kunstgewerbemuseum die kunsthandwerklichen Arbeiten und bei Voigtländer-Tetzner wurde das graphische Werk mit einem eigenen Katalog mit 335 Nummern präsentiert, worüber Orlik in einem Brief berichtet: „In Frankfurt verbrachte ich drei angenehme Tage: alle drei Ausstellungen sind sehr schön placiert und wirken gut: ich habe dort wenige, sehr wenige aber nette, und theils wertvolle Menschen kennen gelernt: darunter näher den Kunsthändler Voigtländer, der den netten, (mir sehr wertvollen!) Katalog meines graphischen Werkes publiciert hat.“ (Emil Orlik 1997, S. 53)
1910 wurde am Rossmarkt 14a ein zusätzliches Verkaufslokal eröffnet. Im selben Jahr verstarb mit Ferdinand Günther (1846-1910) der letzte Inhaber der 1774 gegründeten Kunsthandlung F. A. C. -> PRESTEL und Albert Voigtländer-Tetzner kündigte in einer Anzeige die Übernahme an: „Die im Jahre 1774 gegründete Firma F. A. C. Prestel Kunsthandlung und Antiquariat Frankfurt a. M., Roßmarkt 5 ist am 1. November in meinen Besitz übergegangen. Ich beabsichtige das Geschäft in unveränderter Weise fortzuführen und bitte das seither der Firma erwiesene Vertrauen auch mir erhalten zu wollen. Albert Voigtländer-Tetzner.“ (Anzeige in: Der Kunstmarkt. Nr. 6 v. 11. 11. 1910, S. 64)
In der Folge wurden die beiden Kunsthandlungen an der Adresse Rossmarkt 14a betrieben, ehe sie 1913 in die Buchgasse 11a übersiedelten. Formell bestand die Firma „A. Voigtländer-Tetzner“ bis 1925 (Adressbuch des Deutschen Buchhandels 1926, Abt. II, S. 30).

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Pantheon 1914

Emil Orlik an Marie v. Gomperz. Briefe 1902-1932. Hrsg. v. Otmar Rychlik.- Wien 1997