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Kunstsalon W. Zimmermann
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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ZIMMERMANN
KUNSTSALON W. ZIMMERMANN
KUNSTSALON WALTER ZIMMERMANN
W. ZIMMERMANNS NACHF. E. PAULAT

Adresse: MÜNCHEN, Bayern, Maximilianstrasse 38
Inhaber: Walter Zimmermann (1905-1911), E. Paulat (1911)
Bestand: 1905-(1911)
Charakteristik: Kunsthandlung
„Kunstsalon W. Zimmermann Maximilianstrasse 38 gerade gegenüber Hotel Vier Jahreszeiten Permanente Ausstellung von Werken bedeutender Meister“
(Anzeige in: Offizieller Katalog der Internationalen Kunst-Ausstellung … „Secession“ 1906. Anzeigenseite 3; {Offizieller Katalog der Münchener Jahresausstellung 1906. Anzeigenseite 32, Text auch in Englisch und Französisch} ); „Ausstellungen von bedeutenden Werken der Malerei, Kollektivausstellungen moderner Meister“ (Dresslers Kunstjahrbuch 1909. Ein Nachschlagewerk für deutsche bildende und angewandte Kunst. Hrsg. v. Willy O. Dressler. 4. Jahrgang. S. A 17)

Ausstellungen:
1905: Gustav Schönleber; Sammlung Otto Ackermann, Paris (dabei: Théodore Chassériau, Gustave Courbet, Honoré Daumier, Eugène Delacroix, Théodore Géricault, Adolphe Monticelli); Otto Greiner; Willi Geiger
1906: O’Connor; Théophile Alexandre Steinlen;
1907: Debschitz-Schule-Lehr-und Versuchs-Ateliers für angewandte und freie Kunst ; Jules Pascin; Emil Preetorius, Ida Clauss
1908: Vincent van Gogh, Paul Gauguin; Adolf Stäbli; Otto Maria Miethke-Gutenegg, Hans Ofner
1909: Empire und Romantik (Französische Meister); Die moderne Karikatur (dabei: Olaf Gulbransson, Jules Pascin, Bruno Paul, Rudolf Wilke, Albert Weisgerber); Alfred Zimmermann; Karl Stauffer-Bern; Erich Klossowski; Sion Longley-Wenban
1910: Karl Leipold; Französische Meister (dabei: Eugène Delacroix, Théodore Géricault, Gustave Courbet, Honoré Daumier); Reinhold Koeppel; Münchner Künstlerinnen-Verein; Adolf Beyer, Hans Bartelmess; Simund Landsinger; Sion Longley-Wenban; Verband jetziger und früherer Studierender der Königlichen Akademie der bildenden Künste (dabei: Albert Aichinger,
Ernst Dorn, Julius Ussy Engelhard, W. Fischer, Oskar Krenzer, Mauritius Pfeiffer); Alfred Zimmermann
1911: Moritz Otto Müller-Liebental; Edmund Steppes; Edwin Scharff

Bemerkung:
Walter Zimmermann, der seine Kunsthandlung 1905 eröffnete, entstammte einer Künstlerfamilie: Seine Brüder waren die Maler Alfred Zimmermann (1854-1910) und Ernst Karl Georg Zimmermann (1852-1901), sein Neffe Ernst Reinhard Zimmermann (1881-1939) war ebenfalls Maler.
Über die Ausstattung der Galerie ist lediglich bekannt, das es einen „Kleinen intimen Oberlichtsaal“ (Der Cicerone. H. 4, 1909, S. 132) gab. Max Unold gestaltete ein Werbeplakat mit dreisprachigem Text (deutsch, englisch, französisch) „Ständige Ausstellung von Werken Moderner Meister“ (Das frühe Plakat 1980, Nr. 3297), Willi Geiger, der mit dem Kunsthändler befreundet war und 1906 bei Zimmermann ausstellte, gestaltete einen Briefkopf (Abb. in: Die Kunst. H. 10 v. Juli 1913, S. 467)
Das Programm der Galerie war neben der Französischen Malerei die Präsentation zeitgenössischer Künstler. „Zimmermann vermittelt manche interessante Bekanntschaft; junge Künstler treten an die Öffentlichkeit, zu denen das Publikum kaum den Weg ins Atelier gefunden.“ (Die Kunst für Alle. H. 21 v. 1. 8. 1906, S. 501)
Auch dem zum Teil noch in Ausbildung begriffenen Nachwuchs bot die Galerie ein Forum, so stellten beispielsweise 1907 Schüler der privaten Debschitz-Schule (Lehr-und Versuchs-Ateliers für angewandte und freie Kunst) ebenso aus wie 1910 der „Verband jetziger und früherer Studierender der Königlichen Akademie der bildenden Künste“ in München. Im selben Jahr stellte Zimmermann seine Räume dem selten im Kunsthandel auftretenden „Münchner Künstlerinnen-Verein“ zur Verfügung.
Georg Jakob Wolff, der Chronist der Münchner Kunstszene dieser Zeit, nennt ihn den „stets interessanten Salon Zimmermann“ (Die Kunst für Alle. H. 13 v.1. 4. 1910, S. 311)
Ob Walter Zimmermann 1911 starb oder sich lediglich aus dem Kunsthandel zurückgezogen hat, kann derzeit nicht beantwortet werden. Etwa Mitte des Jahres 1911 taucht in den Rezensionen die Bezeichnung „W. Zimmermanns Nachf. E. Paulat“ auf. Unter dieser Leitung sind derzeit lediglich zwei Ausstellungen nachgewiesen, die des Maler und Graphiker Edmund Steppes und die erste Ausstellung von Edwin Scharff, der Gemälde, Entwürfe, Skizzen, Zeichnungen und Radierungen zeigte. (Edwin Scharff 1987, S. 75)

Nachweise:
Dressler 1909

Das frühe Plakat in Europa und den USA. Ein Bestandskatalog. Band 3: Deutschland. Bearbeitet von Helga Hollmann [u. a.].- Berlin 1980
Edwin Scharff. Retrospektive. Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Graphik. Zum 100. Geburtstag des Künstlers.- Neu-Ulm 1987