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Carl G. Oncken' s Hof- Kunsthandlung
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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ONCKEN
CARL G. ONCKEN’S HOF-KUNSTHANDLUNG

Adresse: OLDENBURG, Herzogtum Oldenburg, Freistaat Oldenburg (Niedersachsen), Achternstrasse 33, später Lange Strasse 3 (Haus Lappan)
Inhaber: Carl G. Oncken; Wilhelm Oncken (seit 1907)
Bestand: Gründung 1867
Charakteristik: Kunsthandlung, Kunstgewerbe, Verlag
„Regelmäßige Ausstellung von Gemälden, Graphik, Kunstgewerbe, Kunstverlag, 2 Säle mit Oberlicht“ (Dressler 1923)

Ausstellungen:
1919: Ausstellung moderner Meister (dabei u. a.: Rudolf Großmann, Erich Heckel, Konrad von Kardorff, Leo Klein-Diepold, Walter Leistikow, Max Liebermann, Ludwig Meidner, Jan Oeltjen, Max Pechstein, Max Slevogt)
1922: Dangaster Künstler (Erich Heckel, Franz Radziwill, Karl Schmidt-Rottluff)
1923: Künstlergruppe „Der Fels“ (dabei u. a.: Carry Hauser, Georg Philipp Wörlen)

Verlag:
Die Grossherzogliche Gemälde-Galerie im Augusteum zu Oldenburg. 41 Reproductionen in Photogravure. Mit einem Vorwort und erläuterndem Text von Abraham Bredius u. Frederik Schmidt-Degener 1906
Führer durch die Grossherzogliche Gemälde-Galerie im Augusteum zu Oldenburg. Die Hauptwerke der Galerie nebst begleitendem Text von Karl Schaefer 1912

Bemerkung:
Die 1867 von Carl Gerhard Oncken (1839-1925) gegründete Firma war ursprünglich eine Papierhandlung und erweiterte im Laufe der Zeit ihr Angebot, bis sie zur „grossherzoglichen Kunsthandlung“ wurde.
Das Geschäftslokal befand sich in der Achternstrasse 33 ehe es, wohl nach 1914, in die Lange Strasse 3 übersiedelte. Das „Lappan“ genannte Gebäude, das Oldenburger Wahrzeichen, war der um 1470 errichtete Glockenturm der Heiligengeistkapelle, der 1909 aufwendig restauriert wurde.
Die in der Literatur tradierte Eröffnung der Kunsthandlung im „Lappan“ 1909/10 leitet sich ab von dem von Erich Heckel überlieferten Plakat, dessen verwendeter Holzschnitt mit 1909 datiert ist und der von ihm später mit einer zusätzlichen Textzeile zur Eröffnung ergänzt (und von zwei Holzstöcken) gedruckt wurde. Tatsächlich wurde der „Lappan“ erst nach 1914 bezogen.
Eine Anzeige um 1915 nennt den Umfang des Kunsthandelsangebotes: „Permanente Kunstausstellung. Gemälde-Ausstellung in den Oberlichtsälen. Grosses Lager moderner Graphik.
Neu aufgenommen: Modernes Kunstgewerbe, künstlerische Bronzen, Fayencen, Porzellane“
(Werbung um 1915, Kopie im Kunstarchiv Werner J. Schweiger, Wien).
1922 wurde die „Vereinigung für junge Kunst Oldenburg“ als Antwort auf die vorherrschenden konservativen Kunstanschauungen gegründet (Reindl 1992), „die durch Ausstellungen, Führungen und Vorträge für die moderne Kunst wirken will.“ (Der Sammler. Nr. 15 v. 15. April 1922, S. 234) Gründer und Vorsitzender war der Jurist und Sammler Ernst Beyersdorff (1885-1952). (Beyersdorff 1985), der seit 1909 Passiv-Mitglied der Künstlervereinigung „Brücke“ war. Die erste Veranstaltung war die Ausstellung „Dangaster Künstler“ (Erich Heckel, Franz Radziwill, Karl Schmidt-Rottluff) im Mai/Juni 1922 in der Kunsthandlung Oncken, zu der Wilhelm Niemeyer am 21. Mai 1922 den Eröffnungsvortrag hielt. Die weiteren, bis 1932 veranstalteten Ausstellungen fanden allerdings nicht bei Oncken, sondern im „Augusteum“ statt.
Ausser einer 1923 stattgefundenen Ausstellung der Passauer Künstlervereinigung „Der Fels“ sind derzeit keine weiteren Ausstellungen dokumentiert. Die Kunsthandlung Oncken bestand bis nach dem Zweiten Weltkrieg, so fand beispielsweise 1950 eine Emil-Nolde-Ausstellung statt.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Pantheon 1914; Dressler 1923; Pantheon 1926; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930

Carl G. Oncken’s Hofkunsthandlung, Oldenburg (Zum 50jährigen Bestehen).- in: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Nr. 230, 1917, S. 119
Schenkung Ernst und Hanneliese Beyersdorff. Eine Oldenburger Sammlung.- Oldenburg 1985
Peter Reindl: Ernst Beyersdorff und die „Vereinigung für junge Kunst“ in Oldenburg.- in: Avantgarde und Publikum. Zur Rezeption avantgardistischer Kunst in Deutschland 1805-1933. Hrsg. v. Henrike Junge.- Köln 1992. S. 17-28