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Hermelin Verlag
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
    • Werner J. Schweiger (1949 - 2011)

  • TitleHermelin Verlag[Eintrag für geplante Publikation "Lexikon des Kunsthandels der Moderne im deutschsprachigen Raum 1905-1937"]
  • Date2005 - 2011
  • CategoryManuskripte
  • Materialdigital
  • FondsKunstarchiv Werner J. Schweiger
  • Inventory NumberBG-WJS-M-1,220
  • CreditlineZustiftung Christa M. Schweiger, Wien und Wolfgang Wittrock, Berlin, 2016
  • On DisplayNo
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HERMELIN (Verlag und Kunsthandlung)
HERMELIN VERLAG

Adresse: ULM, Württemberg (Baden-Württemberg), Marktplatz 18a; ab etwa 1925: Berlin, Kurfürstendamm 232, später Prager Strasse 16, zuletzt Offenbacher Strasse 7
Inhaber: Jakob Hermelin
Bestand: 1922-1930
Charakteristik: Kunstverlag, Kunsthandlung

Ausstellungen:
1922-1924: Dabei u. a. Lovis Corinth, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Ludwig Meidner, Edwin Scharff, Albert Unseld, Künstlergruppe „Der Fels“ (dabei u. a. Franz Bronstert, Fritz Fuhrken, Carry Hauser, Reinhard Hilker, Georg Philipp Wörlen)

Verlag:
Situation 1924. Künstlerische und kulturelle Manifestationen.- [1924]
Graphik und Mappenwerke von: Max Beckmann, Othon Coubine, Willi Geiger, Boris Grigorieff, Rudolf Großmann, George Grosz, Willi Habl, Fritz Heubner, Karl Hofer, Georg Kars, Alfred Kubin, J. Müller-Steiner, Rolf Nesch, Max Pechstein, Karl Rössing, Edwin Scharff, Richard Seewald

Bemerkung:
Der 1890 in Lemberg geborene Jakob Hermelin erhielt seine Lizenz für den Kunstverlag und den Vertrieb von Graphiken, Ölgemälden und Plastik am 7. August 1922 und eröffnete am Marktplatz 18a seine Kunsthandlung (Kunst und Kultur 1993, S. 52)
„Unter den neuen aufstrebenden Verlagen, die sich mit der Pflege der jungen Kunst beschäftigen, nimmt der Hermelin-Verlag trotz seines erst halbjährigen Bestehens schon einen nicht unwesentlichen Platz ein. Ohne Konzessionen an den Geschmack gewisser neuer Sammlerkreise verfolgt dieser Verlag das Ziel, charaktervolle Künstler der Gegenwart bei sich zu vereinigen.“ (Alfred Kuhn: Arbeiten des Hermelin-Verlages in Ulm a. D.- in: Kunstchronik und Kunstmarkt. Nr. 41/42 v. 13./20. 7. 1923, S. 736).
Edwin Scharff entwarf einen geflügelten Genius als Verlagssignet, mit dem jede Graphik in Blindprägung bezeichnet wurde. 1923 erschien ein erster illustrierter Katalog (Sammlergraphik 1923) mit den bis dahin gedruckten Graphiken von Max Beckmann, Willi Geiger, Friedrich Heubner, Alfred Kubin, J. Müller-Steiner, Max Pechstein, Edwin Scharff und Richard Seewald, „der jedem die Möglichkeit [gibt], sich zu orientieren […]. Wenn das junge Unternehmen in der bisherigen Art weitergeführt wird, so kann es in wenigen Jahren von den besten Künstlern unserer Zeit die besten Arbeiten vereinigen und sich dadurch für alle Museen und Sammlungen als unentbehrlich erweisen“ (Grautoff 1923, S. 193).
Jakob Hermelin knüpfte Kontakt um Kontakt und Ende 1924 konnte er im Verzeichnis „Hermelin Graphik“ etwa 180 Druckgraphiken von 17 Künstlern anbieten. Dieses Verzeichnis mit einem Titelblatt von Alfred Kubin war der Anhang zu dem Sammelwerk „Situation 1924. Künstlerische und kulturelle Manifestationen“ mit Textbeiträgen der im Verlag vertretenen Künstler (Othon Coubine, Rudolf Großmann, George Grosz, Willi Habl, Karl Hofer, Alfred Kubin, Max Pechstein, Karl Rössing) und Beiträgen von namhaften Kunstschriftstellern (Julius Baum, Georg Biermann, Otto Grautoff, Wilhelm Hausenstein, Alfred Kuhn, Bruno E. Werner). Jakob Hermelin selbst beteiligte sich mit dem Beitrag „Der Weg zur Kunst“.
Kunsthändlerkollege Karl -> NIERENDORF, Düsseldorf schrieb: „Freunden zeitgenössischer Graphik empfehle ich ein entzückend ausgestattetes Jahrbuch des Hermelin Verlags ‚Situation’ mit Originalbeiträgen namhafter Maler und Schriftsteller“ (Die neue Kunst in Deutschland. H. 1, 1925, S. 15) und Erich Wiese verglich Hermelin mit dem grossen Berliner Graphik-Verleger -> GURLITT, wenn er in seiner Rezension schreibt: „Das Werk ist, ähnlich Gurlitts ‚Graphischem Jahr’, eine künstlerische Jahresspende des Verlages, von gleicher Gediegenheit, wie die gesamte Tätigkeit dieses jungen Unternehmens, das […] von Anbeginn deutlich auf Qualität zielte und bis heute in diese Richtung fortschritt.“ (Monatshefte für Bücherfreunde und Graphiksammler. H. 1, 1925, S. 56-57)
Die Verbundenheit des Verlegers mit Ulm manifestierte sich in Geschenken an das Museum, dem er Graphiken von Rolf Nesch und Edwin Scharff widmete (Ulmer Museum 1983. Nr. 165, 166, 203).
Um 1925 verließ Jakob Hermelin Ulm und siedelte sich in Berlin an, wo sein Verlag unter wechselnden Adressen bis 1930 bestand.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Adressbuch für den Berliner Buchhandel;

Sammlergraphik des Hermelin Verlags Ulm-Donau. [Preisverzeichnis mit 13 Abb. auf Tafeln 1923]
Otto Grautoff: Hermelingraphik.- in: Der Sammler. Nr. 25/26 v. 30. Juni 1923, S. 191-193
Situation 1924. Künstlerische und kulturelle Manifestationen. [1924]
Ulmer Museum. Graphische Sammlung Teil 1.- Ulm 1983
Der Fels. Künstlergemeinschaft 1921-1927.- Passau 1991
Kunst und Kultur in Ulm 1933-1945.- Ulm 1993