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Th. Brodersen & Co G.m.b.H
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
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BRODERSEN
TH. BRODERSEN & CO G. M. B. H.

Adresse: WEIMAR, Thüringen (Thüringen), {Cranachstrasse 22}
Inhaber: Theodor Brodersen
Bestand: (19{07} -1912); ab 1912 Hamburg
Charakteristik: Kunsthandlung
„An - und Verkauf von Gemälden und Plastik. Übernahme geschäftlicher Vertretungen bildender Künstler. Alleinvertrieb kunstgewerbl. Arbeiten des Herrn W. C. Hübner - Weimar“ (Anzeige Der Kunstmarkt. 7. 1. 1910); „Geschäftliche Vertretung bildender Künstler, u. a. Professor Ludwig Hofmann, Professor Theodor Hagen, Professor Albert Haueisen, Karl Hofer, Hermann Haller, Neue Künstlervereinigung, München. An - und Verkauf von Gemälden und Plastik. Alleinvertrieb kunstgewerblicher Arbeiten von Willy Carl Hübner“ (Anzeige Katalog Neue Künstler-Vereinigung München. II. Ausstellung. Turnus 1910/11.- München 1910)

Ausstellungen:
1910 organisierte Das Folkwang -Museum in Hagen eine Wanderausstellung zum 60. Geburtstag von Christian Rohlfs, die unter anderem bei -> ARNOLD in Dresden, der Galerie -> MIETHKE in Wien und bei -> THANNHAUSER in München gezeigt wurde und auch in Weimar Station machte. {Ebenfalls 1910 vermittelte Brodersen eine Ausstellung des Schweizer Bildhauers Hermann Haller in das Museum in Halle (Andreas Hüneke 2005, S. 33-34).}

Bemerkung:
Verkäufe von Künstlern, die Brodersen vertrat, sind kaum überliefert. Lediglich ein 1911 erfolgter Ankauf der Kunsthalle Mannheim ist bekannt: Carl Hofers Ölbild „Daniel in der Löwengrube“ von 1910. Das Werk wurde 1937 im Rahmen der „Entarteten Kunst“ aus dem Museum entfernt. (Mannheim 1987, Nr. 51). Von Alexander Kanoldt (Mitglied der vom Kunsthändler vertretenen Neuen Künstler -Vereinigung München) ist das Gemälde „Garten“ von 1910 mit Brodersen-Provenienz jetzt in einer finnischen Sammlung. (Schwabing 1998, S. 263), von Pierre Girieud - seit 1910 derselben Künstlervereinigung angehörend - ist die Zeichnung „Die drei Grazien“ abgebildet (Das Neue Bild 1912, S. 24) mit dem Besitznachweis „Hofrat Th. Brodersen, Hamburg“ versehen.
Über den von Brodersen vertretenen Kunstgewerbler Willy Carl Hübner ist nahezu nichts bekannt. Er beschickte 1907/08 regelmässig Ausstellungen im Weimarer {Großherzoglichen Museum für Kunst und Kunstgewerbe}, eine Ausstellung mit Kunstgewerbe und Innenarchitektur fand 1908 in der Leipziger Kunsthandlung -> P. H. BEYER & SOHN statt.) Hübner war Schüler der Kunstgewerbeschule in Weimar und sein kurzzeitiger Lehrer, Henry van de Velde, formulierte seine wenig schmeichelhafte Einschätzung in einem Brief an Curt Herrmann: „Mein lieber Curt der Mensch ist ganz unmöglich¸ von ein auffallende u. compromittierende Mediocrität.“ (Herrmann 1989, S. 592). Ein weiterer, allerdings unklarer Passus desselben Briefes lässt die Vermutung zu, der durch Erbschaft vermögende Künstler könnte am Kunsthandel von Brodersen beteiligt gewesen sein.
Brodersen hatte auch die Vertretung der 1909 in München um Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky und Gabriele Münter gegründeten Künstlergruppe „Neue Künstler-Vereinigung München“, die 1909 erstmals in München bei -> THANNHAUSER ausstellte. Die insgesamt vier veranstalteten Ausstellungen waren als „Wanderausstellungen“ konzipiert, die durch zahlreiche Städte tourten und sich - je nach Massgabe - in Kunsthandlungen (beispielsweise -> CASSIRER in Berlin und -> ARNOLD in Dresden), Museen und Kunstvereinen präsentierten.
Das Engagement von Brodersen belegt beispielsweise ein Brief an Karl Ernst Osthaus (Folkwang-Museum Hagen): „Es liegt sowohl der Neuen Künstlervereinigung München wie auch uns sehr viel daran, daß diese Bilder gerade in Ihrem Museum gezeigt werden, das doch die Heimstätte geworden ist für solche Werke junger Künstler, die Neues bringen und im übrigen Deutschland schwer zu kämpfen haben.“ (Hesse-Frielinghaus 1980, S.8)
Nach Spannungen bei der 3. Ausstellung trennten sich die Wege. Die Künstler um Kandinsky und Münter gründeten die neue Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“, die ebenfalls bei -> THANNHAUSER ausstellte, die Neue Künstlervereinigung München absolvierte noch eine vierte Ausstellungsserie und publizierte 1912 den Band „Das Neue Bild“, und löste sich wenig später auf.

Obwohl der 1874 geborene Theodor Brodersen wohl an die vierzig Jahre im deutschen Kunstbetrieb in den Städten Weimar, München, Leipzig, Magdeburg, Hamburg und Berlin tätig war, sind kaum biographische Informationen greifbar. Lediglich seine vielfältigen geschäftlichen Tätigkeiten in den genannten Orten sind in den weit verstreuten Quellen und aus der zeitgenössischen Literatur rekonstruierbar.

Weimar
Sekretär/Geschäftsführer (als Nachfolger von Paul -> CASSIRER, Berlin) des auf Initiative von Harry Graf Kessler 1903 gegründeten „Deutscher Künstlerbund“. Dieser überregionale Zusammenschluss sah sich als Erneuerungsbewegung in Opposition zur offiziellen Kunst-und Ausstellungspolitik des Kaiserreiches und veranstaltete, beginnend 1904 in München, jährlich Ausstellungen in verschiedenen Städten. Neben den grossen Gemäldeausstellungen wurden auch „Graphische Ausstellungen“ in Kunsthandlungen abgehalten, beispielsweise in Dresden bei -> ARNOLD (1909) sowie 1910 und 1913 in Hamburg bei -> COMMETER.

Leipzig
Brodersens Arbeit für den Künstlerbund dürfte auch zu seiner nächsten Tätigkeit geführt haben: Die 1910 erstmals veranstaltete „Jahresausstellung Leipziger Künstler“ wurde für das Jahr 1912 gemeinsam mit dem Deutschen Künstlerbund veranstaltet. Im Anschluss an diese Ausstellung wurde die Nachfolgeorganisation „Leipziger Jahresausstellung LIA“ als Künstlervereinigung gegründet und Theodor Brodersen zu ihrem Geschäftsführer ernannt. Er dürfte diese Tätigkeit bis 1913 ausgeübt haben, denn in diesem Jahr wurde die Dresdner Galerie -> ARNOLD für die nächsten vier Jahre betraut.

Magdeburg
Am 1. Oktober 1911 trat Brodersen seine neue Tätigkeit in Magdeburg an. Er wurde Ausstellungsleiter des 1835 gegründeten Kunstvereins, der seine Ausstellungsräume in dem 1906 eröffneten Kaiser-Friedrich-Museum hatte. Mit dem Amtsantritt von Brodersen wurden weitere neue Räume - dabei drei Oberlichtsäle - in einem Erweiterungsbau des Kunstgewerbemuseum bezogen. „Damit wird eigentlich erst ein umfassendes und regelmäßiges Ausstellungswesen ermöglicht, da der bisherige Raum im Museum dazu keineswegs langte … Der Kunstverein hat eine neue Form für das Ausstellungswesen gefunden, indem er die Leitung einer Kunsthandlung übertrug, der Weimarer Firma Brodersen. Man hoffte dadurch zweierlei zu erreichen: durch die guten Verbindungen des Kunsthandels stets auf dem Laufenden gehalten zu werden, und die Kauflust für gute Kunst stärker heranzuziehen. Und der Anfang läßt das Beste von dieser Kombination erhoffen, denn es gibt in großen Zügen eine Übersicht über die heutige Entwicklung der deutschen Malerei, deren beiden Pole durch die Namen [Paul] Meyerheim und [Emil] Nolde bezeichnet seien. Dergestalt wird für jedermanns Geschmack gesorgt und zugleich - das ist eigentlich erstaunlich - fast nur wirkliche Qualität gezeigt.“ (Die Kunst für Alle. H. 6 v. 15. 12. 1911, S. 147-148). In einem weiteren Bericht heisst es, der Kunstverein „ist dabei von einem neuen und, wie es scheint, glücklichen Gedanken ausgegangen: Die Leitung der Ausstellung hat man der Weimarer Kunsthandlung Brodersen übergeben, und diese ist es, welche die erste und alle künftigen Kollektionen von Bildern und Skulpturen zusammenbringt.“ (Der Cicerone. H. 20, 1911, S. 795-796) Beide Berichte über die Eröffnungsausstellung „Magdeburger Kunstschau 1911“ sind mit P. F. S. signiert, das ist Paul Ferdinand Schmidt, der Direktionsassistent am Museum, der sich wenig später auch als Kunsthändler in Münchens -> DER NEUE KUNSTSALON betätigte.
Das Ausstellungsprogramm der Jahre 1911/12 von Brodersen spiegelt eindrücklich seine umfassenden Verbindungen quer durch die deutsche Kunstlandschaft und seine Entdeckerfreude: Max Beckmann, Walter Boetticher und Hans Bolz hatten hier ihre ersten Einzelausstellungen, weitere Künstler, die in dieser Zeit ausstellen: Wilhelm Gerstel, Hermann Haller, Curt Herrmann, Emil Nolde, Max Pechstein, Eugen Spiro, Rudolf Tewes, Max Thedy.

Hamburg
Der kurzen Tätigkeit in Magdeburg folgte im Herbst 1912 der Wechsel nach Hamburg: „Herr Hofrat Theodor Brodersen, in Firma Theodor Brodersen & Co. m. b. H., Weimar hat soeben das Amt des Geschäftsführers beim hiesigen Kunstverein als Nachfolger des erkrankten Herrn [Eduard] Sack übernommen und damit seiner umfassenden Tätigkeit (als Sekretär des Deutschen Künstlerbundes, als Leiter des Magdeburger Kunstvereins und des Vereins Leipziger Jahresausstellung) ein vielversprechendes neues Tätigkeitsfeld angegliedert. Herr Brodersen wird demnächst seinen Wohnsitz nach Hamburg verlegen und hofft mit Energie auf einem Boden zu arbeiten, der solches wohl lohnen könnte.“ (Der Cicerone. H. 17, 1912, S. 687). Die Berliner Zeitschrift Kunst und Künstler. (H. 3 v. Dezember 1912, S. 176) meldete wenig später: „Der Kunstverein soll durch Hofrat Brodersen aus Weimar wieder lebensfähig gemacht werden“
Auch die dem „alten“, 1817 gegründeten Kunstverein meist fern stehenden Künstler, wie beispielsweise Friedrich Ahlers-Hestermann, näherten sich wieder an: Ahlers schreibt in seinen Erinnerungen (Ahlers 1975, S. 271): „Nun war seit einiger Zeit ein neuer Ausstellungsleiter, Hofrat Brodersen, dort eingezogen, der allen neuen Strömungen in der Kunst offen, und doch norddeutsch - behutsam, das Gesamtbild der Ausstellungen wesentlich veränderte. Er kam auch zu uns in die Ateliers, zeigte sich sehr interessiert und freundete sich besonders mit [Franz] Nölken rasch an.“ Eine weitere Charakterisierung verdanken wir dem im Kunstvereinsvorstand tätigen R. Johannes Mayer, der von Brodersen als „der besonnene, stets aufgeschlossene Hofrat“ sprach (Mayer 62, S. 7).
Neben seiner Tätigkeit im Kunstverein betätigte sich Brodersen noch vielfältig: Er war Leihgeber zu der vom „Frauenbund“ organisierten Ausstellung „Von Werken neuerer deutscher Kunst aus Hamburger Privatbesitz“. 1917 in der Kunsthalle, fungierte als Berater der Leitung und Jury der ersten Ausstellung der „Hamburgischen Sezession“ 1919, war Leiter der „Kunstschau“ der -> HANSA WERKSTÄTTEN (dieses 1907 gegründete Kunstgewerbehaus eröffnete 1919 Galerieräume und veranstaltete bis etwa 1925 Ausstellungen.), organisierte die 1927 bis 1929 durch 13 deutsche Städte tourende Egger-Lienz-Ausstellung und betreute gemeinsam mit Karl Schneider (Altonaer Künstlerverein) die auch überregional beachtete „Kunstausstellung Altona 1930“.
1927 feierte der Kunstverein Hamburg sein hundertjähriges Jubiläum, welches durch die Ausstellung „Europäische Kunst der Gegenwart“ gebührend gefeiert wurde. Seine letzte Ausstellung galt der „Kunst der letzten 30 Jahre aus Hamburger Privatbesitz“ und belegte eindrucksvoll den - wohl auch im Kunstverein - erworbenen modernen Kunstbesitz der Stadt.
In den letzten Jahren seiner Tätigkeit in Hamburg galt seine ganze Energie der Schaffung des schon lange geforderten und gewünschten eigenen Ausstellungshauses des Kunstvereins (Rabensteig 21), das im Mai 1930 eröffnet wurde.
Sein Nachfolger wurde Hildebrand -> GURLITT, der später einen Kunsthandel in Hamburg gründete.
Brodersen führte seinen Kunsthandel auch in seiner Hamburger Zeit weiter. Bei der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Mannheim 1913 steht unter „Geschäftsleitung: Th. Brodersen & Co. G. m. b. H., Hamburg“, 1914 wird die Adresse mit Bei der Stadtwassermühle 5 genannt, später und bis 1930 war die Anschrift gleichlautend mit der des Hamburger Kunstvereins (Kunsthalle, Glockengiesserwall), an welcher Adresse auch der „Deutschen Künstlerbund“ seine Geschäftsstelle hatte, als dessen Sekretär Brodersen auch 1926 und 1928 noch genannt wird.
Einer der wenigen Nachweise über Brodersens Kunsthändlertätigkeit in Hamburg entnehmen wir einem Brief von Alexej Jawlensky an Emmy Scheyer vom 4. 12. 1919: „Ich habe neulich einen Brief von Hamburg bekommen. Ein Herr [wohl der Sammler Willy Streit, Hamburg] hat dort bei Kunstsalon Brodersen 2 meiner frühen Bilder gekauft. (Jawlensky 1983.S. 112).

Berlin
1930 übersiedelte Brodersen nach Berlin und wurde Geschäftsführer des „Verein Berliner Künstler“, wo er den 1928 berufenen Carl -> NIERENDORF ablöste. Wie lange Brodersen diese Funktion ausübte ist auch aus dem Archiv der noch bestehenden Künstlervereinigung nicht belegbar. Brodersen übersiedelte wieder nach Weimar, wo er am 8. September 1944 seinen 70. Geburtstag beging. Über seinen weiteren Lebensweg ist derzeit nichts bekannt.

Nachweise:
Archive:
Berlin: Archiv Verein Berliner Künstler, Robert Sterl Archiv; Hagen: Karl Ernst Osthaus Museum; Marbach: Deutsches Literaturarchiv; Münster: Archiv des Westfälischen Kunstvereins
Literatur:
Pantheon 1914; Handbuch Des Kunstmarktes 1926;Maecenas 1927; Maecenas 1930

Das Neue Bild. Veröffentlichungen der Neuen Künstlervereinigung München. Text von Otto Fischer.- München 1912
Festgabe zum 80. Geburtstag von R. Johannes Meyer 14. März 1962.- Hamburg 1962
Friedrich Ahlers-Hestermann: Pause vor dem dritten Akt.- Hamburg 1975
Herta Hesse-Frielinghaus: Die Neue Künstlervereinigung München, Der Blaue Reiter und das Folkwang -Museum Hagen.- Hagen 1980
Das Archiv des Westfälischen Kunstvereins und des Provinzialvereins für Wissenschaft und Kunst. Bearbeitet von Werner Frese.- Münster 1981
Alexej Jawlensky 1864-1941.- München 1983
Wassily Kandinsky-Franz Marc. Briefwechsel. Hrsg. v. Klaus Lankheit.- München 1983
Roland Jaeger, Cornelius Steckner: Zinnober. Kunstszene Hamburg 1919-1933. - Hamburg 1983
Gustav Schiefler: Eine Hamburgische Kulturgeschichte 1890-1920.- Hamburg 1985
Entartete Kunst - Beschlagnahmeaktion in der Städtischen Kunsthalle Mannheim 1937.-Mannheim 1987
Harry Graf Kessler. Tagebuch eines Weltmannes.- Marbach 1988
Curt Herrmann 1854-1929.- Berlin 1989
Gerhard Wietek: Franz Radziwill - Wilhelm Niemeyer. Dokumente einer Freundschaft.- Oldenburg 1990
Schwabing. Kunst und Leben um 1900.- München 1998
Andreas Hüneke: Das schöpferische Museum. Eine Dokumentation zur Geschichte der Sammlung moderner Kunst 1908-1949. Hrsg. v. Katja Schneider.- Halle: Stiftung Moritzburg Halle 2005
{[14 Verweise auf 9 Kunsthandlungen: ARNOLD. CASSIRER. COMMETER. DER NEUE KUNSTSALON. GURLITT. HANSA WERKSTÄTTEN. MIETHKE. NIERENDORF. THANNHAUSER ]

ERGÄNZUNG: Einarbeiten

Alles aus Nachlaß Kessler (Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar):

Bewerbungsschreiben Brodersen an Kalckreuth

Itzehoe 22.12. [1903]

Hatte parallel seine Dienste der Schleswig-Holsteinischen Kunstgenossenschaft angeboten. Dort war man sich aber über die Bezahlung nicht einig geworden.
Bedankt sich für die schönen Tage in Weimar.


Zirkulare Brodersens:


Auf Briefpapier: DEUTSCHER KÜNSTLERBUND BITTE DIE ANWORT DIREKT
DER ENGERE VORSTAND AN DIE GESCHÄFTSSTELLE
IN WEIMAR MUSEUM AM
KARLSPLATZ ZU RICHTEN



via Privatadresse Brodersen am 29.1.04: Weimar, Cranachstrasse 22


selbes Briefpapier:

Weimar, den 25. Mai 07.

»Auf der Sitzung des Engeren Vorstandes (2. XII. 05) in Leipzig wurde auf Antrag des Herrn Grafen von Kalckreuth beschlossen, daß das Büro in Weimar fortan mir unterstellt sein solle. – Bisher habe ich die mir durch diesen Beschluß zukommenden Vorrechte nicht geltend gemacht, die Handlungsweise des Herrn von Payern aber, der mich systematisch zu übersehen und zurückzudrängen versucht, zwingt mich, jetzt darauf zu bestehen. [...]«

Büro des Deutschen Künstlerbundes jetzt im Hause Kesslers.


selbes Briefpapier:

Weimar, den 5. Juli 07.

»Um mein Einkommen zu vergrößern, habe ich die Vertretung verschiedener bildender Künstler (Prof. Hagen, v. Hofmann, Pietzsch, Faure, Lambrecht) übernommen und muß, wenn möglich, als vorbereitende Arbeit für die Wintersaison eine Reise durch unsere großen Städte machen, um mit den dortigen Kunsthändlern und =Vereinen betreffs Veranstaltungen von Kolletiv-Ausstellungen zu verhandeln. [...]«


Weimar, 23. Sept. 09.

»[...] Hierdurch teile ich Ihnen im Auftrag ergebenst mit, daß Herr Graf v. Kalckreuth den Sekretär des Deutschen Künstlerbundes, Herrn A[rthur] von Payern für den 1. Oktober d. J. kündigen wird, wenn nicht von Seiten der Herren des Engeren Vorstandes Widerspruch dagegen erhoben werden sollte. Herr von Payern hat seinen Austritt schon seit langem angekündigt und der Künstlerbund ist in der Lage, ohne ihn auskommen zu können.


Im September 1912 ist Brodersen dann nach Hamburg gezogen (Adresse: Stadtwassermühle 5 (privat? Aber auf jeden Fall Büro von Künstlerbund und HH Kunstverein); gelegentlich auch unter der Adresse/Briefkopf:

»Kunstverein in Hamburg«
Ausstellungssäle: Neuer Wall 14
Geschäftsstelle: Stadtwassermühle 5

Am 7.10.12 an Kessler:

»Mein neues Amt beim Hamburger Kunstverein habe ich am 1. d.M. angetreten.«

Will Ausstellung mit Kesslers Sammlung in Hamburg veranstalten (vorher war Magdeburg geplant). Fragt jetzt an, ob es ab Januar 1913 paßt.


Brodersen aus Teilnachlaß Ludwig von Hofmann
(Deutsches Literaturarchiv Marbach am Neckar)


1903: H. wird Lehrer (seit 1905 Professor) an der Grossherzoglichen Kunstschule in Weimar. Zusammenarbeit mit Harry Graf Kessler und Henry van de Velde. Gründungsmitglied des "Deutschen Künstlerbundes".

1916: Berufung H.'s an die Dresdner Kunstakademie als Nachfolger Hermann Prells für das Fach Monumentalmalerei. (bis 1931)


= Brodersen an Ludwig von Hofmann

Briefkopf:

Theodor Brodersen
GESCHÄFTL.
VERTRETER BILDENDER KÜNSTLER

Weimar, den 7. XII. 1907

Verkäufe auf der Grossen Kunstausstellung Dresden 1907/08:

Allegretto 2400,-
Korfu, Blick auf d. Festland 350,-
Frühling auf Korfu 300,-
Schwüler Tag 400,-
Küste bei Neapel 600,-
___________

4.050,-
10% für die Ausstellung 405,-
5% für mich 202.50 607.50
________
_____________

M. 3.332.50


Briefkopf:

TH. BRODERSEN & CO. G.m.b.H. Weimar, den 13.4.1911

Teilt mit daß das Gemälde »Abend« vom Museum in Zürich für 5.000 Mark angekauft wurde.
Stellt in Aussicht, daß auch noch das Bild »Badende Knaben« angekauft wird.

Rest Ausstellungsvorhaben in München, Darmstadt, Wiesbaden.


Briefkopf

Th. Brodersen & Co. G.m.b.H. Hamburg, 8. Juli 1914.
bei der Stadtwassermühle 5.

Sehr geehrter Herr Professor!

An Herrn Mann [= Thomas Mann!!] habe ich sofort nach Eintreffen Ihres Briefes geschrieben. Ich habe ihm die Ermässigung auf M. 1.200,-- mitgeteilt und die Zahlungsweise ihm überlassen.

Randbemerkung L.v.H.:
beantw. 10. Juli
Gabicce.
Herrn Mann, wenn 1200 zu viel,
Angebot überlassen

Brodersen weiter über eine von ihm gehängte L.v.H.-Ausstellung in Hamburg und das Angebot von 200 Mark auf das kleine Bild »Elbe bei Nienstedten«


Briefkopf Brodersens 1927:

DEUTSCHER KÜNSTLERBUND
ENGERER VORSTAND HAMBURG 1, DEN 23. Dez. 27.
KUNSTVEREIN (KUNSTHALLE)


Briefkopf 1934:

Signet
DEUTSCHER KÜNSTLERBUND
GESCHÄFTSSTELLE
BERLIN-DAHLEM
ARNIMALLEE 23 B
G 6 BREITENBACH 1310


Briefkopf 11.4.1935 Deutscher Künstlerbund
Berlin-Nikloassee, Normannenstr. 11




übermittelt XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX}

{BRODERSEN

B: Hofrat B. war Sekretär des Deutschen Künstlerbundes und führte in Weimar die Firma Theodor Brodersen & Co., GmbH. Daneben war er für Kunstvereine in Magdeburg, Leipzig und Hamburg tätig. (Quelle: Städtische Kunstsammlungen Chemnitz, mit Beiträgen von Kerstin Drechsel u.a., Leipzig 1996, Abb. S. 13; Der Cicerone 4, 1912, S. 687)
K: Die Firma Brödersen & Co. erwarb (oder übernahm?) aus der LvH-Ausstellung des Frankfurter Kunstsalons Prestel die Pastelle "Drei Frauen in arkadischer Landschaft", "Zwei Frauen und ein Jüngling", "Lebensfratzen", heute im LvHA, "Pferde am Meer", "Schwemme", "Composition mit vier nackten Frauen", "Opfer", "Badende Frauen", "Rote Küste", "Die Furth" und "Abendstille" sowie die Zeichnungen "Totenklage", "Geier" und "Blindekuhspiel". (Quelle: Kat. Ludwig von Hofmann. Pastelle, Zeichnungen, Graphik, F.A.C. Prestel, Frankfurt a.M., 1913, Exemplar mit handschriftlichen Notizen, LvHA; Dokumentation LvHA, Inv. P 14)
Br: DLA

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