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Bücherstube am Museum
  • © Berlinische Galerie / Wolfgang Wittrock
  • Repro: Berlinische Galerie
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BÜCHERSTUBE AM MUSEUM-GRAPHISCHE KABINETT
BÜCHERSTUBE AM MUSEUM
BÜCHERSTUBE AM MUSEUM GRAPHISCHE KUNST

Adresse: WIESBADEN, Hessen-Nassau (Hessen), Wilhelmstrasse 6
Inhaber: Fritz Gandenberger von Moisy (1921-1924), Dr. Walter Haeder (1921 bis etwa 1928), Hermann Kempf (1921 bis etwa 1931), ab etwa 1931 eine G. m. b. H.
Bestand: 1921-1935
Charakteristik: Buch- und Kunsthandlung
„Deutsche und ausländische Literatur, Bücher in schönen Einbänden, illustrierte Werke, Moderne Literatur, Kunstgeschichte, Musik, Philosophie, Technische Fachliteratur, Antiquariat. Ständige Ausstellung buchgewerblicher Erzeugnisse“ (Anzeige in: Feuer. H. 7/8 v. April/Mai 1921, Anzeigenseite 13); „Literarisch geleitetes Sortiment. Ständige Ausstellung kunstgewerbl. Erzeugnisse. (Anzeige in: Die Neue Rundschau. H. 12 v. Dezember 1922, Anzeigenseite 3)

Ausstellungen:
1923: Eröffnungsausstellung (dabei u. a. Ernst Barlach, Franz Delaforgue, E. Heiland-Gemmel, Bernhard Hergarden, Richard Janthur, Max Klinger, Oskar Kokoschka)
1924: Ernst Wolff-Malm; Charles Crodel; Jakob Krause-Bund (Bucheinbände); Vom Rokoko zur Romantik (aus mittelrheinischem Privat- und Museumsbesitz); Die großen Graphiker des 19. Jahrhunderts (dabei u. a. Frank Brangwyn, Paul Cezanne, Lovis Corinth, Edgar Degas, Aristide Maillol, Edouard Manet, Edvard Munch, Auguste Renoir, Auguste Rodin, Max Slevogt, James Abbott MacNeil Whistler, Anders Zorn); Johann Adam Klein; Dahlerschell, Mittenwald

Verlag:
Blätter der Bücherstube am Museum. 1924-1927, fortgesetzt bis 1928 unter dem Titel „Zeitschrift des Sortimenters“
Willi Duenwald: Erlebnisse im Essay. 1921
Carl Hagemann: Das Schloss im Taunus. 1922
Hermann Kesser: Die Peitsche. 1922 (Die Erstausgabe erschien, als Manuskript gedruckt, mit Steinzeichnungen von Otto Baumberger bei Huber, Frauenfeld [1918], die dritte Ausgabe 1926 bei Rütten & Loening, Frankfurt am Main)
Heinrich Leis: Der ewige Weg. Ein Spiel vom Leben und vom Tode. Fünf Handlungen und einem Vorspiel. 1922
Franz von Rexroth: Sonette. 1928 (erschienen in 200 Exemplaren "für Franz von Rexroth und seine Freunde")
Franz von Rexroth: Aphorismen und Vierzeiler.- [um 1928] (erschienen in 100 Exemplaren "für Franz von Rexroth und seine Freunde")
Der Tulpengarten. Gedichte aus dem deutschen Barock. Hrsg. v. Alfred Mayer. 1921

Bemerkung:
Die „Bücherstube am Museum“ wurde am 21. März 1921 gegründet und war die Nachfolgerin der 1879 gegründeten Buch- und Kunsthandlung Gisbert Noertenshäuser. „Die Buchhandlung […] wird seit März 1921 unter dem Namen ‚Bücherstube am Museum’ auf erweiterter Grundlage von modernen Gesichtspunkten aus von zwei jungen Wiesbadener Buchhändlern - Hermann Kempf und Dr. Walter Haeder - geleitet. Die Bücherstube will Werte vermitteln und keine Artikel veräußern […] kein Kaufhaus sein, sondern das Heim des guten Buches.“ (Feuer. H. 7/8 v. April/Mai 1921, S. 468)
Die Einrichtung der Buchhandlung (und wohl auch das Signet) wurden von dem Multitalent Edmund Fabry gestaltet (Abbildung in: Der Querschnitt. H. 6 v. Dezember 1921, S. 242). Fabry war Maler, Zeichner, Graphiker, Architekt und Leiter des Nassauischen Kunstvereins in Wiesbaden und schuf auch die Einrichtung einer anderen Wiesbadener Kunsthandlung ( GRAPHISCHES KABINETT HEINRICH STAADT). „Eine besondere Rolle spielt die ‚Bücherstube am Museum’, deren Leiter sich eine reizvolle Innenausstattung, entworfen von Edmund Fabri [sic!], angelegen sein liessen. In diesem intimen Raume werden im Laufe des Winters zeitgenössische Dichterabende […] veranstaltet werden.“ (Der Querschnitt. H. 6 v. Dezember 1921, S. 241)
Ende 1923 meldete Mela Escherich aus Wiesbaden: „Das Wiesbadener Kunstleben ist um einen wertvollen Typus bereichert worden: ein Ausstellungsunternehmen, das im Gegensatz zu den ‚Kunstsalons’ aussterbenden Stiles, die Begriffe Kunst und Salon zusammenbringt. Herr v. Gandenberger, Mitbesitzer der ‚Bücherstube am Museum’ stellt zum Zweck dauernder Ausstellungen seine Privaträume zur Verfügung, verbunden mit geselligen Zusammenkünften, Teeabenden mit kunstästhetischen und musikalischen Vorträgen. Die Kunstobjekte werden nicht ausstellungsmäßig gezeigt, sondern sind dem Wohncharakter eingegliedert. […] Man darf gespannt sein, ob sich der neue Kunstsalon eine führende Stellung erringt.“ (Der Cicerone. H. 21 v. 1. 11. 1923, S. 986-987; gez.: ch) Die Eröffnungsausstellung zeigte Werke von u. a. Ernst Barlach, Franz Delaforgue, E. Heiland-Gemmel, Bernhard Hergarden, Richard Janthur, Max Klinger und Oskar Kokoschka.
1924 wurde - nach Ausscheiden des Mitbesitzers Fritz Gandenberger von Moisy - der Name in „Bücherstube Am Museum Graphische Kunst“ geändert, Besitzer waren nun Hermann Kempf und Dr. Walter Haeder, gleichzeitig wurde der „Verlag der Bücherstube am Museum“ gegründet, der Drudenstrasse 5 locierte. Ebenfalls 1924 wurden regelmässig Ausstellungen veranstaltet.
Um 1928 schied Dr. Walter Haeder aus und Hermann Kempf war bis etwa 1931 der Alleininhaber, ehe die Buchhandlung in eine G. m. b. H. ungewandelt und wenig später in „Bücherstube Wiesbaden“ umbenannt wurde, unter welchem Namen sie bis etwa 1935 bestand.

Nachweise:
Adressbuch des Deutschen Buchhandels; Müller, Adressbuch des Deutschen Buchhandels und verwandter Berufszweige; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Internationales Adressbuch der Antiquare 1928